Bayer 04 Leverkusen: Nadiem Amiri fordert Spielabbrüche bei Rassismus

Bei rassistischen Beleidigungen : Nationalspieler Amiri fordert Spielabbrüche

Bayer Leverkusens Nationalspieler Nadiem Amiri hat sich für Stadionverbote und Spielabbrüche bei fremdenfeindlichen Äußerungen ausgesprochen. Der 23-Jährige war selbst schon das Ziel rassistischer Beleidigungen gegnerischer Fans.

Nationalspieler Nadiem Amiri von Bundesligist Bayer Leverkusen hat sich für einen radikalen Umgang bei rassistischen Anfeindungen ausgesprochen. „Stadionverbote nach rassistischen Schmähungen halte ich für absolut angemessen. Das hat im Fußball nichts verloren. Ich bin auch zu 100 Prozent dafür, dass Spiele abgebrochen werden können, wenn ein Spieler wegen seiner Hautfarbe oder Herkunft beleidigt wird“, sagte der 23-Jährige.

 Der in Ludwigshafen am Rhein geborene Amiri ist der Sohn zweier afghanischer Flüchtlinge. Als Spieler der Hoffenheimer Reserve sei er selbst einmal das Ziel rassistischer Beleidigungen gewesen. „Das hat mir damals sehr wehgetan, weil es das erste Mal war, dass ich so etwas in Deutschland erleben musste. Keiner sollte so eine Erfahrung machen. Alle Menschen haben die gleiche Blutfarbe“, betonte Amiri. Er stellte zudem fest, dass die Islamophobie in Deutschland zuletzt „spürbar zugenommen“ habe. 

Vor einigen Wochen hatte sich bereits Amiris dunkelhäutiger Nationalmannschaftskollege Antonio Rüdiger für ein konsequenteres Vorgehen bei rassistischen Anfeindungen während eines Spiels eingesetzt. Der Verteidiger des FC Chelsea war zuvor von Fans der Tottenham Hotspur mit Affenlauten verhöhnt worden.

(sb/dora)