SV Scherpenberg gegen SV Budberg in Kreisliga A: Schlagendem Kreisliga-Fußballer droht lange Sperre

Spiel im Fußballkreis Moers : Kreisliga-Fußballer droht nach brutalem Ausraster lange Sperre

Ein Schiedsrichter will die Rote Karte ziehen. Dann liegt er auf dem Rasen und kann sich an die Szene nicht mehr erinnern - weil der Spieler zugeschlagen hat. So geschehen in der Kreisliga A im Fußballkreis Moers.

Der Spieler des SV Scherpenberg, der in der Kreisliga-A-Partie gegen den SV Budberg am Mittwochabend den Schiedsrichter niedergeschlagen hat, dürfte in den nächsten Jahren so schnell keinen Fuß mehr auf den Platz stellen – zumindest nicht für Spiele im Ligaverband. Sein Verein hat sich bereits von ihm getrennt, wie der Trainer der Scherpenberger am Donnerstag mitteilte. Dadurch kann der Fußballkreis Moers zwar keine persönliche Strafe mehr gegen ihn aussprechen, er würde wohl aber auch keine Spielberechtigung bekommen, wenn er sich bei einem neuen Verein anmeldet. Das Vergehen sei beim Verband vermerkt. „Solche Personen haben auf dem Platz nichts zu suchen“, sagt Henrik Lerch, Pressesprecher der Fußballverbandes Nierderrhein.

Was war passiert? Nach Aussagen des betroffenen Schiedsrichters und der Budberger habe der beschuldigte Spieler den Schiedsrichter mit einem Hieb gege den seitlichen Hals und Kopf zu Boden geschlagen. Vorausgegangen sei dem eine Meinungsverschiedenheit über einen Einwurf. Den hatte der Unparteiische den Budbergern zugesprochen. H. soll den Ball daraufhin einem Gegenspieler in den Nacken geworfen haben. Der Schiedsrichter wollte mit ihm sprechen und ihm wegen der Unsportlichkeit Rot zeigen. Als er nach der Karte gegriffen habe, habe der Spieler zugeschlagen, heißt es. Der 19-Jährige ging zu Boden, war einige Minuten benommen und wurde dann in die Kabine gebracht. Das Spiel wurde abgebrochen und der Kreisschiedsrichter-Obmann Jakob Klos gerufen. Soweit die Schilderungen der Situation, die dem Fußballverband Niederrhein mitgeteilt wurden.

„Es war ein Spiel, bei dem es nicht um eine endgültige Entscheidung ging, es gab keine besondere Rivalität zwischen den Vereinen und gar keine Vorgeschichte zwischen den beiden Spielern oder dem Spieler und dem Schiedsrichter“, sagt Lerch. Der Scherpenberger habe völlig unvermittelt zugeschlagen. Der Fußballkreis Moers wird nun schnell eine Sitzung der Spruchkammer einberufen.Dort wird die Vergabe der Punkte für das Spiel verhandelt. Diese werden wohl Budberg zugeschrieben.

Der junge Schiedsrichter sei von einem Arzt krankgeschrieben worden, weil er über starke Kopfschmerzen klagte. Weitere Verletzungen habe er sich aber nicht zugezogen. „Zum Glück, denn am Freitag will er wieder in die Schule, weil er eine Leistungskurs-Klausur schreiben muss“, sagt Lerch. Von dem Vorfall wolle er sich nicht entmudigen lassen, auch wenn er von dem Verhalten schockiert und traurig darüber sei, teilte der junge Mann Lerch mit. Die Schiedsrichter vor solchen Angriffen zu schützen, sei schwierig. Es gäbe Kontaktpersonen, an die sie sich wenden können, wenn es mit einzelnen Vereinen oder Spielern immer wieder Probleme gibt. Aber gegen solch unvermittelte Attacken helfe das nicht. Da könnten nur harte Strafen als Abschreckung dienen. Auch deshalb sei der Schiedsrichter-Obmann mit dem 19-Jährigen zur Polizei gegangen, um Anzeige wegen Körperverletzung zu erstatten. Leider passierten solche Angriffe regelmäßig, die Zahl steige aber gegenüber den Vorjahren nicht merklich, sagt der Pressesprecher des Fußballverbandes Niederrhein.

Und noch etwas könne ein Zeichen gegen die Gewalt gegen Schiedsrichter setzen: „Am Wochenende steht das nächste Spiel der Scherpenberger an. Wir fragen nun die Schiedsrichter ab, ob jemand bereit ist, das Spiel zu pfeifen. Sie könnten das aber als Zeichen der Solidarität mit ihrem Kollegen verweigern. Dann kann das Spiel nicht angepfiffen werden“, sagt Lerch.

(rent)
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