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Plakate und Social Media: Warum die Fan-Bettelei nach Trikots nur noch nervt

Plakate und Social Media : Warum die Fan-Bettelei nach Trikots nur noch nervt

Bunte Plakate und Fans, die einfach auf den Rasen laufen. Die Jagd nach Spielertrikots kennt inzwischen kaum noch Grenzen. Dem muss endlich Einhalt geboten werden.

Es gab einmal Zeiten, da sind Fußball-Fans mit Trikot, Schal und Fahne ihres Lieblingsvereins ins Stadion gepilgert. Mittlerweile hat sich ein weiteres Utensil etabliert, welches immer mehr Zuschauer dabei haben. Ein selbst gemaltes Pappschild, mit dem wahlweise Jonas Hofmann, Erling Haaland oder Joshua Kimmich um ein Trikot gebeten werden. Es funkelt in den verschiedensten Farben und hat nur einen Zweck: Aufmerksamkeit erzeugen, um ein Sammlerstück abzugreifen. Eine Unart, die inzwischen noch ganz andere Handlungen befeuert.

Was einmal angefangen hatte mit ein paar Kindern, die sich ein Erinnerungsstück ihrer Lieblingsspieler sichern wollten, ist inzwischen zu einer Art Volkssport geworden. Immer häufiger sind es erwachsene Menschen, die ebenfalls mit solchen Plakaten in den ersten Reihen der Tribünen auftauchen und teilweise mit Kindern um das begehrte Stück Stoff konkurrieren.

Die Spieler geben oftmals bereitwillig ihre Trikot an die Fans ab – befeuern dadurch aber das unsägliche Betteln mithilfe dieser Plakate. Viel schlimmer noch: Sie bestätigen die Fans, die wie selbstverständlich erwarten, dass ihnen ihre Wünsche auch erfüllt werden. Wenn nicht, verlagern sie sich sogar immer häufiger in die sozialen Netzwerke und drücken auf die Tränendrüse. Nach Spieltagen tauchen bei Twitter und Co. immer häufiger ähnliche Nachrichten auf: „Ich wollte am Wochenende das Trikot von XY haben. Habe es aber nicht bekommen. Kann man da was machen, Verein XY.“

Man mag das alles nicht so schlimm finden, doch dieses Schauspiel verärgert immer mehr Zuschauer. Schon Minuten vor Abpfiff setzen sich wahre Pilgerströme in die ersten Reihen der Tribünen in Bewegung, um ja die beste Position zu ergattern. Während auf den jeweiligen Sitzen Fans noch das Spiel verfolgen. Und noch schlimmer: Einzelne Fans sehen sogar nicht mal mehr ein Problem darin, einfach auf den Rasen zu laufen, und ihren Lieblingsspieler direkt zu fragen.

So geschehen etwa am Samstagnachmittag, als Borussia Dortmund gerade 3:1 gegen den 1. FSV Mainz 05 gewonnen hatte. Unbemerkt von allen Ordnern konnte sich ein BVB-Anhänger über das gesamte Spielfeld auf Erling Haaland zubewegen, dessen Trikot abgreifen, ein Selfie schießen und anschließend sogar noch an der Hand von Mats Hummels die Welle vor der Südtribüne machen. Erst dann bemerkten Ordner den Eindringling, führten ihn ab und nahmen ihm wohl das Trikot ab.

Dieser erklärte daraufhin diversen Medien detailliert sein Handeln und hatte sogar die Chuzpe, einen Aufruf an Haaland zu wagen, um noch ein weiteres Mal ein Trikot von ihm geschenkt zu bekommen. Seines war schließlich weg. Der Norweger willigte via Twitter auch noch ein. Ein Unding, womit er zumindest Gefahr läuft, dass solche Aktionen weitere Nachahmer finden.

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Früher warfen die Spieler ihre Trikots auch ungefragt in die Zuschauer und machten damit immer wieder Fans glücklich. Die Bettelei heutzutage hingegen ist nur noch nervig. Doch am schlimmsten ist die Selbstverständlichkeit, mit der die Fans diese Dinge auch noch einfordern. Dabei gilt auch 2021: Wer ein Trikot seines Lieblingsspielers haben will, muss es sich im Fanshop kaufen.