Clubchef ist vom Erfolg überzeugt: Tapie droht: Bei Abstieg müssen alle bleiben

Clubchef ist vom Erfolg überzeugt : Tapie droht: Bei Abstieg müssen alle bleiben

Marseille (rpo). Ob mit Bernard Tapie auch der Erfolg zu Olympique Marseille zurückkehrt? Robert Louis-Dreyfus ist davon überzeugt: "Tapie hatte als Präsident bessere Resultate als ich. Er soll uns nun helfen, dass Marseille wieder ganz oben steht", begründete der Clubchef seine umstrittene Entscheidung, dem ehemaligen Vereins-Präsidenten beim Krisen-Club die sportliche Verantwortung zu übertragen.

Und der kehrt dort mit eisernem Besen. Der erste, der den harten Kurs zu spüren kam, war Ex-Coach Javier Clemente. "Sicher ist er ein guter Trainer. Aber ich rede kein spanisch und er kein französisch. Ich brauche jemanden, mit dem ich reden kann", sprach Tapie - und setzte den ehemaligen spanischen Nationalcoach Clemente kurzerhand vor die Tür. Nun soll der Kroate Tomislav Ivic in den letzten vier Begegnungen Olympique Marseille vor dem Abstieg retten.

"Wir haben die gleiche Wellenlänge. Er hat mein Vertrauen", sagte Tapie. Den Spielern machte er klar, dass nun ein frischer Wind weht. "Sollten wir absteigen, müssen alle bleiben", drohte er. "Als ich damals hier ging, war derjenige ein Star, der Erfolge und Titel aufzuweisen hatte. Die Zeiten haben sich geändert. Heute ist offenbar der ein Star, der 150 000 Mark netto mit nach Hause nimmt. Ich habe den Spielern klar gemacht, dass hier im Club viele Leute acht Stunden und mehr arbeiten müssen für weitaus weniger Geld", monierte Tapie.

Konditionsmängel hat er bei gleich mehreren Profis ausgemacht. "Das hat nichts mit schlechtem Training, sondern vielmehr mit einem unpassenden Lebenswandel oder schlechter Ernährung zu tun", so Tapie. Künftig werden die Kicker vier Tage vor jedem Spiel zu einem Lehrgang zusammengezogen. "Dann wissen wir wenigsten, dass sie was Anständiges essen", begründete der Sportdirektor. Für die kommende Saison ohne internationalen Wettbewerb hat er klare Vorstellungen. "Wir können uns voll auf die Meisterschaft konzentrieren. Dazu reicht ein Kader von 20 Spielern." Es sieht also so aus, als ob beim Abstieg zur Strafe alle bleiben, beim Klassenverbleib sich jedoch einige Profis einen neuen Verein suchen müssten.

(RPO Archiv)
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