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Nachfolger von Joachim Löw: DFB-Direktor Oliver Bierhoff hat "keine Eile" bei Suche nach Bundestrainer

DFB-Direktor Oliver Bierhoff : „Keine Eile“ bei Suche nach Löw-Nachfolger – interne Lösung denkbar

Die Suche nach dem Nachfolger von Bundestrainer Joachim Löw beschäftigt Oliver Bierhoff auch rund um die ersten Länderspiele der deutschen Nationalmannschaft im EM-Jahr. Der DFB-Direktor will sich allerdings Zeit mit der Entscheidung lassen. Für ihn käme auch eine interne Lösung infrage.

Oliver Bierhoff zierte sich - und rückte plötzlich doch noch raus mit der Sprache. "Ich habe wirklich keine Eile", sagte der DFB-Direktor über die Suche nach einem Erben für Bundestrainer Joachim Löw, "weil wir DFB-intern eine gute Lösung haben." Ein Nachfolger aus dem eigenen Stall? Das, betonte Bierhoff, sei doch "immer" das Ziel des Verbandes.

Es war ein kleiner Paukenschlag am Rande des Treffens der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Düsseldorf zum Start der WM-Qualifikation, der plötzlich Stefan Kuntz in die Pole Position schob. Der U21-Coach, der am Mittwoch mit seiner Auswahl in die EM startet, könnte diese interne Lösung sein, möglicherweise mit Löws aktuellem Assistenten Marcus Sorg.

Es mache ihn "stolz", dass er "für einen der wichtigsten Trainer-Posten in Deutschland gehandelt werde", sagte Kuntz der Bild-Zeitung. Und: "Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass mir das alles egal ist." Jetzt wolle er sich aber erst einmal auf das Turnier mit seinen Jungs konzentrieren.

Und danach? Die Beförderung eines eigenen Mannes zum Chef hat beim Deutschen Fußball-Bund gute Tradition: Das war unter anderem bei den späteren Weltmeister-Trainern Sepp Herberger und Helmut Schön, Europameister-Coach Berti Vogts oder auch bei Löw der Fall. "Dass wir seine Arbeit positiv bewerten, haben wir dadurch schon gezeigt, dass wir seinen Vertrag verlängert haben. Die Wertschätzung für ihn im Verband ist sehr hoch", sagte Bierhoff über Kuntz. Auch Sorg steht bei ihm hoch im Kurs.

"Wir schauen uns den Markt weiter in Ruhe an und gucken, was passiert - und entscheiden dann, wenn die Notwendigkeit wirklich da ist", betonte Bierhoff. Das ist erst mit Löws Abschied nach der EM im Sommer der Fall. Danach geht es im September in der WM-Quali weiter - mit dem neuen Bundestrainer.

Bis dahin könnte ein prominenterer Coach wie die vertraglich gebundenen Jürgen Klopp (FC Liverpool/2024) oder Hansi Flick (Bayern München/2023) unter Umständen doch noch frei werden. Auch die Option Ralf Rangnick (vereinslos) könnte Bierhoff dann genau geprüft haben.

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Die interne Variante lasse ihn dabei "ein bisschen ruhiger sein", meinte er. Es sei "natürlich auch unser Ziel, gute Trainer aufzubauen", ergänzte Bierhoff. Das gelte für die Bundesliga oder die Nationalmannschaft. Noch in dieser Woche will er in Düsseldorf weitere Gespräche zur Sache mit der DFB-Delegation um Präsident Fritz Keller führen. "Zeit ohne Ende haben wir nicht, aber wir haben keinen Zeitdruck", sagte Bierhoff.

(ala/SID)