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So erklärt Kuntz-Nachfolger Di Salvo seinen Plan für die U21

Gerland als Trumpf : So erklärt Kuntz-Nachfolger Di Salvo seinen Plan für die U21

Anders - und trotzdem ähnlich: Antonio Di Salvo will bei der U21 den Weg von Stefan Kuntz weitergehen, unterstützt von Urgestein Hermann Gerland.

Antonio Di Salvo gab sich gar nicht erst die Mühe, sich von seinem prominenten Vorgänger abzuheben. Mit seinem früheren Chef Stefan Kuntz, sagte der neue U21-Trainer, sei es oft so gewesen: "Wir haben uns in die Augen geschaut - und das gleiche gedacht."

Und so überraschte es nicht, dass Di Salvo bei seiner Vorstellung als Erbe des zweimaligen Europameister-Trainers am Freitag das Ziel ausgab: "Ich werde alles so fortführen." Antonio Di Salvo mag optisch an Pep Guardiola erinnern - stilistisch sieht er sich als Kuntz 2.0.

Sicher, er habe "eine andere Art" als der in die Türkei angewanderte Kuntz, gab der 42-Jährige zu, "eine andere Wortwahl, einen anderen Humor". Aber sonst? "Das große Ganze wird sicherlich so sein wie vorher, auch weil ich Stefan sehr ähnlich bin in Sachen Mannschaftsführung und Spielidee."

Neue Impulse soll ein anderer Mann einbringen: Trainer-Dino Hermann Gerland, den Di Salvo seinem einstigen Mentor Hansi Flick abspenstig machte. Der 67-Jährige war erst im August als Scout zum Team um den neuen Bundestrainer gestoßen; künftig soll er exklusiv Di Salvo zuarbeiten und nur noch Bindeglied zum A-Team sein.

Gerland habe für die U21 einen "Riesenmehrwert", schwärmte Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter Nationalmannschaften, der aus dem Griechenland-Urlaub zugeschaltet war: "Er ist ein Urgestein des deutschen Fußballs. Wir wären bescheuert gewesen, wenn wir ihn nicht gefragt hätten."

Der langjährige Münchner Nachwuchscoach habe "ein super Auge" und sei überdies ein "sehr loyaler und toller Mensch". Di Salvo kennt Gerland noch aus seiner Anfangszeit als Profi beim FC Bayern vor 20 Jahren. Der Kontakt sei "nie gerissen", sagte er: Gerland und die U21, "das passt perfekt".

Gemeinsam legen sie sofort los: Am 1. Oktober wird Di Salvo erstmals in neuer Rolle den Kader nominieren. Am 7. Oktober (18.15 Uhr) feiert er in seiner Geburtsstadt Paderborn gegen Israel in der EM-Qualifikation sein Debüt. "Das ist etwas ganz Besonderes", sagte Di Salvo, dessen Eltern und Schwester noch an der Pader leben.

Für Chatzialexiou ist Di Salvo, der seit 2013 beim DFB ist und bis 2023 unterschrieb, die "1a-Lösung, das Gesamtpaket hat uns vollkommen überzeugt". Außerdem sei es den Verantwortlichen sehr wichtig gewesen, "den Geist, den wir hatten, weiterleben zu lassen". Auch Flick, der Di Salvo als Sportdirektor 2016 zur U21 beordert hatte, schätze dessen Arbeit "sehr".

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Das galt auch für Kuntz, der Di Salvo und seine anderen Helfer am liebsten mit in die Türkei genommen hätte, wie Chatzialexiou verriet: "Wenn er sie nicht gefragt hätte, wäre er ja blöd." Doch Di Salvo sieht in seinem Aufstieg "den logischen Schritt" und betonte: "Ich bin bereit, diesen Schritt zu gehen." Den Weg kennt er ja gut.

(dör/SID)