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Sane und Gündogan beleidigt: Männer stellen sich nach Rassismus-Vorwürfen der Polizei

Nationalspieler beleidigt : Männer stellen sich nach Rassismus-Vorwürfen der Polizei

Drei Männer sollen beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft Nationalspieler verunglimpft haben. Die mutmaßlichen Täter sind nun bei der Polizei vorstellig geworden.

Wie die Wolfsburger Polizei berichtet, wurden am Freitagmittag drei Männer im Alter zwischen 30 und 40 Jahren bei der Behörde vorstellig und äußerten sich zu den Vorwürfen. Die Polizei kündigte weitere Ermittlungen in der Sache an und will den Vorgang in der kommenden Woche der zuständigen Staatsanwaltschaft in Braunschweig übergeben.

Die Vorwürfe öffentlich gemacht hatte der Journalist André Voigt, der in den kommenden Tagen als Zeuge in dem Fall aussagen soll. Der Chef-Redakteur des Basketball-Magazins Five hatte in der Nacht nach dem Länderspiel eine emotionale Video-Botschaft in den sozialen Medien geteilt, in der er das schilderte, was er im Stadion erlebte. „Heil Hitler“ sollen Zuschauer gerufen haben, Leroy Sane soll mit dem Wort „Neger“ beschimpft worden sein. Voigt war privat mit seiner Familie in der Wolfsburger Arena gewesen, um sich das Spiel zwischen Deutschland und Serbien anzusehen.

Die Ermittlungen seien wegen des Verdachts der Volksverhetzung eingeleitet worden, nachdem es mehrere Hinweise unter anderem vom Deutschen Fußball-Bund gegeben habe, sagte Polizeisprecher Thomas Figge zu dem Vorgang. Sollten sich die Vorwürfe gegen die Männer bestätigen, könnten sogar Haftstrafen drohen.

Voigt bekam in den sozialen Medien viel Zuspruch dafür, dass er einschritt und den Vorfall öffentlich machte. Von einigen Nutzern wurde er aber derart angefeindet, dass er die Kommentarfunktion unter seinen Beiträgen sperrte. Unter anderem richteten sich die Anfeindungen gegen seine zweijährige Tochter.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) verurteilte die mutmaßlichen Beleidigungen in einer ersten Reaktion „aufs Schärfte“. „Der DFB spricht sich klar gegen jegliche Form von Rassismus, Diskriminierung und Gewalt aus“, hieß es in einer Mitteilung. Die Nationalspieler Marco Reus und Leon Goretzka äußerten sich entsprechend bei der Pressekonferenz am Freitag. Goretzka rief dazu auf, Courage zu zeigen.

(sef)