Nummer eins im DFB-Tor: Für Jens Lehmann ist Manuel Neuer klar besser

Diskussion um Nummer eins im DFB-Tor : Lehmann sieht ter Stegen nicht auf Augenhöhe mit Neuer

Manuel Neuer oder Marc-André ter Stegen: Die Debatte um die Nummer eins im deutschen Tor nimmt kein Ende. Nun haben sich auch zwei ehemalige Nationalkeeper und Bundestorwarttrainer Andreas Köpke in die Diskussion eingeschaltet.

In der Debatte um die Nummer eins im deutschen Tor zwischen Manuel Neuer (33) und Marc-André ter Stegen (27) hat Bundestorwarttrainer Andreas Köpke Verständnis für den Schlussmann des FC Barcelona geäußert. „Ich kann die Unzufriedenheit von Marc-André verstehen“, sagte der 57 Jahre alte Europameister von 1996 der Tageszeitung „Die Welt“. „Aber es ist nun einmal eine Position, auf der wir stark besetzt sind und man leider nicht jedem Torhüter gerecht werden kann.“ Auch der ehemalige Nationaltorwart Jens Lehmann sieht Neuer vor seinem Konkurrenten. „Wenn beide einhundert Prozent spielen, dann ist Neuer besser. Er hat halt alles und ist komplett“, sagte der 49-Jährige bei Sky90.

Der ehemalige England-Legionär vom FC Arsenal gefällt Neuers „leicht arrogante“ Art: „Er bestätigt das auch auf dem Platz und hat daher alle Argumente weiterzuspielen.“

Ter Stegen hatte sich zuletzt in Spanien über seine Reservistenrolle in den EM-Qualifikationsspielen gegen die Niederlande (2:4) und in Nordirland (2:0) beklagt. Neuer hatte daraufhin nach dem Bundesliga-Spitzenspiel seines FC Bayern am Samstag bei RB Leipzig (1:1) mehr Teamgeist von ter Stegen angemahnt und zu verstehen gegeben, dass er sich weiter als die Nummer eins in der Auswahl von Bundestrainer Joachim Löw sieht.

Lehmann hat jedoch kein Problem mit den offensiven Äußerungen von ter Stegen. „Ich finde eigentlich ganz gut, dass er das gesagt hat“, betonte der Ex-Bundesliga-Profi, „ich finde es prinzipiell gut, wenn Spieler Ansprüche äußern, spielen zu wollen.“ Auch Köpke betonte, dass er „kein Problem“ mit den jüngsten Aussagen der beiden habe, weil „da nichts unter die Gürtellinie gegangen ist“.

Illgner fordert Machtwort von Löw

Der ehemalige Nationaltorhüter Bodo Illgner sieht nun vor allem Bundestrainer Joachim Löw in der Pflicht. „Beide Torhüter haben mit Sicherheit ihren Anspruch auf die Nationalmannschaft“, sagte der Weltmeister von 1990 der Tageszeitung „Die Welt“. „Nun sind die Trainer gefordert, ein Gleichgewicht zu finden.“

Für eine erfolgreiche Mannschaftsleistung sei „eine gute Atmosphäre notwendig“, sagte Illgner. „Wenn das nicht klappt und es nicht zu einer Einigung kommt – und das kann man nur beurteilen, wenn man die beiden im Umgang miteinander sieht und weiter beobachtet, wie sich das auch außerhalb verhält mit diesen Pressedeklarationen –, ist es, glaube ich, besser, wenn man auf einen der beiden verzichtet“, meinte der 52-Jährige.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Marc-André ter Stegen

(dpa/sid/old)
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