Kane mit spätem Ausgleich 1:1 gegen England – Hofmanns Tor reicht Deutschland nicht zum Sieg

München · Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat gegen England einen späten Ausgleich hinnehmen müssen. Das Tor von Borussia Mönchengladbachs Jonas Hofmann reichte nicht.

Nations League 22/23, Deutschland – England: die Bilder des Spiels
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Deutschland – England: die Bilder des Spiels

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Foto: dpa/Christian Charisius

ansi Flick schüttelte nach der nächsten kalten Dusche enttäuscht den Kopf. Der Bundestrainer war so nah dran an seinem ersten Sieg gegen eine Fußball-Großmacht, doch trotz starker Leistung wurde es wieder nichts. Ein später Foulelfmeter brachte die deutsche Nationalmannschaft beim 1:1 (0:0) gegen England noch um den ersehnten Erfolg gegen einen Hochkaräter.

„Es ist bitter, diesen Ausgleich noch zu kassieren, extrem blöd“, sagte Jonas Hofmann, der die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Führung gebracht hatte (51.), im ZDF: „Aber wir haben gute Chancen herausgespielt, waren aktiv - das war ein ordentliches Spiel.“

Flick war schon in der Kabine verschwunden, als sich seine Spieler noch den Applaus der Zuschauer in München für ein mitreißendes Spiel abholten. Knapp sechs Monate vor der WM in Katar fehlte erneut die Durchschlagskraft in der Offensive - wie schon beim 1:1 in Italien. Nur der Gladbacher Hofmann traf vor 66.289 Zuschauern nach klugem Pass von Joshua Kimmich, und so konnte Harry Kane noch den Ausgleich erzielen (88.) - es war der 50. Länderspieltreffer des Kapitäns. Nico Schlotterbeck hatte Kane zuvor zu Fall gebracht, der Videobeweis brachte die Entscheidung.

Deshalb gelang die Revanche für das 0:2 im EM-Achtelfinale im vergangenen Jahr in London nicht. Flick blieb aber auch in seinem elften Spiel als Chef ungeschlagen. Nächster Gegner ist am Samstag (20.45 Uhr/RTL) in Budapest Ungarn.

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Flick hatte kräftig rotiert und seine Startelf gleich auf sieben Positionen verändert. Lukas Klostermann, Schlotterbeck und David Raum rückten in die Viererkette. Ilkay Gündogan ersetzte Leon Goretzka auf der Doppelsechs neben Kimmich. Jamal Musiala und Hofmann besetzten die offensiven Außenbahnen, Kai Havertz versuchte sich wie häufig beim FC Chelsea in der Sturmspitze. Leroy Sane und Timo Werner erhielten eine schöpferische Pause. Unverändert blieb nur die zentrale Achse mit Neuer, Antonio Rüdiger, Kimmich und Thomas Müller.

In der Herren-Version der EM-Trikots der deutschen Fußballerinnen setzten Flicks Spieler vor dem Anstoß ein Zeichen gegen Rassismus: Wie bei der EM knieten sie gemeinsam mit den Engländern auf dem Rasen. Die ausverkaufte Allianz Arena erstrahlte in Regenbogenfarben.

Die Engländer, die zum Auftakt überraschend 0:1 in Ungarn verloren hatten, gerieten schnell unter Druck: Schon nach 60 Sekunden prüfte Havertz Torhüter Jordan Pickford zum ersten Mal, nach der anschließenden Ecke von Kimmich verlängerte Rüdiger, doch Kyle Walker rettete in höchster Not vor Müller.

Doch der EM-Zweite startete ähnlich aggressiv, lief früh an und setzte die deutsche Abwehr im Spielaufbau unter Druck. Der erste Torjubel war verfrüht: Hofmanns Treffer nach einem langen Pass von Schlotterbeck wurde wegen Abseits zurückgenommen - der Videobeweis bestätigte die Entscheidung (23.). Auf der anderen Seite hatte Neuer Glück, als ihm der Ball durch die Hände glitt, Kane aber über das Tor schoss (27.). Dann rettete der Bayern-Keeper stark bei einem Schuss von Bukayo Saka (45.+1).

Intensität, Tempo, Einsatzbereitschaft: Flick sah all das, was er von seiner Elf gefordert hatte. Auch der Funke zum Publikum sprang über. Was fehlte, war die Effizienz in der Offensive. Das änderte sich nach der Pause, als Hofmann regelgerecht traf. Im Gegenzug parierte Neuer einen Schuss von Mason Mount glänzend (53.). Müller scheiterte mit einer Großchance an Pickford (70.), wenig später auch der eingewechselte Werner (75.) - dann rettete Neuer noch mal herausragend gegen Kane (76.) und war wenig später doch geschlagen.

(dör/SID/dpa)
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