Angeblicher Rücktritt: Spekulationen um Lionel Messi

Angeblicher Rücktritt : Spekulationen um Lionel Messi

Sieben Wochen nach dem WM-Finale bereitet sich Argentinien auf das Wiedersehen mit der DFB-Auswahl vor. Doch von Rache oder Revanche wollen die Vizeweltmeister nichts wissen.

Den Schock des späten Siegtores von Mario Götze im WM-Finale hat das fußballverrückte Argentinien noch längst nicht verdaut. 52 Tage später treffen sich die Finalisten in Düsseldorf wieder. Doch eine Revanche in einem Freundschafts-Länderspiel? Das lässt sich nicht vereinbaren mit dem Stolz der Gauchos. Somit sorgten vor dem Duell der Albiceleste am Mittwoch (20.45 Uhr/im Live-Ticker) allenfalls Meldungen vom angeblichen Rücktritt von Lionel Messi aus dem Nationalteam für Aufruhr.

Genährt wurden die Gerüchte durch die Absage des Superstars für das Länderspiel in Düsseldorf. Die Begründung, "Überlastung im rechten Adduktorenmuskel", schien nicht nur den Fans in der Heimat vorgeschoben. Einige Medien hatten sogar erste klare Anzeichen eines Abschieds nach der wohl schmerzhaftesten Niederlage seiner Karriere am 13. Juli in Rio de Janeiro (0:1) verkündet.

Messis Vater Jorge war in den vergangenen Tagen gefragtester Interviewpartner. "Es gibt keinen Gedanken daran, dass Leo nicht mehr spielen will. Er hat immer gern das Trikot von Argentinien getragen. Das ist eine Erfindung der Presse", dementierte Jorge Horacio Messi in der in Buenos Aires erscheinenden Tageszeitung Clarin. In der spanischen Sportgazette Marca wurde indes behauptet, Messi werde der Nationalmannschaft nur noch bei Pflichtspielen zur Verfügung stehen.

"Es gibt keinen Hinweis darauf, anders zu denken. Alles, was wir bisher wissen, ist, dass Barcelona sagt, er habe eine Verletzung", meinte Luis Segura, Interimspräsident des nationalen Fußball-Verbandes AFA. Allerdings, schränkte er ein, wisse auch er nicht, ob Absagen wie die von Messi, Rodrigo Palacio, Ezequiel Garay und Maxi Rodriguez einmalig bleiben werden. Ein Problem, dem sich auch der neue Nationalcoach Gerardo Martino stellen muss.

Der einstige Barca-Coach und Nachfolger von Alejandro Sabella stellte nüchtern fest: "Es gibt Situationen, in denen der Klub Priorität hat, und andere, in denen die Nationalelf im Vordergrund steht." Es sei klar, dass die Interessen des Verbandes und Barcelona, im Tagesgeschäft oftmals kollidieren werden, so AFA-Boss Segura. Die Katalanen seien ohnehin der Meinung, Messi hätte schon früher seine Intensität verringern sollen.

Verständnis für das Fehlen des Kapitäns zeigte Angel Di Maria, der nach seinem Wechsel von Real Madrid zum englischen Rekordmeister Manchester United für die Ablöse von 75 Millionen Euro am vergangenen Wochenende seine Premiere in der Premier League feierte. "Die Saison ist sehr lang und manchmal ist es das Beste, diese Länderspiele zu meiden. Gerade zu Beginn einer Saison mit den vielen Spielen gibt es immer Beschwerden", meinte Di Maria in einem Interview mit ESPN Argentina.

Dennoch würden viele Spieler nach Düsseldorf reisen, die auch in Brasilien dabei gewesen seien, so Di Maria. "Aber es wird keine Rache für Rio geben. Sie sind die Weltmeister, wir sind ihre Gäste. Dennoch werden wir unser Bestes geben und versuchen, ihre Euphorie zu stoppen."

Martino hat nun die Gelegenheit den Ernstfall mit Blick auf die Copa America und Qualifikationsrunde für die WM 2018 ohne Messi zu testen. Deshalb blickt Martino nur noch nach vorn: "Alles zurück auf null, die WM in Brasilien ist Vergangenheit."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Lionel Messi trauert nach der Pleite im WM-Finale

(sid)
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