Was wird aus Dariusz Wosz?: Spuk um die "Zaubermaus"

Was wird aus Dariusz Wosz?: Spuk um die "Zaubermaus"

Berlin (dpa). Der Spuk um die "Zaubermaus" Dariusz Wosz (Foto) wird immer mysteriöser. Zwar betont der Nationalspieler seit Tagen, dass er nicht um die Auflösung seines bis 2002 reichenden Arbeitsvertrages bei Hertha BSC gebeten habe.

"Ich will nicht weg, da ist nichts dran", verkündete Wosz über alle Kanäle und in allen Gazetten der Hauptstadt, nachdem in mehreren Medien von einem Freigabe-Gesuch berichtet worden war. Doch keiner will ihm und den Beteuerungen von Manager Dieter Hoeneß ("Dariusz hat nicht um seine Feigabe gebeten") und Trainer Jürgen Röber ("Ich plane ganz klar mit ihm") so recht glauben.

"Dariusz hat einen Vertrag bis 2002, es gibt überhaupt keine Diskussionen", stellte Hoeneß am Dienstag in einem dpa-Gespräch klar. "Damit ist das Thema auch beendet. Hertha wird dazu nichts mehr kommentieren", ergänzte der Berliner Manager. Gerüchte über Angebote für den Hertha-Spielmacher (Schalke 04 und Racing Lens) seien "reine Spekulation und frei erfunden", sagte Hoeneß. Allerdings räumte er ein, dass einige unglückliche Kommentare verschiedener Personen mit zu der Diskussion beigetragen hätten.

Wosz selbst nährte vor dem Saisonfinale am Samstag gegen Borussia Dortmund die Spekulationen, er würde sich für die kommende Serie zumindest ein Hintertürchen offen halten, mit dem Zahlenspiel: "Zu 99 Prozent bleibe ich bei Hertha". Zu 100 Prozent konnte sich Wosz nicht durchringen, um nicht als Lügner dazustehen, falls noch das Angebot eines Topklubs käme.

Hoeneß wird in der "BZ" zur Zukunft des 21-maligen Nationalspielers (14 DFB/7 DDR) zitiert: "Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es kein Angebot für Wosz. Deshalb ist es müßig, sich darüber zu unterhalten. Wenn es den Fall X geben sollte, muss man natürlich nachdenken und abwägen." Inzwischen sind Schalke 04 und Racing Lens inoffiziell als Interessenten für Wosz im Spiel.

Großer Frust

Fakt ist: Die gegenwärtige Lage und die endlosen Diskussionen frustrieren den 30-Jährigen mächtig. Sein Freund Stefan Wintermeier, der Wosz auch in sportlichen Dingen unterstützt, hat bei Hoeneß vorgesprochen. Und auch Wosz selbst saß mit dem Manager und Trainer lange zusammen. Dabei wollte sich der sensible Profi nochmals bestätigen lassen, dass er auch nach dem Wechsel von Stefan Beinlich nach Berlin bei Hertha eine herausragende Rolle spiele - dokumentiert vom Trikot-Nummern-Wechsel von der Acht zur Zehn.

Wosz fühlt sich nach zwei Jahren in Berlin offensichtlich mit dem Rücken an die Wand gedrängt. Seit Wochen ist dem Dauerläufer, der Anerkennung braucht wie die Luft zum Atmen, kein überragendes Spiel gelungen. Nur mit Hilfe von Kaiserslautern und mit einem eigenen Sieg gegen den BVB ist für Hertha Platz vier und die Qualifikation zur Champions League noch drin.

Nun droht der "Zaubermaus" sogar die Verbannung aus dem EM-Kader von Erich Ribbeck, der eine Rückholaktion von Thomas Häßler in Erwägung zieht. Während sich Wosz nach außen hin gelassen stellte ("Entweder ich fahre mit oder nicht"), appellierte Hertha-Coach Jürgen Röber an den DFB-Teamchef: "Natürlich ist Häßler ein Guter, aber Darek ist körperlich stärker. Wenn Ribbeck ihn nicht mitnimmt, ist ihm nicht zu helfen."

(RPO Archiv)
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