Nationalmannschaft Marco Reus vom BVB meldet Führungsansprüche im DFB-Team an

BVB-Kapitän meldet Führungsansprüche an : Reus will im DFB-Team vorangehen

Die Enttäuschung über die verpasste Meisterschaft ist bei Marco Reus immer noch groß. In der Nationalmannschaft will der Dortmunder in die Rolle eines Führungsspielers schlüpfen.

Ein Andenken mit Marco Reus stand bei den Fans besonders hoch im Kurs. Immer wieder riefen die Anhänger nach dem öffentlichen Training der Nationalmannschaft in Aachen seinen Namen, um für ein Selfie mit dem Kapitän von Borussia Dortmund zu posieren. Die gesteigerte Aufmerksamkeit für seine Person störte Reus nicht - ganz im Gegenteil: Der älteste Feldspieler im Aufgebot für die anstehenden EM-Qualifikationsspiele meldete Führungsansprüche an.

"Wenn du hier einer der Ältesten bist, im Klub der Spielführer bist, dann musst du auch in der Nationalelf vorangehen und die Jungen mitziehen", sagte der 30-Jährige im „kicker“. Der gereifte Reus will für die jüngeren Spieler nach der Ausbootung der Ex-Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels, Sami Khedira und Jerome Boateng "da sein, auch wenn es mal nicht so läuft".

Dabei lief es für Reus beim DFB auch nicht immer nach Wunsch. Aufgrund zahlreicher Verletzungen hat er erst 39 Länderspiele (zehn Tore) bestritten. "Das hätten deutlich mehr sein müssen", sagte er - und das soll sich ändern.

Trotz der großen Konkurrenz durch Leroy Sane, Serge Gnabry, Timo Werner, Julian Brandt und Julian Draxler für die drei Plätze im Angriff sieht sich Reus in den Spielen am Samstag in Weißrussland und drei Tage später in Mainz gegen Estland (beide 20.45 Uhr/RTL) in der Startformation. Es sei nicht sein Anspruch, von der Bank zu kommen: "Ich bin in einem Alter, in dem ich der Mannschaft sowohl spielerisch als auch in Bezug auf meine Erfahrung helfen kann."

Marcus Sorg stellte nach dem Fan-Fest auf dem Tivoli, bei dem Doppeltorschütze Reus mit seinem sehenswerten Heber über Manuel Neuer einen Glanzpunkt setzte, schon einmal einen Einsatz in Borissow in Aussicht. "Marco ist ein Spieler, wo man den Unterschied sieht, wenn er gesund und spielfreudig ist mit seiner Leichtigkeit. Als Trainer macht es immer Spaß, da zuzuschauen", sagte der Assistenzcoach, der Bundestrainer Joachim Löw (Arterien-Quetschung) als Chef vertritt.

Richtig viel Spaß hatte Reus selber zuletzt nicht. Der Traum von seiner ersten Meisterschaft platzte für den Dortmunder Jung, obwohl er lange Zeit eine bärenstarke Saison spielte und von seinen Profikollegen zum besten Spieler gewählt wurde. "Man braucht Zeit für sich, um das zu verarbeiten", sagte er.

Immerhin findet Reus nun Ablenkung im DFB-Team, auch wenn er die Spieltermine nach der Saison kritisierte: "Das ist für den Kopf und den Körper sehr schwierig. Es ist nicht einfach, nach zwei Wochen wieder auf sein Leistungsniveau zu kommen." Im Training macht der Familienvater aber einen frischen Eindruck, der interne Konkurrenzkampf beflügelt. "Wir waren nicht immer in so einer Situation. Die Besten spielen. Jeder muss Gas geben und sich zeigen", sagte Reus.

Gas geben will er in der Nationalmannschaft und im Verein. Mit den Schwarz-Gelben reichte es bisher nur zum Pokalsieg 2017. Seine Gier sei seit dem ersten Tag beim BVB extrem ausgeprägt, betonte Reus. Und: "Je näher das Ende der eigenen Karriere rückt, desto intensiver liegt das Augenmerk darauf. In den nächsten zwei, drei Jahren muss es jetzt dann auch mal klappen." So klingt ein Führungsspieler.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Marco Reus

(sid/old)
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