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"Es herrscht Bewegung im DFB": "MV" würde Beckenbauer als Fifa-Chef unterstützen

"Es herrscht Bewegung im DFB" : "MV" würde Beckenbauer als Fifa-Chef unterstützen

Stuttgart (rpo). DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder kann sich Franz Beckenbauer gut als Fifa-Chef vorstellen und würde den "Kaiser" auch hierbei unterstützen.

Bester Dinge und voller Tatendrang hat "MV" das WM-Jahr 2002 begonnen. "Es herrscht Bewegung im DFB", berichtet der Chef des Deutschen Fußball-Bundes im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) zufrieden - und zählt gleich einige Punkte auf. Nach der Verpflichtung von Uli Stielike als Coach für das "Team 2006" hat sich der 68-Jährige mit Karl-Heinz Rummenigge, der sich über fehlende Kommunikation mit der Bundesliga beschwert hatte, versöhnt. Zur weiteren Nachwuchs-Förderung will er bald eine Ausländer-Beschränkung für die Regional- und Oberliga unter Dach und Fach bringen.

Und international soll der DFB ein "Global Player" bleiben. Während sich "MV" im Fifa-Machtkampf eindeutig hinter Präsident Sepp Blatter stellt ("An unserer Unterstützung bezüglich seiner Wiederwahl ändert sich nichts"), denkt der DFB-Boss selbst über eine Rückkehr in das Fifa-Exekutivkomitee nach. Und Franz Beckenbauer als Blatter-Nachfolger 2006 - das ist auch für Mayer-Vorfelder eine gute Perspektive: "Wenn er gebeten würde, dann kann ich mir vorstellen, dass er den Posten annimmt. Dann wäre es natürlich keine Frage, dass der DFB ihn unterstützen und für ihn werben würde."

Doch zunächst einmal steht für die Nationalmannschaft die WM-Endrunde in Südkorea und Japan an. "Die Vorrunde sollte sie schon überstehen. Und da sich ausrechnen lässt, wer im Achtelfinale Gegner sein kann - also, mit dem Erreichen des Viertelfinales wäre ich zufrieden. Dann gehören wir zu den acht besten Mannschaften der Welt", beschreibt der Präsident die Zielvorgabe, stellt aber klar: "Ich persönlich übrigens habe das Ausscheiden in den USA und in Frankreich jeweils im Viertelfinale nicht als Weltuntergang gesehen. "

Verstärkt auf den Nachwuchs setzen

Um auch für die WM 2006 im eigenen Lande gerüstet zu sein, will der DFB in den kommenden Jahren weiter auf Nachwuchs-Förderung setzen. Und dabei sind neben dem "Team 2006", wo Jürgen Kohler als Stielike-Assistent fungieren soll, noch weitere Maßnahmen angedacht. "Es gibt noch ein ganzes Bündel, das wir auf dem außerordentlichen Bundestag am 3. Mai in Frankfurt beschließen wollen. So soll es in den Regional- und Oberligen verpflichtend sein, dass pro Spiel mindestens vier Spieler mit deutschem Pass auf dem Platz stehen, die zudem unter 24 Jahre alt sind", sagt Mayer-Vorfelder und ergänzt: "Außerdem planen wir noch eine Bundesliga der A-Jugend in drei Gruppen mit je zwölf Mannschaften."

Die Zusammenarbeit mit den Profi-Vereinen soll noch enger werden. "Die Liga besteht ja auch erst seit einigen Monaten, und da ist es doch normal, dass anfangs noch einiges knirscht und knackt. Ich habe mich in den letzten Tagen mit Karl-Heinz Rummenigge ausführlich unterhalten und werde das in Kürze auch mit Werner Hackmann tun", erklärte "MV" und kündigte an, den Vize-Präsidenten von Bayern München für ein weiteres Engagement bei der Nationalmannschaft gewinnen zu wollen: "Ich habe Karl-Heinz Rummenigge gebeten, weiterhin als Vorsitzender der Nationalmannschafts-Komission der DFL nahe an der Mannschaft zu sein."

Seine Forderung nach einer Gehaltsobergrenze für Profis relativierte Mayer-Vorfelder indes. "Das wird es erst geben, wenn wir ab 2004 ein europäischen Lizenzierungsverfahren haben und dann diese Bestimmung europaweit in den Statuten der Verbände verankern", sagte der ehemalige Finanzminister von Baden-Würtemberg: "Allerdings halte ich es für erstrebenswert, dahin zu kommen, dass jeder Verein nur noch einen Prozentsatz X seiner Einnahmen für Gehälter ausgeben darf. Ob er dann einem Spieler zehn Millionen und allen anderen nur jeweils eine oder allen Spielern zwei Millionen gibt, bleibt der einzelnen Vereinsphilosophie überlassen."

(RPO Archiv)