Testspiel der U21 Di Salvo setzt in Sheffield auf das Kollektiv

Magdeburg · Ab auf die Insel: Auf die deutsche U21 wartet in England der nächste Prüfstein. Geht es nach den Marktwerten, ist das DFB-Team erneut Außenseiter. Für Trainer Antonio di Salvo sind das allerdings nur Zahlen.

 Die deutsche U21 Mannschaft reagiert nach der Niederlage.

Die deutsche U21 Mannschaft reagiert nach der Niederlage.

Foto: dpa/Hendrik Schmidt

Die astronomischen Summen ließen Antonio Di Salvo so kalt wie das Schmuddelwetter in Sheffield. Auf insgesamt 331 Millionen Euro wird derzeit der Marktwert der englischen U21-Nationalspieler taxiert, auf die Deutschland am Dienstag im zweiten Härtetest binnen fünf Tagen trifft. Den DFB-Coach reizt die Reise auf die Insel aber umso mehr. „Das sind nur Zahlen. Zahlen kann man im Kollektiv besiegen“, sagte Di Salvo.

Gegen Frankreich gelang genau das beim 0:1 (0:0) am Freitag in Magdeburg zwar nicht, der Nachwuchs des Weltmeisters kommt in Summe sogar auf 352 Millionen Euro. Doch die Richtung stimmte.

„Wir können gegen Topgegner mithalten, das ist für mich klar“, sagte Di Salvo nach der Partie. Zum Vergleich: Sein Team bringt aktuell „nur“ 95 Millionen auf die Waage, mit dem Dortmunder Youssoufa Moukoko (15,0) an der Spitze.

Bei England dagegen stehen am Dienstag (20.45 Uhr/ProSieben Maxx) allein acht Spieler im Kader, die auf dem Papier wertvoller als Moukoko sind. Anthony Gordon vom FC Everton etwa wird auf 40 Millionen taxiert, Harvey Elliott vom FC Liverpool auf 35 Millionen.

Doch Di Salvo weiß natürlich, dass Marktwerte im Fußball nicht alles sind. Als Assistent von Stefan Kuntz hat er beim EM-Triumph vor einem Jahr erlebt, was eine Mannschaft als Einheit erreichen kann. Und deswegen war der DFB-Trainer neun Monate vor der EM nach der Heimniederlage gegen Frankreich auch nicht beunruhigt.

„Wir wollen diese Tests, um zu schauen, wo wir stehen. Wir wollen wissen, wo wir uns verbessern können. Wir freuen uns auf das Spiel“, sagte Di Salvo: „Das wird eine Mannschaft sein, die genauso gut bestückt ist wie die Franzosen, die zu Hause spielt und die das Spiel gewinnen will.“

Auch der gegen Frankreich starke Tom Krauß von Schalke 04 nahm nach der Niederlage eher positive Erkenntnisse mit nach England. Wichtig sei, „dass wir sagen: Wir sind nicht das kleine Deutschland. Wir sind auch eine Top-Nation. Das wissen wir jetzt“, so Krauß angesichts der namhaften Gegenspieler.

Und die enormen Marktwerte, mit denen die deutsche Mannschaft auch in Sheffield konfrontiert sein wird? Wie Di Salvo blieb auch seine Mannschaft entspannt: „Wenn das Spiel angepfiffen wir“, sagte Abwehrspieler Yann-Aurel Bisseck vom dänischen Erstligisten Aarhus GF „dann ist das ganz egal.“

(sid/stja)
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