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Msv Duisburg: Runjaic feiert mit den Fans und lässt Fragen offen

Msv Duisburg : Runjaic feiert mit den Fans und lässt Fragen offen

Mit dem 3:2-Erfolg gegen Paderborn beendet der MSV Duisburg die turbulente Zweitligasaison auf Platz elf. Zur vorläufigen wirtschaftlichen Rettung fehlen bis Donnerstag 2,5 Millionen Euro. In diesem Zusammenhang mehren sich die Fragen, ob Kosta Runjaic den Verein verlässt.

"In guten wie in schlechten Zeiten" stand auf dem Banner geschrieben, das die Profis des MSV Duisburg nach dem 3:2 (1:1)-Erfolg gegen den SC Paderborn als Dank in die Fankurve trugen. Der Schriftzug – er hatte etwas Versöhnliches nach einer turbulenten und bisweilen auch aussichtslosen Saison.

Aus sportlicher Sicht haben die Spieler und allen voran Trainer Kosta Runjaic mit ihrer fulminanten Serie von null auf 43 Punkten dafür gesorgt, dass die Zebras wieder von guten – oder vielleicht treffender – besseren Zeiten sprechen können. "Der Trainer hat einen überragenden Job gemacht", befand nach dem abschließenden Saisonspiel auch Goran Sukalo. "Kosta Runjaic kam in einer Phase, als wir ohne Selbstbewusstsein waren und ohne Punkt als Tabellenletzter am Boden lagen. Er hat uns aufgeweckt und neue Kräfte freigesetzt."

Nach nur 15 Punkten und vier Siegen in der Hinserie stieg der MSV zum viertbesten Rückrundenteam auf (28 Punkte in 17 Partien). Dank des Erfolges gegen Paderborn schoben sich die Zebras zudem noch auf Platz elf vor, was zudem Mehreinnahmen durch Fernsehgelder in sechsstelliger Höhe bringt. Das feierten Fans und Mannschaft in der mit 13 427 Zuschauern besetzten Schauinsland-Reisen-Arena derart ausgelassen, wie sie es lange nicht mehr taten. Kurzerhand kletterte selbst Kosta Runjaic auf den Zaun, der – bewaffnet mit einem Megafon – die "Humba" anstimmte.

Der 41-Jährige wirkte erleichtert nach einer "anstrengenden Saison mit allen möglichen Gefühlslagen", wie er zugab. Hinterher bedankte er sich bei allen, die mit dem MSV gezittert, aber auch mitgefiebert haben – und formulierte seine Hoffnung auf ein weiteres Jahr zweite Liga etwas pathetisch. "Es wird nicht eher hell, bis es nicht ganz dunkel geworden ist", sagte Runjaic. "Der MSV lebt – und ich gehe nicht davon aus, dass es duster wird."

Aber es bleiben Fragen. Insbesondere die nach der Zukunft des Trainers. Denn überall dort, wo dieser Tage Planstellen frei werden, etwa beim 1. FC Köln oder Werder Bremen, wurde zuletzt auch der Name Kosta Runjaic genannt. Ein besseres Kompliment kann der Coach für seine geleistete Arbeit freilich nicht bekommen, der überdies fürchten muss, in Ilia Gruev seinen Co-Trainer und engen Vertrauten zu verlieren. Denn noch hat Gruev, dem andere Angebote vorliegen, seinen Kontrakt nicht verlängert. Dass der Familienvater seine Entscheidung auch vom Ausgang der Lizenzierung abhängig macht, ist nur verständlich.

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Erst vergangene Woche hat Runjaic allerdings erklärt, dass er in Duisburg nur mit Gruev weiterarbeite. Wie schnell Verträge hinfällig werden können, hat Runjaics vorzeitiger Wechsel vom SV Darmstadt 98 gezeigt, dessen Drittliga-Abstieg der Coach am Wochenende traurig in Duisburg verfolgte. Gewiss: Ein Abgang würde neues Geld in die Kasse des MSV spülen, aber wollen kann das aus sportlicher Sicht in Duisburg niemand. Erneuten Nachfragen ging Runjaic am Sonntag gekonnt aus dem Weg und blieb eine klare Aussage zu seiner Zukunft erst einmal schuldig.

Auf die Frage, ob er gerne Trainer in Duisburg ist und das auch in der neuen Saison bleibt, antwortete er nur: "Ich bin gerne Trainer hier."

Mitte der Woche will auch er sich abseilen und mit der Familie Urlaub machen. "Still stehen wird das Telefon aber wohl nicht." Sollte es in Sachen Lizenzierung am Donnerstag positive Nachrichten geben, können die Kaderplanungen weiter intensiviert werden. Am 13. Juni erwartet der Coach seine Spieler dann zum Trainingsauftakt. "Ich gehe davon aus, dass ich dann in Meiderich auf dem Platz stehe", sagte Runjaic mit dem Zusatz: "Stand jetzt".

(RP)