"Sieg Heil"-Rufe: NRW-Amateurfußballer äußern sich zum Eklat um Nazi-Parolen

„Sieg Heil“-Rufe in der Kabine : NRW-Amateurfußballer äußern sich zum Eklat um Nazi-Parolen

Ein Video des TuS Holzhausen/Porta hatte für Entsetzen gesorgt. Mit „Sieg Heil“-Rufen feierten die Amateurfußballer den Aufstieg des Teams. Der Verein meldete die Mannschaft daraufhin ab. Nun haben sich die Fußballer zum Vorfall geäußert.

Am 4. September machte ein Video die Runde, das für einen Eklat sorgte. Auf dem Video ist zu sehen, wie Amateurfußballer des westfälischen TuS Holzhausen/Porta in der Kabine ihren Aufstieg feiern. Einige der Feierenden rufen mehrfach im Chor „Sieg Heil“.

Drei Wochen schwiegen der Trainer und die Spieler zu den Vorfällen. Nun haben sie sich zum Eklat geäußert. In einer Stellungnahme, die dem „Mindener Tageblatt“ vorliegt, distanzierten sich die Beteiligten von „jedwedem rechtsradikalem Gedankengut“ und entschuldigten sich für den Vorfall. Nach Bekanntwerden des Videos hatte der Verein seine 1. Mannschaft mit sofortiger Wirkung vom Spielbetrieb abgemeldet. Man habe so versucht, „weiteren Schaden vom TuS Holzhausen“ abzuwenden.

„Wir sind bestürzt über die gesamte Situation und möchten uns in aller Form entschuldigen, insbesondere bei der Stadt Porta Westfalica, unserem Vorstand und allen Vereinsmitgliedern“, heißt es in der Stellungnahme. „Wir möchten versichern, dass in unserer Mannschaft kein rechtes Gedankengut herrscht. Wir haben viele Spieler im Team, die einen Migrationshintergrund haben und kommen bestens miteinander aus. Wir möchten hier nochmal ausdrücklich betonen, dass wir keine Nazis oder Rechtsradikale sind.“

Die Spieler berichten in ihrer Stellungnahme zudem von Drohungen, die das Team erreicht hätten. So heißt es: „In den vergangen Tagen wurden Unbeteiligte, beispielsweise Freunde und Verwandte von uns, teilweise heftig belästigt, beleidigt und beschuldigt“. Das Video habe „das Leben vieler Personen, sowohl privat als auch beruflich, grundlegend verändert und mehrjährige Vereinsarbeit zerstört“.

Für die involvierten Spieler steht nach der Abmeldung als Mannschaft aber fest, dass sie auf dem Platz zurückkehren möchten. „Wir alle lieben den Fußball und wollen den Menschen, die uns zuschauen, Freude am Fußball und am Vereinsleben beim TuS HoPa bringen“.

Wie das Mindender Tageblatt weiter berichtet, wird sich das Team wegen der laufenden Verfahren nicht weiter äußern. Aus demselben Grund sei auch eine frühere Reaktion nicht möglich gewesen. Nach Bekanntwerden des Videos hatten der Staatsschutz und der westfälische Verband die Ermittlungen aufgenommen.

(old)
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