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RB Leipzig steht erstmals unter Zugzwang

2. Bundesliga : RB Leipzig steht erstmals unter Zugzwang

Die Weihnachtsfeier von RB Leipzig am Sonntagabend konnte Pechvogel Terrence Boyd immerhin wieder besuchen. Zwar nur auf Krücken, doch der Zuspruch seiner Teamkollegen im Leipziger Club Täubchenthal tat dem leidgeplagten Stürmer nach seiner zweiten schweren Verletzung gut. Nur wenige Stunden zuvor hatte der erneute Ausfall des 23-Jährigen den schwarzen Tag des sächsischen Fußball-Zweitligisten komplett gemacht.

Der erste Konkurrent ist zunächst einmal außer Sicht, die beeindruckende Heimserie nach 316 Tagen gerissen — Tabellenplatz acht heißt die ernüchternde Realität beim finanzstarken Aufsteiger. In den verbleibenden drei Spielen bis zur Winterpause dürfen sich die Sachsen keine weiteren Ausrutscher erlauben. "Die Liga ist sehr ausgeglichen - richtig konstant spielt bisher nur Ingolstadt. Ihre Coolness war schon beeindruckend", sagte RB-Trainer Alexander Zorniger nach dem 0:1 gegen die Schanzer.

Die Gäste sicherten sich mit dem Sieg nicht nur die Herbstmeisterschaft, sondern haben mittlerweile auch neun Punkte Vorsprung auf die Sachsen. Vor allem in der ersten Halbzeit waren die Leipziger im Topspiel fast völlig überfordert. Erst in der zweiten Halbzeit spielten sie wie ein Spitzenteam. Von einem richtungweisenden Ergebnis wollten aber beide Vereine nichts wissen, zu sehr hatte RB den Spitzenreiter am Ende ins Wanken gebracht.

"Ich glaube, in der zweiten Halbzeit waren wir läuferisch einem Gegner unterlegen, der in dieser Kategorie eine eigene Liga ist", sagte der Ingolstädter Trainer Ralph Hasenhüttl: "Was da an Laufstärke noch kommt, ist unglaublich. Der Druck war bis zum Schluss da. Das war das intensivste Spiel in dieser Saison." Ähnlich sah es auch Siegtorschütze Pascal Groß: "Leipzig ist noch längst nicht abgeschüttelt. Sie sind noch dran."

Zumal die Sachsen auch die erneute schwere Verletzung von Boyd gut verkrafteten. Der US-Amerikaner zog sich einen Riss des vorderen Kreuzbands und einen Außenmeniskusanriss im rechten Knie zu. Dasselbe Knie, in dem er bereits in der Vorbereitung einen Kreuzbandanriss erlitt und den Start der Zweitligasaison verpasst hatte.

Trotz der Verletzung und des aktuellen Tabellenplatzes sieht Sportdirektor Ralf Rangnick derzeit keine Veranlassung für Neuzugänge im Winter. "Wir müssen jetzt gucken, dass wir es mit den Spielern hinbekommen, die wir haben", sagte der ehemalige Bundesligatrainer: "Wir können nicht jedes Mal gleich nach neuen Spielern rufen. Bei uns saßen zudem Spieler auf der Ersatzbank, die einige Zweitligisten gern nehmen würden."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Leipzig - Ingolstadt

(sid)