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Champions League: Positive Corona-Tests – Leipzig ohne Trainer Marsch und Torwart Gulacsi nach Brügge

Champions League : Positive Corona-Tests – Leipzig ohne Trainer Marsch und Torwart Gulacsi

Nach den Quarantäne-Ausfällen bei Bayern München und Corona-Tests beim BVB und dem VfL Wolfsburg, trifft es jetzt auch den vierten deutschen Champions-League-Teilnehmer: RB Leipzig muss beim wichtigen Spiel in Brügge auf Coach und Stammkeeper verzichten.

Corona-Schock kurz vor dem Abflug: Wenige Stunden vor der Abreise zum Europa-Endspiel beim FC Brügge haben die positiven Tests von Trainer Jesse Marsch und Kapitän Peter Gulacsi für helle Aufregung bei Fußball-Bundesligisten RB Leipzig gesorgt. Der Vizemeister muss in der Champions League am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) beim vorentscheidenden Spiel in Belgien auf Taktgeber Marsch und seinen Stammtorwart verzichten. Das teilte der Club nach dem Abschlusstraining mit.

Marsch befindet sich bereits in häuslicher Isolation, bei Gulacsi stand nach einem positiven Schnelltest die Bestätigung durch einen PCR-Test noch aus. „Beiden geht es den Umständen entsprechend gut, sie haben nur leichte Symptome“, sagte Co-Trainer Achim Beierlorzer, der Marsch in Brügge vertreten wird. Trotzdem werde es ständigen Kontakt zum Chefcoach geben, am Dienstag war er bereits in der Mannschaftssitzung per Video zugeschaltet.

Der Club betonte, dass im Lizenzspielerbereich alle Spieler und Betreuer entweder vollständig geimpft oder genesen sind. Zudem liegt bei Co-Trainer Marco Kurth ein positiver Corona-Test im familiären Umfeld vor, weshalb auch er auf die Reise nach Belgien verzichtet. Verzögerungen in der Reiseplanung gab es durch die positiven Tests nicht, RB reiste wie geplant am Dienstagabend nach Belgien.

Selbstredend ist die Unruhe angesichts der ohnehin angespannten Lage in Leipzig alles andere als förderlich. Schließlich muss der kriselnde Pokalfinalist in Brügge gewinnen, um nach dem bereits verspielten Achtelfinale der Königsklasse wenigstens die Chancen zu wahren, in die Europa League absteigen zu dürfen. „Wir haben ganz klar das Ziel, europäisch zu überwintern. Es wird in Brügge allerdings nicht einfach werden“, sagte Spielmacher Kevin Kampl.

Wie unangenehm der kleine Club unweit von Belgiens Nordseeküste zu bespielen ist, wissen die RB-Profis noch aus dem Hinspiel. Dort verschenkte man eine frühe Führung und verlor letztlich völlig verdient mit 1:2. Mittelfeldspieler Hans Vanaken und Sturmjuwel Charles de Ketelaere stellten die Leipziger Abwehr immer wieder vor immense Probleme. Immerhin profitiert Leipzig von der Abschaffung der Auswärtstorregel. Ein schlichtes 1:0 in Brügge würde aktuell reichen, um sich vor den Konkurrenten zu schieben, da man insgesamt eine bessere Tordifferenz aufweist.

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Letztlich wird man mit jedem Sieg zufrieden sein, zumal nach der katastrophalen Bundesligavorstellung bei der TSG 1899 Hoffenheim wieder Unruhe aufgekommen ist. Der überzeugende Sieg gegen Borussia Dortmund vor der Länderspielpause ist längst vergessen. Zyniker mögen nun sagen, dass man es nun immerhin nicht Marsch anlasten kann, wenn es auch in Brügge schief geht.

Abwehrboss Willi Orban ist überzeugt, dass man die Europa League erreichen wird - und träumt schon vom Finale. „Wir haben die Möglichkeit, bis ins Finale zu kommen und eventuell etwas Großes zu erreichen“, sagte der ungarische Nationalspieler der „Sport Bild“. Wenn man die Europa League als großen Wettbewerb annehme, könne man weit kommen. Es wäre nach dem DFB-Pokal die zweite Titelchance in dieser Saison.

So visionär wie der 29-Jährige geben sich momentan allerdings die wenigsten in Leipzig. Zu erschreckend war die jüngste Liga-Darbietung. Dabei hatte man nach den zuletzt soliden Spielen gehofft, dass die Mannschaft endlich verinnerlicht hat, was Trainer Marsch von ihr will. Doch jüngst herrschte eher Ratlosigkeit.

Dabei ist Marsch durchaus willig, neben seinen eigenen Vorstellungen auch Wünsche der Mannschaft umzusetzen. Nach langem Zögern stellte er in der Abwehr auf eine Dreierkette um. Auf Wunsch der Spieler hält er seine Ansprachen nun vermehrt auf Englisch. Zwar beherrscht der US-Amerikaner Deutsch sehr gut, doch in seiner Muttersprache kann Marsch die Spieler ganz offensichtlich deutlich besser packen. „Gerade in der Motivation kommt es noch authentischer und geiler rüber“, betonte Orban. Auf die Motivationskünste seines Cheftrainers muss Orban in Brügge nun allerdings verzichten.

(kron/dpa)