Klinsmann: "Thomas Linke ist ein echter Kerl"

Klinsmann: "Thomas Linke ist ein echter Kerl"

Wien (rpo). Überraschung zur frühen Morgenstunde! Um 8 Uhr klingelte im Hause Linke am Montag das Telefon, und als ihm Gattin Antje "Klinsmann" zuflüsterte und den Hörer überreichte, da ahnte Thomas Linke, der Innenverteidiger von Bayern München, was der neue Bundestrainer zu so früher Stunde fragen wollte.

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p class="text"><P>Wien (rpo). Überraschung zur frühen Morgenstunde! Um 8 Uhr klingelte im Hause Linke am Montag das Telefon, und als ihm Gattin Antje "Klinsmann" zuflüsterte und den Hörer überreichte, da ahnte Thomas Linke, der Innenverteidiger von Bayern München, was der neue Bundestrainer zu so früher Stunde fragen wollte.

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p class="text">"Ich wusste schon, was auf mich zukommt." Doch überraschend war es allemal: Knapp zwei Jahre nach seinem letzten Länderspiel wurde der "Leisetreter" für Klinsmanns Debüt in Wien gegen Österreich am Mittwoch (20.45 Uhr/LIVE bei uns im Ticker) nachnominiert.

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p class="text">"Jürgen Klinsmann hat mich angerufen und gebeten, nach den Ausfällen von Jens Nowotny und Arne Friedrich nochmal auszuhelfen", berichtete Linke - aber eines stellte er gleich unmissverständlich klar: "Mein Entschluss steht fest: Ich werde nur für dieses eine Spiel zurückkehren. Wenn einer ausfällt, helfe ich gerne, zumal so viele junge Leute in der Verteidigung sind." Eine Perspektive sieht er für sich nicht: "Ich hätte gerne die WM im eigenen Land gespielt, aber die kommt für mich zu spät. Da wäre ich fast 37 Jahre alt."

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p class="text">Klinsmann selbst wollte die endgültige Absage des 42-maligen Nationalspielers noch nicht unterschreiben. "Vielleicht überlegt er sich das ja nochmal. Für mich zählt ohnehin nur die Leistung und nicht, ob ein Spieler 18 oder 40 ist", meinte der 40-Jährige. Für ihn sei "Linke ein Kerl, der Erfahrung in die Truppe bringt". Mit seiner ruhigen und gewissenhaften Art soll er der zuletzt wackeligen Defensive in Wien Stabilität verleihen und auch die jungen Kräfte wie Frank Fahrenhorst, Philipp Lahm und Andreas Hinkel "führen".

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p class="text">Kurioser Karrieresprung

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p class="text">Der nochmalige Karrieresprung des Vizeweltmeister von 2002 ist freilich kurios. Beim FC Bayern ist "Oldie" Linke derzeit gesetzt: Nach einer starken und verletzungsfreien Vorbereitung schenkte ihm der neue Trainer Felix Magath das Vertrauen. Dabei hatten ihn die Münchner trotz eines bis 2005 laufenden Vertrages sogar verkaufen wollen.

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p class="text">Im der Nationalmannschaft war Linke zuletzt am 7. September 2002 beim EM-Qualifikationsspiel in Litauen (2:0) unter Ex-Teamchef Rudi Völler zum Einsatz gekommen. Schon damals eine Ausnahme. Nach der WM in Südkorea und Japan 2002 hatte der stets unspektakuläre Profi erklärt, er wolle als "Stand-by-Nationalspieler" nur noch "im allerhöchsten Notfall" einspringen. "Daran hat sich nichts geändert, auch wenn Jürgen gesagt hat, dass die Tür für mich weiter offen steht", berichtete Linke von dem Gespräch mit Klinsmann.

Der Bundestrainer sieht in Linke aber offensichtlich einen Siegertyp, den er gerne auch in Zukunft in seinem Kader sehen würde. Schließlich gewann das "Stehaufmännchen" der Bundesliga seit seinem Wechsel zu den Münchnern 1998 neben Meisterschaft und DFB-Pokal die Champions League und den Weltpokal, mit Schalke 04 zudem 1997 den Uefa-Pokal. Dass "Klinsi" ihn für das "Projekt 2006" noch einmal umstimmen könnte, schloss Linke, der seine Karriere voraussichtlich am Saisonende beenden wird, aber "grundsätzlich" aus.

(sid)
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