DFB-Team: Ultimatum für Manuel Neuer – ohne Spielpraxis keine WM

Fußball-Nationalmannschaft: Ultimatum für nominierten Neuer – ohne Spielpraxis keine WM

Manuel Neuer steht im vorläufigen WM-Kader, doch Bundestrainer Joachim Löw setzt ihm ein Ultimatum: ohne Spielpraxis kein WM-Ticket.

Manuel Neuer hatte zu Hause in München gerade erstmals seit seinem Fußbruch wieder voll trainiert, da verkündete Joachim Löw die aus Sicht des Bayern-Torwarts frohe Botschaft: Ja, Neuer steht im vorläufigen, 27-köpfigen Aufgebot für die WM in Russland (14. Juni bis 15. Juli). Doch ob der Kapitän bei der Mission Titelverteidigung wirklich dabei ist, bleibt offen.

Der Bundestrainer stellte Neuer bei der Bekanntgabe seines Kaders in Dortmund unverhohlen ein Ultimatum: "Niemand", sagte Löw, "kann ohne Spielpraxis in ein Turnier gehen" - auch nicht Manuel Neuer. Gerade bei Neuer sei es nach dessen langer Pause sogar "schier unmöglich", eine WM ohne vorherigen Test zu bestreiten: "Wenn er kein Spiel macht in der Vorbereitung, dann wird es schwierig."

Damit, dass Neuer am Samstag beim DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt in der Startelf des FC Bayern stehen wird, rechnet niemand. Trainer Jupp Heynckes ist aber "optimistisch", dass der 32 Jahre alte Kapitän zumindest in den Kader rücken kann. Zuletzt gespielt hatte er im September, als er erneut einen Bruch des linken Mittelfußes erlitt.

Vor WM-Start noch zwei Chancen auf Spielpraxis

Bei der Nationalmannschaft bleiben Neuer vor der WM mit dem Auftakt gegen Mexiko am 17. Juni in Moskau noch zwei Chancen auf Spielpraxis: Am 2. Juni in Klagenfurt gegen Österreich und am 8. Juni in Leverkusen gegen Saudi-Arabien. Aber auch eine Hintertür steht offen: Im WM-Trainingslager in Südtirol (23. Mai bis 7. Juni) wird es Tests gegen die U20 geben, in denen Neuer auflaufen könnte.

Löw will sich dabei "selbst ein Bild machen". Für "Ende Mai, Anfang Juni" kündigte er ein Gespräch mit Neuer an. "Wir werden offen und ehrlich mit ihm reden: Ist es möglich, die WM zu spielen?", sagte Löw. Im Moment sehe "alles sehr gut aus, die Verletzung ist vollständig verheilt, Manuel kann alles tun". Sicherheitshalber nimmt Löw aber neben Marc-Andre ter Stegen auch Bernd Leno und Kevin Trapp mit nach Südtirol.

Ein voreiliger Verzicht auf Neuer kam für Löw nie infrage. "Er ist unser Kapitän", sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff bei Sky Sport News HD, "es ist wichtig, ihn bei uns zu haben, ihn täglich zu beobachten. Die Qualität hat er. Wichtig ist, dass er ein gutes Gefühl hinterlässt, dass er einsatzfähig ist. Kann er voll belasten, ist er frei vom Kopf her?"

Löw stehe vor einer "komplexen Entscheidung", ergänzte Bierhoff, "aber wir hoffen, dass Manu sie uns leicht machen wird".

(SID)
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