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DFB-Team: Flick wirbt vor Heim-Debüt um Geduld

„Braucht ein bisschen Zeit“ : Flick wirbt vor Heim-Debüt um Geduld

Vor seiner Heim-Premiere warb Hansi Flick um ein wenig Geduld. Trotzdem will der neue Bundestrainer im Duell mit Armenien spielerische Fortschritte sehen - und drei Punkte.

Hansi Flick brannte was auf der Seele. "Ich möchte zuerst eines sagen, was mir wichtig ist: Wir Trainer sind natürlich auch nicht blind." Mit diesen Worten begann der Bundestrainer seine Abschluss-Pressekonferenz vor seinem Heim-Debüt am Sonntag (20.45 Uhr/RTL) in der WM-Qualifikation in Stuttgart gegen Tabellenführer Armenien.

Keine Frage: Die teils scharfe Kritik an seiner zähen Premiere beim 2:0-Sieg in St. Gallen gegen Liechtenstein gefiel Flick nicht. Er sei zwar "nicht dazu da, um Dinge schönzureden, und wir können - was die Torausbeute betrifft - auch nicht zufrieden sein", sagte der 56-Jährige. Aber für ihn als Trainer seien "oft andere Dinge entscheidend". Und außerdem: "Es braucht ein bisschen Zeit, um neue Ideen und die Spielphilosophie zu implementieren."

Für das Spiel gegen den Weltranglisten-88. Armenien, bei dem der frühere Dortmunder Henrich Mchitarjan nach wie vor glänzend Regie führt, erwartet Flick eine spielerische Weiterentwicklung - auch wenn die Zeit zum Trainieren kaum gegeben war. "Passspiel", "Präzision", "Überzeugung, Tore zu erzielen" - all das will Flick von seinen Spielern sehen. Denn einen Ausrutscher gegen den Tabellenführer kann sich die DFB-Auswahl als Zweiter der Gruppe J eigentlich nicht erlauben.

Für den eingeplanten Erfolg stärkte Flick das Selbstvertrauen jedes Einzelnen. "Man merkt, dass er uns den Mut, der uns ein bisschen abhanden gekommen ist, zurückgeben möchte", berichtete Stürmer Timo Werner. Helfen sollen bei dem Prozess auch die 18.000 Fans, die am Sonntag in der Mercedes-Benz-Arena erwartet werden. Er habe die Stimmung in Stuttgart "immer als herausragend" empfunden, so Flick.

Werner, der unweit des Stadions aufgewachsen ist, schränkte etwas ein: "Wir Schwaben sind allgemein bekannt, schnell kritischer zu sein als in anderen Teilen Deutschlands." Ist der Fußball aber gut, ist es die Stimmung in der Regel auch. "Es liegt an uns", meinte der Profi des Champions-League-Siegers FC Chelsea.

Kapitän Manuel Neuer, der nach seinen Sprunggelenk-Problemen ins Tor zurückkehrt, und der bereits aus dem Teamhotel verletzt abgereiste Thomas Müller (Adduktoren) werden vor dem Anpfiff für ihre 100. Länderspiele, die schon etwas länger zurückliegen, geehrt. Definitiv ausfallen wird Robin Gosens mit einer Fußverletzung, der Einsatz von Kai Havertz (grippaler Infekt) ist fraglich. Als Linksverteidiger könnte der Hoffenheimer David Raum zu seinem Länderspiel-Debüt kommen, ansonsten dürfte Flick neben Neuer auch Leon Goretzka und Serge Gnabry in die Startelf beordern.

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Die Spieler lenkten sich nach der Rückkehr aus St. Gallen mit einem gemeinsamen Kino-Abend ab. "Ich fand die Aktion gut", sagte Flick: "Das Wichtigste ist, dass wir als Team zusammenstehen." Auch die Qualität im Kader sei "sehr gut", nur müsse man nun versuchen, "so schnell wie möglich die PS auf den Rasen zu bekommen".

Die Statistik spricht klar für die DFB-Auswahl, die in vier Duellen gegen Armenien eine makellose Bilanz aufweist und das bislang letzte Aufeinandertreffen im Juni 2014 klar mit 6:1 gewinnen konnte.

(stja/SID)