Mesut Özil dankt Jerome Boateng für Unterstützung

Nach Rücktritt aus der Nationalelf : Mesut Özil dankt Boateng für Unterstützung

Ex-Weltmeister Mesut Özil hat sich bei seinem ehemaligen Nationalmannschaftskollegen Jérôme Boateng für dessen Unterstützung nach seinem Rücktritt aus dem DFB-Team bedankt.

„Danke Bro für deine Worte. Du warst beim DFB immer ein Mitspieler, der auch in schwierigen Momenten da war“, schrieb Özil am Freitag in seiner Instagram-Story.

Der 29-jährige Özil vom englischen Premier-League-Klub FC Arsenal war nach dem WM-Aus in Russland aus der deutschen Auswahl zurückgetreten und fühlte sich vom Deutschen Fußball-Bund in der Affäre um seine Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan alleingelassen. DFB-Chef Reinhard Grindel räumte später Fehler im Umgang mit dem Mittelfeldspieler ein, viele Mitspieler äußerten sich nicht zu den Vorgängen.

Boateng hatte am Mittwoch in einem Interview der „Süddeutschen Zeitung“ das Schweigen vieler Nationalmannschaftskollegen zum Rücktritt Özils kritisiert. „Wo waren die Mitspieler, die sich bei Mesut bedankt haben? Anscheinend haben viele sich nicht zu äußern getraut, weil sie gedacht haben, dass das bei den deutschen Fans nicht so gut ankommt“, sagte Boateng.

Grünen-Chefin Baerbock kritisiert DFB-Führung

Die Grünen-Parteichefin Annalena Baerbock hat derweil die Führung des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) um Präsident Reinhard Grindel im Umgang mit der Özil-Affäre kritisiert. "Bei der Debatte rund um Mesut Özil hat sich gezeigt, dass all das, was der DFB in der Vergangenheit bei der Integration Positives geleistet hat, infrage gestellt wurde. Weil von Offiziellen suggeriert wurde: Wir messen hier mit zweierlei Maß", sagte Baerbock im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung.

Baerbock sagte weiter: "Wenn Herr Matthäus sich aber mit einem Herrn Putin trifft - was nicht besser ist -, bleibt der Aufschrei aus." Das sei zwar in vielen Medien kritisiert worden, "aber nicht vom DFB. Und Lothar Matthäus ist immerhin dessen Ehrenspielführer".

Außerdem würden sich Profifußballer nicht in einem unpolitischen Raum bewegen. "Die Debatte, die nach Özil eingesetzt hat, können wir nicht so einfach wegwischen. Wenn Leute wie er das Gefühl haben, dass sie nur als deutsche Nationalspieler wahrgenommen werden, wenn sie gewinnen, und bei Niederlagen plötzlich nicht mehr, dann ist das ein Problem, dem müssen wir uns stellen", sagte Baerbock.

(pabie/dpa)