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MSV Duisburg: Spaß und Spiel beim MSV: De Wit mischt mit

MSV Duisburg : Spaß und Spiel beim MSV: De Wit mischt mit

Der Kreativspieler fordert gegen Darmstadt einen Sieg, bleibt aber entspannt. Spekulationen um Co-Trainer Gruev kontern die Zebras.

Dass Niederlagen abgehakt werden müssen, sagen Sportler häufiger. Dass sie das aber getan haben und zeigen, ist nur bedingt alltäglich. Doch die Stimmung beim MSV ist trotz zuletzt zweier Niederlagen in der 3. Fußball-Liga weit vom Keller entfernt – wenn auch noch nicht auf dem Dachboden angekommen, so doch auf einer Leiter in der guten Stube. Doch dazu später mehr.

Denn zunächst geht es um das Heimspiel morgen (14 Uhr, Schauinsland-Arena) gegen Darmstadt 98: "Die spielen einen sehr soliden Fußball – so wie es ihr Trainer früher getan hat", sagt MSV-Coach Karsten Baumann mit einem Schmunzeln über Dirk Schuster, mit dem er in der Saison 1997/98 beim 1. FC Köln zusammenspielte. Gewohnt professionell widmet sich Baumann dann dem Kontrahenten, der in Dominik Stroh-Engel einen "richtigen Torjäger" und als Team seine Vorteile im Konterspiel habe.

Der MSV selbst habe die Lehren aus den Niederlagen – aus der "verdienten" gegen Dortmund und der "sicher unverdienten" in Wiesbaden – gezogen, sagt der Fußballlehrer. "Wir werden sicher nicht mehr so überdrehen wie gegen Dortmund", verspricht Baumann. "Für uns steht jetzt ganz oben auf der Liste, dieses Heimspiel zu gewinnen und die drei Punkte gegen einen Fast-Tabellennachbarn zu behalten. Wir freuen uns, dass so viele Fans kommen, und wollen sie nicht enttäuschen. Wir haben ja hinterher noch eine Autogrammstunde und da reden wir lieber über einen Sieg."

Das kann Pierre De Wit nur unterstreichen: "Wir können mit Sicherheit dazu beitragen, dass der ein oder andere mehr kommt – indem wir gewinnen", sagt der vor wenigen Wochen verpflichtete Mittelfeldspieler, der sich in Duisburg "vom ersten Tag an sehr, sehr wohlgefühlt" habe und der nun "etwas zurückgeben" wolle für die "sehr, sehr schöne Zeit". Als Schaltzentrale und Mann für die Standards ist De Wit ein Fixstern im Spiel des MSV, der 25-Jährige weiß daher mit am besten: "Das Spiel in Wiesbaden war von der Art und Weise her eines unserer besten Spiele bisher, aber jetzt zählen nur die drei Punkte. man sieht sicher eine Art von Entwicklung bei uns, aber wichtig ist, dass die Jungs sich jetzt belohnen."

Als wichtigen Baustein für einen Sieg in der 3. Liga sieht De Wit, der mit Bayer Leverkusen einst in Bundesliga und Uefa-Pokal spielte, bevor ihn unter anderem drei Kreuzbandrisse immer wieder zurückwarfen, dass "man das erste Tor schießt". Denn: "Viele Mannschaften haben Probleme, das Spiel zu machen, und da ist eine Führung von Vorteil. Ich glaube aber, unser Anspruch ist, immer das Spiel zu machen, und dafür haben wir auch die Leute."

Und witzige dazu: Denn wie die Zebras gestern den Spekulationen, entgegentraten, Co-Trainer Ilia Gruev werde Duisburgs Ex-Trainer Kosta Runjaic zum Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern folgen, sollte der die Pfälzer übernehmen, war schon großes Kino. Baumann startet mit: "Da waren ja so viele Konjunktive drin ..." und fügt dann eine Illustration an, die seine Meinung zu Spekulationen verdeutlichen soll: "Ich habe letzte Woche Lukas Podolski in Köln auf einen Kaffee getroffen und ihn gefragt, ob er seine Verletzung bei uns auskurieren will. Er hat gesagt, ja, wenn er die Freigabe vom FC Arsenal erhält. Außerdem hat er in London ein Zebra gefüttert." Trotz dieser Konstellation käme der Nationalspieler jetzt aber nicht zum MSV. Ernst fügt der Coach an: "Sollte es etwas Konkretes geben, werden Ilia und ich darüber reden." Und dann haut De Wit einen raus: "Ich habe auch noch einige Kontakte nach Kaiserslautern – so einfach machen wir es denen nicht", sagt er und grinst.

Sportdirektor Ivo Grlic sieht das alles komplett entspannt: "Ich glaube sagen zu können, dass, selbst wenn Kosta in Lautern unterschreibt, Ilia nicht direkt hinterhergeht. Man macht ja nicht Verträge und ein halbes Jahr später heißt es: ,Ich bin weg.' Ich beschäftige mich damit nicht." Nur noch einmal ganz kurz: "Mag ja sein, dass Kosta einen Wunsch-Co-Trainer hat, aber ich habe auch Wunschspieler. Das heißt aber nicht, dass ich die kriege." Podolski wäre sicher so einer – aber der füttert ja nur Zebras und spielt nicht für sie.

(RP)