"Entscheidung fällt nächste Woche": Rüssmann vor Wechsel zum VfB Stuttgart

"Entscheidung fällt nächste Woche": Rüssmann vor Wechsel zum VfB Stuttgart

Stuttgart (sid). Rolf Rüssmann ist an einem Engagement als Sportdirektor beim Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart interessiert. Das bestätigte der 20-malige deutsche Fußball-Nationalspieler, der am Sonntag das Punktspiel der Schwaben bei Bayer Leverkusen beobachtete, im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Allerdings ist der 50 Jahre alte Rüssmann offenbar nicht hundertprozentig von den Vereinsstrukturen bei den abstiegsbedrohten Schwaben überzeugt. Bislang sei er es gewohnt gewesen, mit einem dreiköpfigen Präsidium zu arbeiten. "Hier sind es fünf Personen. Ich kenne europaweit die Strukturen anderer Vereine und weiß, wo mögliche Gefahren liegen", erklärte Rüssmann und fügte hinzu: "Das Aufgabenfeld muss klar festgelegt werden und man muss sehen, ob man zusammenpasst", erklärte der frühere Abwehrrecke, der bis November 1998 als Manager bei Borussia Mönchengladbach tätig war.

Am Donnerstag hatte Rüssmann mehrere Stunden mit VfB-Präsident Manfred Haas und dem Aufsichtsratsvorsitzenden Heinz Bandke verhandelt. "Es waren gute Gespräche. Ich würde die Aufgabe übernehmen, wenn wir alle Details klären könnten. Die Entscheidung fällt in der nächsten Woche", sagte Rüssmann.

Keinen offiziellen Kontakt gab es bisher von Seiten des VfB zu Arie Haan. Bandke hatte jedoch erklärt, der Niederländer, der von 1987 bis 1990 als Trainer in Stuttgart tätig war, erfülle "vom fußballfachlichen alle Voraussetzungen" als Sportdirektor und damit als möglicher Nachfolger des zurückgetretenen Karlheinz Förster. Haan ist jedoch seit sechs Wochen in gleicher Funktion beim österreichischen Erstligisten Austria Wien beschäftigt. "Ich habe hier einen guten Job und schon einiges bewegt", meinte der Haan.

Haas hat derweil Kritik am zurückgetretenen ehemaligen Vorstandsmitglied Hansi Müller anklingen lassen. "Er erfüllt auf Grund seiner Profilaufbahn die Vorgaben an einen Sportdirektor problemlos - von der sportlichen Kompetenz. Aber diese Aufgabe erfordert wesentlich mehr", sagte Haas im Interview von Sonntag aktuell.

Müller, Direktor für Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit, war nachgesagt worden, er habe den Posten des ebenfalls zuvor demissionierten Sportdirektors Karlheinz Förster übernehmen wollen. Nach Auffassung von Haas müsse ein Sportdirektor auch Kompetenz in Detailfragen von Vertragsverhandlungen oder Abwicklungen von Transfers haben. "Hansi Müller hat eine solche Funktion bisher noch nicht in der Praxis wahrgenommen", meinte der VfB-Präsident.

Mit einer Führungsmannschaft nach seinen Vorstellungen will Haas den schwäbischen Traditionsklub wieder flott machen. "Es besteht nun die Chance zu einem Neuaufbau, der für mich darin besteht, dass ich jetzt in allen Personalfragen auf der Führungsebene des Vereins hohe Anforderungen an die Qualifikationen der neuen Leitfiguren stellen und durchsetzen kann", sagte der VfB-Boss.

Dies deutet darauf hin, dass er froh zu sein scheint, sich von personellen "Altlasten" der Ära Gerhard Mayer-Vorfelder getrennt zu haben. Der designierte Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte 25 Jahre die Geschicke des VfB als Vereins-Chef geführt, ehe Haas die Nachfolge angetreten hatte.

(RPO Archiv)
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