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DFB: Bundestrainer Jogi Löw ist enttäuscht über Indiskretion

Pressekonferenz des Bundestrainers : Löw schließt Rückkehr von Müller, Hummels und Boateng erneut aus

Bundestrainer Joachim Löw hat sich bei der Pressekonferenz am Montag enttäuscht darüber gezeigt, dass zuletzt viele Internas an die Öffentlichkeit gelangten. Außerdem schloss er die Rückkehr der Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jerome Boateng vorerst aus.

Bundestrainer Joachim Löw hat sich "maßlos enttäuscht" über die jüngsten Indiskretionen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) gezeigt. "Dinge, die intern besprochen werden, sollen auch intern bleiben. Das hat etwas mit Vertrauen und Glaubwürdigkeit zu tun. Ich habe mich sehr darüber geärgert, dass viele Dinge nach der ersten Pressemitteilung an die Öffentlichkeit geraten sind", sagte Löw bei einer Pressekonferenz am Montag in Frankfurt/Main.

Ebenso zeigte sich Löw über eine DFB-Mitteilung nach dem 0:6-Debakel im November in Spanien verärgert. "In einer Pressemitteilung war von einer emotionalen Distanz die Rede. Das war für mich unverständlich. Eine emotionale Distanz brauchte ich nicht", sagte Löw und ergänzte. "Ich habe gesagt: 'Gebt mir einen Tag Zeit'."

Auf den Vorstoß von DFB-Präsident Fritz Keller, der Löw einen Rücktritt nach der EM im nächsten Jahr nahegelegt hatte, ging Löw nicht näher ein. Er bestätigte aber, dass er sich mit Keller per Telefon "ausgesprochen" habe: "Damit ist für mich die Sache erledigt." An einen Rücktritt hat der Weltmeistercoach von 2014 nicht gedacht. "Diesen Gedanken gab es bei mir nicht", sagte der 60-Jährige. Insgesamt seien Dinge vorgefallen, "die so nicht in Ordnung waren". Löw äußerte gegenüber dem DFB den Wunsch nach "Geschlossenheit und Vertrauen".

Löw zu Weltmeister-Trio: „Im Moment“ keine Rückholaktion

Bundestrainer Joachim Löw sieht weiterhin „im Moment“ keine Veranlassung für eine Rückkehr der Ex-Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Deutlicher als in den vergangenen Monaten betonte der 60-Jährige am Montag aber, im kommenden Jahr vor der Fußball-EM 2021 alles auf den Prüfstand zu stellen. „Vor der Nominierung drehen wir nochmals jeden Stein um, und dann müssen wir gucken, was bringt uns den größtmöglichen Erfolg?“ Dafür werde er alles tun.

Löw hatte das Trio im März 2019 aussortiert, nach dem desolaten 0:6 in Spanien war die Diskussion über ein Comeback zumindest von Müller oder Hummels wieder laut geworden. „Ein Trainer ist immer der Allererste, der am Ende für den Erfolg in die Verantwortung gezogen wird“, sagte Löw. „Ich habe immer gesagt, wenn wir im nächsten Jahr - das ist die allerwichtigste Aufgabe - sehen, okay, diese Mannschaft braucht noch dies oder jenes, um erfolgreich zu sein, dann werden wir das tun.“

Es seien nicht nur rein sportliche Dinge zu erwägen. „Wie sieht die Energie der Mannschaft aus?“, sagte Löw. Er werde „im Sinne des Erfolgs alles Erdenkliche“ tun, um den Erfolg zu sichern. Im Moment könne er nicht sagen, wie sich die Situation vor den nächsten Länderspielen im März darstelle.

(stj/sid)