Deutschland gegen Argentinien: Darum grinsten Serge Gnabry und Niclas Süle

Vor Deutschland-Spiel gegen Argentinien : Fan sorgt bei Schweigeminute für Halle-Opfer für Aufsehen

Die Szene des Spiels gab es schon vor dem Anpfiff. Ein Fan bekam viel Applaus, der einen anderen Fan im Stadion deutlich zurecht wies, als der bei einer Schweigeminute etwas reinbrüllte.

Das Grinsen der deutschen Fußballer bei der Schweigeminute vor dem Spiel gegen Argentinien am Mittwochabend hat bei vielen TV-Zuschauern für Verwirrung gesorgt: Serge Gnabry konnte sich ein Lachen nicht verkneifen, auch Niklas Süle und Luca Waldschmidt mussten schmunzeln, als sie Arm in Arm am Mittelkreis standen. Dabei war der Anlass für die Schweigeminute durchaus ein ernster: Es sollte den Opfern des mutmaßlich rechtsextremistischen Anschlags in Halle an der Saale gedacht werden, der am Mittwoch für Entsetzen gesorgt hatte. Zwei Menschen wurden erschossen (mehr dazu lesen Sie hier).

Das Schmunzeln passte nicht dazu – allerdings gibt es auch dafür einen Grund: Während der Schweigeminute grölte ein einzelner Zuschauer laut die Deutsche Nationalhymne, das war im gesamten Dortmunder Stadion zu hören. Ein anderer Zuschauer rief „Halt die Fresse!“ – und der andere verstummte. Fans applaudierten. Diese Szene brachte die Fußballer der deutschen Nationalmannschaft wohl zum Schmunzeln.

Der Comedian Oliver Pocher war einer der ersten, die bei Twitter eine Erklärung für das Grinsen der Spieler posteten. Für ihn war es „der wichtigste Moment“ dieses Länderspiels.

Wirklich gut gelaufen ist das eigentliche Spiel allerdings nicht – auch wenn es anfangs noch gut aussah: Denn Gnabry brachte die Führung für die deutschen Nationalelf, später führte Deutschland gar mit 2:0. Den Sieg verschenkte die Elf trotzdem – das Spiel endete mit einem 2:2-Unentschieden.

Im Netz haben sich schnell unter dem Hashtag #HaltdieFresse eine Reihe von Tweets gesammelt, in denen Meinungen ausgetauscht wurden. Darunter ein Beitrag von Schauspieler Michael Mittermeier der schrieb: „Lasst die Nazis nicht zu Wort kommen – nirgens. Nicht im Fernsehen, nicht in den Zeitungen!“ Auch der Zweitligaverein Hannover 96 hat sich zu Wort gemeldet.

(cka/gic)
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