Nach Feuer im Fanblock: Nürnbergs Bader fordert Prävention

Nach Feuer im Fanblock: Nürnbergs Bader fordert Prävention

München (RPO). Bundesligist 1. FC Nürnberg arbeitet mit Hochdruck an der Aufklärung des schwerwiegenden Zwischenfalls im Gäste-Fanblock mit neun zum Teil scher verletzten Personen. Das Unglück hatte sich vor dem Spiel beim VfL Bochum (0:0) ereignet. "Wir werden alles daran setzen, die Täter zu ermitteln und zu bestrafen", sagte Sportdirektor Martin Bader.

Neben enger Zusammenarbeit mit der Polizei richtete der Verein eine E-Mail-Adresse ein, unter der Augenzeugen um Hilfe gebeten werden. Im Nürnberger Fanblock war am Samstag Magnesiumpulver entzündet worden, das Temperaturen von bis zu 3000 Grad entwickelt und schwer löschbar ist. Dabei hatten zwei Personen Verbrennungen dritten Grades an den unteren Extremitäten erlitten.

Den Nürnbergern droht durch das Verhalten einiger "pubertierender Schwachköpfe" (Bader) eine drastische Strafe, da der Club als Wiederholungstäter gilt: Im April 2008 hatten Club-Fans in Frankfurt mit dem Abfeuern von Böllern auf das Feld fast einen Spielabbruch erzwungen.

Bader bat den Deutschen Fußball-Bund dennoch um Milde. Statt "stumpfsinniger Geldstrafen" müsse präventiv an einer langfristigen Lösung des Problems gearbeitet werden. Feuerwerk im Fanblock dürfe nicht länger zum guten Ton gehören. "Wie gefährlich das ist, und warum es verboten ist, sollte endgültig jeder begriffen haben", erklärte Bader.

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Auch Pyrotechnik-Experte Oliver Zerrenner sprach sich gegenüber der Nürnberger Zeitung für vorbeugende Maßnahmen aus. Zwar konnten bis auf ein Verbrennungsopfer mittlerweile alle Verletzten wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden, Zerrenner warnte dennoch eindringlich vor einer Bagatellisierung der Leuchtfeuer. Beim Verbrennen bilde sich "eine heiße Schlacke, die mit Wasser nicht zu löschen ist", sagte er und empfahl eine restriktivere Verkaufspolitik.

Die Fackeln würden vom Gesetzgeber "derzeit als Feuerwerk der Klasse zwei eingestuft", sagte er, und fügte hinzu: "Sobald sie in Klasse vier stehen würden, wäre es Hochfeuerwerk und dürfte nur noch von Fachkräften gekauft werden."

Besondere Gefahr geht seiner Meinung nach auch von kleineren Geschäften aus, die zu Silvester Feuerwerk anböten, das sich Fans für spätere Stadionbesuche aufheben würden. "Pyrotechnik sollte nur von ausgebildeten Händlern verkauft werden", sagte er, "was da manchmal in den Läden liegt, ist eine Bombe."

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(SID/born)