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DFB-Team: Kampf um die Zehn und Werner-Tief beschäftigten Flick

Freigeist Müller auch als Joker da : Kampf um die Zehn und Werner-Tief beschäftigten Flick

Joker Thomas Müller ist gegen Rumänien der umjubelte Matchwinner – aber nur einer von vielen Varianten auf der Zehn. Derweil bereitet Timo Werner Sorgen, wenngleich Hansi Flick sich schützend vor den Stürmer stellt.

Thomas Müller war ein bisschen kalt. Der Matchwinner hatte sein begehrtes Trikot einem jungen Fan geschenkt und bibberte, erst ein Pullover schaffte Abhilfe – und so konnte der Münchner bald wieder frisch drauflos plaudern.

"Ich habe ihn ganz gut reingedrückt. War geil!", sagte er über seinen "zuckersüßen" Abstauber zum wichtigen 2:1 (0:1) in der WM-Qualifikation gegen Rumänien und zeigte das typische Müller-Grinsen. Zurück in der wärmenden Kabine schwärmte er in den Sozialen Medien: "Ich liebe dieses Gefühl."

Möglich war sein 40. Länderspieltreffer allerdings nur, weil sich der Freigeist über die Anweisungen von Hansi Flick hinweggesetzt hatte. "Wir haben da so eine kleine Geschichte, wenn Thomas beim Eckball draußen ist – da hat er eigentlich nichts zu suchen", sagte der Bundestrainer und lächelte milde.

"Ich habe manchmal das Problem, was aber auch ganz gut ist, dass ich ein bisschen freier unterwegs bin", erklärte Müller sein bisweilen unorthodoxes Positionsspiel, "zumindest meine ich, das tun zu müssen." Und so habe er Flick in der 81. Minute "in "Alarmbereitschaft" versetzt, "weil das in die Hose hätte gehen können".

Müller aber brach den Versuch, bei der Ecke von Joshua Kimmich kurz zu spielen, ab und lauerte stattdessen am langen Pfosten auf die Kopfballvorlage von Leon Goretzka. Die kam "perfekt", wie Müller lobte. Und "einfach nur reinschieben", meinte Serge Gnabry mit einem Schmunzeln, "das kann er".

Aber auch so viel mehr. Und so heizte der 32 Jahre alte Super-Joker den ohnehin riesigen Konkurrenzkampf auf der Zehnerposition weiter an. Flick hatte zunächst und etwas überraschend Marco Reus den Vorzug gegeben. "Die Qualität im Team ist sehr groß, darüber können wir uns freuen", sagte er.

Denn neben Müller und Reus kommen für die Rolle des Regisseurs und Passgebers für die einsame Spitze Timo Werner auch noch der aktuell verletzte Ilkay Gündogan, Kai Havertz oder die Top-Talente Florian Wirtz und Jamal Musiala infrage. "Der Konkurrenzkampf ist auf jeden Fall da", sagte Reus, "wir haben qualitativ sehr gute Spieler im offensiven Bereich. Da muss man sich immer anbieten. Das gehört dazu, und wir brauchen diesen Konkurrenzkampf auch, um wieder nach oben zu kommen."

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Reus sieht den Kampf um die Zehn daher als "Antrieb für jeden Spieler, Gas zu geben und sich dem Trainer anzubieten". Dass das Gerangel in Flicks "geilem Haufen" (Müller) auf die Stimmung drücken könnte, glaubt der Dortmunder nicht. "Es geht nur im Miteinander", sagte er, "das betrifft jeden Einzelnen."

Auch Timo Werner übrigens, der im Sturmzentrum wieder einmal eine unglückliche Figur abgab. Der Bundestrainer stellte sich dennoch vor ihn. "Er ist durchaus in der Lage, da wo es eng ist, immer wieder die Räume zu öffnen, und er ist einer, der Abpraller reinmachen kann. Dafür hat er ein Näschen", sagte Flick.

Allerdings habe der Chelsea-Profi "nicht immer genau die Positionierung gehabt, die er braucht,". Zu oft habe Werner im Sturmzentrum auf einer Linie mit den Außen Serge Gnabry und Leroy Sane agiert und "zu nah am Tor statt reinzustarten, das kann er besser machen und das erwarten wir auch von ihm. Da müssen wir die Abläufe nochmal trainieren."

In den ersten drei Länderspielen unter Flick hatte Werner in derselben Rolle mitunter ähnlich unglücklich agiert, aber jeweils getroffen. "Man muss auch mal herausheben, dass er weiß, wie das Toreschießen geht", sagte Flick: "Klar war das ein andere nicht ganz so glücklich. Aber er kriegt bei uns Einsätze und Rückendeckung, das ist für einen Stürmer das Wichtigste."

(dör/SID)