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Msv Duisburg Phil Ofosu-Ayeh und seine ganz persönliche Duisburg-Geschichte

Duisburg · Geboren in Moers, aufgewachsen in Duisburg und Wilhelmshaven spielte der 21-Jährige bis 2011 unter dem Nachnamen Schlüter. Nach 19 Jahren kehrte er als Fußballer an seine Wurzeln zurück und hat sich beim MSV auf Anhieb auf der rechten Abwehrseite durchgesetzt.

 Phil Ofosu-Ayeh will dem MSV Duisburg helfen, aus der Dritten Liga wieder nach oben zu kommen.

Phil Ofosu-Ayeh will dem MSV Duisburg helfen, aus der Dritten Liga wieder nach oben zu kommen.

Foto: christoph reichwein

Zum Abschluss stellt Phil Ofosu-Ayeh die Gegenfrage. "Eine tolle Geschichte ist das, oder?", entgegnet der 21-Jährige mit einem Lächeln, der sich fußballerisch, wie er sagt, "bei einem Topklub mit viel Tradition" angekommen sieht. Für den Rechtsverteidiger schließt sich mit dem Wechsel zum Drittligisten MSV Duisburg aber auch persönlich ein Kreis.

Der Sohn deutsch-ghanaischer Eltern war als Kind noch zu klein, um sich heute an Details zu erinnern, aber seine ersten beiden Lebensjahre verbrachte Phil Ofosu-Ayeh mit seiner Mutter Manuela in Duisburg. Von Moers aus, wo der Profifußballer geboren wurde, zogen beide nach Duisburg, lebten zwei Jahre in der Stadt, bevor es sie nach Wilhelmshaven verschlug. "Nach 19 Jahren nun wieder zurückzukehren und beim MSV gelandet zu sein, freut mich sehr. Ich bin sozusagen wieder bei meinen Wurzeln angekommen", sagt der Neuzugang der Zebras, der bis zur Volljährigkeit Schlüter hieß und den Mädchennamen seiner deutschen Mutter trug.

Der Grund: Vater Peter wurde zurück nach Ghana abgeschoben als Phil fünf Jahre alt war. Der Kontakt riss danach für lange Zeit ab. "Als ich 18 wurde, hat er sich dann wieder bei mir gemeldet. Seitdem verstehen wir uns super", sagt Ofosu-Ayeh, der von diesem Moment an wieder den Nachnamen seines Vaters annahm. "Er lebt noch immer in Ghana, wir kommunizieren regelmäßig auf Englisch und pflegen ein gutes Verhältnis. Er verfolgt meine Karriere und freut sich für mich."

Bis zu seinem 19. Geburtstag spielte Ofosu-Ayeh, der inzwischen mit seinen Halbgeschwistern in Oberhausen wohnt, für den SV Wilhelmshaven und wechselte 2011 zu Rot-Weiß Erfurt. Dort absolvierte der heute 21-Jährige seine ersten beiden Profijahre — und feierte im Thüringen-Derby gegen den FC Carl Zeiss Jena am 23. Juli 2011 sein Debüt. Beim Drittligisten übernahm er in der Rückrunde als Stammspieler die Position des rechten Verteidigers und kam bis zu seinem Wechsel zum MSV insgesamt auf 59 Einsätze (ein Tor). In Duisburg soll nun der nächste Karrieresprung für Ofosu-Ayeh folgen, der am 7. April 2011 erstmals auch für das U20-Nationalteam Ghanas nominiert wurde. Zu einem Einsatz kam es bislang allerdings nie, weil die Reiseunterlagen nicht rechtzeitig fertig wurden. "In Afrika dauern Behördengänge in der Regel eben etwas länger als in Deutschland", erzählt der Jung-Profi mit einem Schmunzeln. Kontakt zur Nationalmannschaft besteht derzeit keiner mehr. "Wenn ich beim MSV meine Leistung konstant abrufe, dann kommt als Bonus vielleicht irgendwann auch wieder eine Einladung", ist Ofosu-Ayeh überzeugt. "Die steht aber erst einmal hinten an. Was zählt, ist derzeit der MSV."

Eine Eingewöhnungszeit brauchte der Defensivmann in Duisburg nicht. Dafür war nach dem Zwangsabstieg und der verkürzten Vorbereitung auch keine Zeit. Dennoch, betont Trainer Karsten Baumann, "spricht es für Phil, dass er sich von Anfang an bei uns durchgesetzt hat". Vor allem seine Schnelligkeit und körperliche Robustheit machen ihn für den Coach so wertvoll. "Phil hat in den ersten beiden Ligaspielen und dem Pokalduell mit Paderborn gezeigt, dass er seine Seite gut zumachen kann — genauso aber gefährliche Vorstöße nach vorne wagt", nennt Baumann die Stärken seines rechten Verteidigers. "Ich bin froh, einen solchen Spieler auf dieser Position zu haben, wenngleich auch Phil sich im Zusammenspiel mit seinen Teamkollegen noch verbessern kann. Ab und an will er noch etwas zu viel."

Die Erfahrung seiner Nebenleute, ergänzt Ofosu-Ayeh, gebe ihm aber die nötige Sicherheit. "In einer Viererkette mit Branimir Bajic, Markus Bollmann und Sascha Dum kann ich nur dazulernen. Ich will auf lange Sicht helfen, mit dem MSV wieder nach oben zu kommen."

Von Kräfteverschleiß nach dem intensiven Pokalspiel am Montag will der Abwehrmann nichts wissen. "Volle Kraft voraus", gibt er auch als Marschrichtung für das morgige Drittliga-Heimspiel gegen Jahn Regensburg aus (14 Uhr, Schauinsland-Reisen-Arena).

"Natürlich sind nach solchen Partien die Beine schwer, aber wie man in ein Spiel geht, ist ein Stück weit auch Kopfsache. Ich will immer 90 Minuten abspulen und gehe die Aufgaben positiv an. Wenn ich dann merke, dass ich müde bin, kann ich immer noch die Hand heben und mich auswechseln lassen. Aber", fügt der Abwehrmann mit einem Augenzwinkern an, "ich hebe nur sehr ungerne die Hand."

(RP)
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