Uefa-Nations-League DFB-Team: Joachim Löw nominiert Schalkes Mark Uth für Länderspiele gegen Niederlande und Frankreich

DFB-Kader : Schalkes Uth ist stolz, zum Nationalteam fahren zu dürfen

Bei der Kadernominierung für die kommenden beiden Länderspiele setzt Bundestrainer Joachim Löw erneut auf seine Stammkräfte. Ilkay Gündogan wird allerdings fehlen. Und eine Überraschung gab es dann doch.

Mark Uth wartet auch nach neun Pflichtspielen immer noch auf sein erstes Tor für Schalke 04, dennoch soll der 27-Jährige das Sturmproblem in der deutschen Nationalmannschaft lösen. Bundestrainer Joachim Löw nominierte den Schalker für den heißen Nations-League-Herbst mit den Schlüsselspielen in den Niederlanden und bei Weltmeister Frankreich erstmals.

"Wir haben Mark Uth schon länger beobachtet. Er ist dynamisch, schnell und strahlt immer eine gewisse Torgefahr aus. Nun wollen wir ihn gerne besser kennenlernen", sagte Löw, der in seinem 23er-Aufgebot auf Ilkay Gündogan (Oberschenkelprobleme) und Nils Petersen (Schulterprobleme) verzichten muss.

Uth könnte als 100. Spieler unter Löw sein Debüt in der Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) geben. "Ich freue mich sehr über meine Nominierung und bin unfassbar stolz", teilte Uth über Twitter und Instagram mit und stellte ein Bild von sich in jungen Jahren in einem DFB-Trikot dazu. Seine derzeitige Torflaute kann er vor der Anreise zur Nationalmannschaft am Dienstag nach Berlin nur noch am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Spiel bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf beenden.

Uths Nominierung trotz derzeitiger Formschwäche verdeutlicht Löws Offensivproblem. Mario Gomez trat nach dem Vorrunden-Aus in Russland zurück, Petersen ist verletzt, Timo Werner wurde in der Nationalmannschaft zuletzt auf der linken Seite eingesetzt und Marco Reus sieht sich selber nicht in vorderster Front. "Ich bin kein Mittelstürmer, das hat man gesehen", sagte Reus, der bei Borussia Dortmund auf der Zehner-Position glänzt.

Im Gegensatz zum Neustart nach dem WM-Desaster holt Löw Torhüter Kevin Trapp, Sebastian Rudy und Jonas Hector in seinen Kader für die Begegnungen in Amsterdam (13. Oktober) und drei Tage später in St. Denis zurück. Thilo Kehrer, Nico Schulz und Kai Havertz, die zuletzt im Länderspiel gegen Peru (2:1) debütierten, sind erneut dabei. Dafür verzichtet der Bundestrainer auf Innenverteidiger Jonathan Tah.

"Vor uns liegen zwei wichtige Spiele, die wir sehr ernst nehmen. Die Ergebnisse werden richtungweisend für das Abschneiden in unserer Nations-League-Gruppe sein. Sowohl gegen die Niederlande als auch gegen Weltmeister Frankreich geht es zudem immer auch um viel Prestige", sagte Löw. Matthias Ginter betonte: "Wir wollen den nächsten Schritt machen."

Nach dem 0:0 gegen Frankreich zum Auftakt der Nationenliga im September in München benötigt der Weltmeister von 2014 mindestens einen Sieg, um nicht in Abstiegsgefahr zu geraten. Nur der Sieger der Dreiergruppe qualifiziert sich für das Finalturnier im Juni 2019, der Drittplatzierte steigt in Liga B ab.

Nach ihrem Treffpunkt am Dienstagmittag trainiert die DFB-Auswahl im Amateurstadion von Hertha BSC öffentlich und will - wie nach dem WM-Debakel angekündigt - Fannähe zeigen. Die Hälfte der rund 5000 kostenfreien Tickets wurde über den Berliner Fußball-Verband verteilt, der Rest war über den DFB erhältlich. Den Neuling Uth werden die Fans besonders unter die Lupe nehmen.


Das Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft:

Tor: Manuel Neuer (Bayern München), Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona), Kevin Trapp (Eintracht Frankfurt)

Abwehr: Jerome Boateng (Bayern München), Matthias Ginter (Borussia Mönchengladbach), Jonas Hector (1. FC Köln), Mats Hummels (Bayern München), Thilo Kehrer (Paris St. Germain), Antonio Rüdiger (FC Chelsea), Nico Schulz (TSG Hoffenheim), Niklas Süle (Bayern München)

Mittelfeld/Angriff: Julian Brandt (Bayer Leverkusen), Julian Draxler (Paris St. Germain), Joshua Kimmich (Bayern München), Leon Goretzka (Bayern München), Kai Havertz (Bayer Leverkusen), Leroy Sane (Manchester City), Mark Uth (Schalke 04), Marco Reus (Borussia Dortmund), Sebastian Rudy (Schalke 04), Toni Kroos (Real Madrid), Thomas Müller (Bayern München), Timo Werner (RB Leipzig).

(rent/sid)