MSV Duisburg: Trauer um MSV-Legende "Eia" Krämer

MSV Duisburg: Trauer um MSV-Legende "Eia" Krämer

Der MSV Duisburg trauert um seine Legende Werner "Eia" Krämer. Der ehemalige Fußball-Nationalspieler ist am Freitag im Alter von 70 Jahren nach langer schwerer Krankheit gestorben.

Kremer war ein "Kind" der ersten Bundesliga-Stunde. Als Profi spielte er für den damaligen Meidericher SV, den Hamburger SV und VfL Bochum. In der Nationalmannschaft bestritt der Linksaußen zwischen 1963 und 1967 insgesamt 13 Länderspiele (3 Tore) und stand im Kader der deutschen Mannschaft bei der WM 1966 in England, wo er im Spiel gegen Spanien (2:1) zum einzigen Einsatz kam.

Krämer war das wahrscheinlich größte Talent, das der MSV jemals in seinen Reihen hatte, seinen Spitznamen "Eia" kannte in Meiderich jedes Kind. Ein Techniker, der an guten Tagen mit seiner Leichtfüßigkeit nicht zu stoppen war. Bereits beim ersten Bundesligaspiel der "Zebras" steuerte Krämer zwei Tore zum 4:1-Sieg in Karlsruhe bei.

In 106 Erstliga-Partien war der Meidericher 37 Mal für den MSV erfolgreich, ehe er später für die Rekordsumme von 175.000 Mark zu Uwe Seelers Hamburger SV ging. Glücklich wurde der Nationalspieler dort nicht, schon zwei Jahre später holte ihn der ehemalige MSV-Coach Hermann Eppendorf zum VfL Bochum zurück in den Ruhrpott.

Im "Zebra-Twist" besungen

Krämer wird auch im "Zebra-Twist" besungen. "Meiderich, wo liegt denn das?", soll Kultstürmer Uwe Seeler vom Hamburger Sportverein 1963 verwirrt gefragt haben, als er auf der Teilnehmerliste der allerersten Bundesliga-Saison gerade den "Meidericher Spielverein" entdeckt hatte.

Die Antwort lieferte ihm, aber auch Zehntausenden von Fußballfans, das Lied namens "Zebra-Twist", das am 11. Januar 1964 erstmals durch die Weiten des Wedaustadions hallte. Noch heute wird die Hymne vor jedem Heimmatch aufgelegt.

Am 13. April 1964 wurde die musikalische Antwort auf Seelers Frage, massenhaft als "Zebra-Twist" in schwarze Vinylscheiben eingerillt, erstmals an die Duisburger Fußballfans verkauft. MSV-Idol Werner "Eia" Krämer ließ es sich nicht nehmen, beim Verkauf der ersten Scheiben persönlich in dem Fachgeschäft anwesend zu sein: "Wo alle Mann mit Helmt Rahn, sie kämpfen greifen an. Kurz abgewehrt, und wieder vor. Dann Krämer, Pass und Tor."

Übrigens: Spätestens am 9. November 1963 dürfte "Uns' Uwe" schmerzlich bewusst geworden sein, wo Meiderich liegt: Sein HSV geriet im Wedaustadion nämlich mit 0:4 böse unter die Räder. Auch "Eia" Krämer mischte mit.

(rl)
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