RB Leipzig: Verlegter Urlaub sorgt für neuen Wirbel um Ralph Hasenhüttl

Trainer-Spekulation in Leipzig : Verlegter Urlaub sorgt für neuen Wirbel um Hasenhüttl

Die Welt bei RB Leipzig schien nach dem vergangenen Wochenende wieder in Ordnung. Trainer Ralph Hasenhüttl hatte sich zum Verein bekannt. Nun gibt es neue Diskussionen um seinen Job.

Urlaub hat sich Ralph Hasenhüttl wahrlich verdient. 47 Pflichtspiele liegen hinter ihm und seiner Elf, eine harte Saison. 33 mal Bundesliga, sechsmal Champions League, sechsmal Europa League und zweimal DFB-Pokal. Kein Wunder, dass der Cheftrainer von RB Leipzig ab Pfingsten für ein paar Wochen ausspannen will.

Doch aus der geplanten Erholung soll laut „Bild“-Zeitung nichts werden. Hasenhüttl habe kurzfristig seinen Urlaub abgesagt, weil er seine berufliche Zukunft neu ordnen müsse, hieß es. Der 50-Jährige stehe beim Vizemeister vor dem Aus, weil die sportliche Leitung mit der Entwicklung der Mannschaft nicht zufrieden sei.

Das überraschte im RB-Umfeld. Laut einer anderen Quelle soll der Coach seinen Urlaub lediglich kurzfristig umgebucht haben - weil sich die Sicherheitslage in der ursprünglichen Destination als nicht ausreichend erwies. So oder so, die Spekulationen schossen ins Kraut und zeigten, wie angespannt die Lage ist.

Eins ist klar: Eine vernünftige Bilanz der abgelaufenen Saison kann tatsächlich erst am Samstagabend nach dem letzten Spiel bei Hertha BSC (15.30 Uhr) gezogen werden. RB kann noch in die Champions League einziehen, aber auch die Europa League verspielen.

Dennoch wurde schon munter über die Nachfolge gemutmaßt. Nach dem Weggang von Hasenhüttl könnte Sportdirektor Ralf Rangnick für ein Jahr wieder den Trainer machen, ehe Julian Nagelsmann aus Hoffenheim kommt. Auch sei Co-Trainer Zsolt Löw, zuletzt als Assistent von Thomas Tuchel bei Paris St. Germain gehandelt, ein Kandidat.

Vereinsführung genervt von Spekulationen

Die Klubführung reagierte auf derlei Gerüchte verschnupft. "Es gibt keinen neuen Stand", sagte Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff am Mittwoch dem Sportinformationsdienst. "Wir haben zuletzt immer wieder betont, dass wir uns nach der Saison zusammensetzen werden. Und deswegen kommentieren wir auch nicht täglich die wildesten Spekulationen."

Sportdirektor Rangnick stieß ins selbe Horn und präzisierte die Aussagen seines Geschäftsführers. "Wir werden uns am Montag oder Dienstag zusammensetzen", sagte Rangnick bei einer Talk-Runde der Leipziger Volkszeitung (LVZ).

Am Wochenende hatte alles noch nach Friede, Freude, Eierkuchen ausgesehen. Hasenhüttl beteuerte im Aktuellen Sportstudio des „ZDF“, dass er seinen 2019 auslaufenden Vertrag verlängern wolle. Selbst eine Anfrage von Bayern München im Januar hatte ihn davon nicht abbringen können - mehr Treuebekenntnis geht nicht.

Rangnick wollte schon eher über Vertrag verhandeln

Es ist aber auch vorstellbar, dass die Vereinsführung sauer auf Hasenhüttl ist. Seine Weigerung, schon früher über einen neuen Vertrag zu verhandeln, dürfte Leipzigs starkem Mann Rangnick nicht gefallen haben. Zumindest hat diese Haltung sehr viel Unruhe in den Klub gebracht.

Und auch bei der strategischen Ausrichtung zum Saisonende soll es unterschiedliche Vorstellungen gegeben haben. Rangnick soll sich für eine Konzentration auf die Bundesliga ausgesprochen haben, Hasenhüttl indes war mit seiner Mannschaft Feuer und Flamme für die Spiele in der Europa League, vergeigte durch die lange Doppelbelastung aber womöglich die erneute Qualifikation für die Champions League.

Wer Rangnick kennt, weiß, wie kompromisslos er seine Ziele gerne verfolgt. Doch vielleicht hat sich auch Rangnick etwas geändert und duldet mittlerweile einen starken Nebenpart. Dann wiederum stehen die Chancen gut, dass Hasenhüttl bleibt - und er den Urlaub antritt.

(rent/SID)
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