Neuer DFB-Sportdirektor: Dutt soll Sammers Konzepte umsetzen

Neuer DFB-Sportdirektor : Dutt soll Sammers Konzepte umsetzen

Der neue Sportdirektor wurde vom Angebot des DFB überrascht. Er unterschreibt einen Vertrag bis 2016. Der 47 Jahre alte Fußballlehrer soll Hand in Hand mit Bundestrainer Joachim Löw arbeiten, der einen großen Einfluss auf die Besetzung hatte.

Wolfgang Niersbach strahlte. Der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) lächelte kurz in alle Richtungen, als er auf dem Podium Platz genommen hatte. Die Freude über seinen Coup konnte er sich nicht verkneifen: Mit der Verpflichtung von Robin Dutt als neuer Sportdirektor des DFB ist ihm eine Überraschung gelungen — seine erste im neuen Amt des Verbandschefs. Dutt, der 47 Jahre alte frühere Trainer von Bayer 04 Leverkusen, tritt die Nachfolge von Matthias Sammer an. Gestern unterschrieb er in der Verbandszentrale in Frankfurt einen Vertrag bis 2016. "Ich bin froh, dass wir für die zentrale Position im Leistungs- und Elitebereich den absolut Richtigen gefunden haben", sagte Niersbach.

Der DFB-Chef umschrieb das Anforderungsprofil: "Es sollte ein Fußballlehrer sein, der über Erfahrungen im Profi- und im Nachwuchsbereich verfügt." Und, das sagte Niersbach aber nicht, der dem Bundestrainer genehm ist. Am 5. Juli sprach der DFB-Boss mit Löw die Personalie ab. Bei Jobprofil und Kandidatenkreis (der Verband sprach mit mehreren Anwärtern) hatte Joachim Löw großen Einfluss. "Ich bin froh, dass der DFB so schnell und gut gehandelt und diese kompetente Lösung gefunden hat. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit", sagte Löw.

Klarer Auftrag für Dutt

Dutt, der zugab, vom Angebot überrascht worden zu sein, hat einen klaren Auftrag: Er soll Bewährtes im Sinne des Bundestrainers fortführen. Als Chef der Junioren-Nationalmannschaften will der in Köln geborene Fußballlehrer das sportliche Erbe seines Vorgängers Sammer fortführen. "Die Konzepte sind ja schon da. Es kann nicht meine Aufgabe sein, sie infrage zu stellen, denn sie sind erfolgreich", sagte Dutt. Nebenbei sprach für ihn eine gewisse "Sozialkompetenz", wie DFB-Generalsekretär Helmut Sandrock es nannte. Unter Sammer hatte es oft Reibereien im Verband gegeben.

Nachdem klar war, dass Dutt einer der Kandidaten ist, führte Löw ein ausführliches Gespräch mit dem Fußballlehrer, der in Freiburg nur 1,5 Kilometer von ihm selbst entfernt wohnte. "Es gibt eine gemeinsame Wellenlänge, das ist eine Super-Basis: wie wir uns den Fußball im Ergebnis vorstellen und mit welchen Trainingsmethoden und Philosophien wir dieses Ergebnis erreichen wollen", sagte Dutt.

Dutt muss sich erstmal einarbeiten

Nun stehe für ihn eine interne Bestandsaufnahme an, und er müsse einen Nachfolger für Steffen Freund als Betreuer der U20-Mannschaft suchen. "Vieles läuft erstmal weiter, während ich mich einarbeite", sagte Dutt. Die Strukturen im professionalisierten Nachwuchsbereich sind vorhanden, die Nachwuchsteams des DFB sind auf Kurs der A-Mannschaft getrimmt. Talenten wird schon so früh wie möglich die Philosophie der Senioren eingebläut. "Deshalb war es wichtig, dass der Bundestrainer mit eingebunden war", sagte Niersbach.

Junge Führungsspieler wie Mesut Özil, Sami Khedira und Manuel Neuer, die 2009 noch U21-Europameister geworden waren, sind nur erste Früchte von Sammers Arbeit. Deutschland hatte wohl noch nie so viele Talente. Und die sollen unter Sportdirektor Dutt für Löw geformt werden. Dazu gehört für den 47-Jährigen auch das freiwillige Mitsingen der Nationalhymne: "Es ist aber zu spät, wenn das erst in der A-Nationalmannschaft thematisiert wird", sagte der Sohn eines Inders und einer Deutschen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das ist Robin Dutt

(RP/seeg)
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