Deutsche Fußballnationalmannschaft: Karim Bellarabi zwischen Freude und Verzweiflung

Gelungenes Debüt : Bellarabi zwischen Freude und Verzweiflung

Trotz seines guten Debüts in der deutschen Nationalmannschaft war Karim Bellarabi nicht zufrieden. Das 0:2 in Polen nahm er auch auf seine Kappe.

Immerhin seiner Mutter konnte Karim Bellarabi noch eine große Freude machen. "Meiner Mama schenke ich mein erstes Nationaltrikot, darüber wird sie sich sehr freuen. Schließlich ist sie mitverantwortlich dafür, dass ich für Deutschland spiele", sagte der 24-Jährige mit süß-saurer Miene nach seinem Länderspieldebüt mit viel Licht, aber auch einigem Schatten.

Beim 0:2 (0:0) der Weltmeister in der EM-Qualifikation in Warschau gegen Polen war der Neuling von Bayer Leverkusen zwar der auffälligste Spieler seiner Mannschaft, aber irgendwie auch der traurigste. "Es tut mir leid für die Mannschaft. Ich hätte mindestens zwei Tore machen müssen", sagte der offensive Mittelfeldspieler selbstkritisch und niedergeschlagen zugleich angesichts seiner vier Großchancen in der 38., 68., 79. und 87.
Minute.

Dass er erstmals das Trikot mit den vier Sternen trug, war dem Deutsch-Marokkaner, der sich in der Schlussphase noch eine Gelbe Karte einhandelte, zuvor nicht anzumerken. "Natürlich war ich aufgeregt, als mir der Bundestrainer gesagt hat, dass ich von Beginn an spiele. Aber auf dem Platz habe ich keine Nervosität mehr gespürt und mein Ding gemacht", berichtete Bellarabi, als er in Badelatschen und mit einem Verband am rechten Knöchel aus der Kabine kam.

"Das ist nicht Wildes, ich kann am Dienstag gegen Irland spielen", sagte Bellarabi, der in Gelsenkirchen mit ziemlicher Sicherheit zu seinem zweiten Länderspieleinsatz kommt, wie auch Joachim Löw durchblicken ließ. "Mit Karim war ich absolut zufrieden. Er ist immer besser ins Spiel gekommen, hatte immer bessere Aktionen. Ich fand ihn wahnsinnig aktiv, er war nach vorne ständig präsent, hatte einige Torabschlüsse. Er hat für das erste Länderspiel wahnsinnig agil und aktiv gespielt. Im Laufe des Spiels hat er es immer besser gemacht und er war auch gefährlich nach vorne", lobte der Bundestrainer den 73. Debütanten in seiner Ära.

Aber nicht nur der Bundestrainer äußerte sich positiv über den Auftritt des Senkrechtstarters. "Er hat einen starken und erfrischenden Eindruck hinterlassen", urteilte Toni Kroos, und Ersatzkapitän Manuel Neuer befand: "Er hat für sein erstes Spiel eine richtig gute Partie gemacht. Schade, dass er seine Leistung nicht mit einem Tor gekrönt hat."

Das sah auch Teammanager Oliver Bierhoff so: "Das war ein starker Auftritt, aber Karim hat sich leider nicht belohnt. Das kann er am Dienstag gegen Irland nachholen." Bellarabi stellte aber klar, dass für ihn nur der Erfolg der Mannschaft im Vordergrund steht: "Wir hatten uns vorgenommen, drei Punkte zu holen. Leider hat es nicht gereicht. Jetzt müssen wir gegen Irland gewinnen. Dabei ist ganz egal, wer die Tore schießt."

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(sid)
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