1. Sport
  2. Fußball
  3. MSV Duisburg

MSV Duisburg: Nach Runjaic-Abschied: Der MSV Duisburg steckt weiter in Nöten

MSV Duisburg : Nach Runjaic-Abschied: Der MSV Duisburg steckt weiter in Nöten

Bernard Dietz fiel aus allen Wolken: "Das habe ich nicht gewusst. Davon war bisher nicht die Rede", sagte das Idol des angeschlagenen Fußball-Traditionsklubs MSV Duisburg zum Abschied von Trainer Kosta Runjaic. Der Coach zog durch seine Demission die Konsequenzen aus der scheinbar unendlichen Zitterpartie des Zweitliga-Zwangsabsteigers um die sportliche wie finanzielle Zukunft und offenbar auch neuerlichen Fehlern bei der Beantragung für die angestrebte Drittliga-Lizenz.

Bernard Dietz fiel aus allen Wolken: "Das habe ich nicht gewusst. Davon war bisher nicht die Rede", sagte das Idol des angeschlagenen Fußball-Traditionsklubs MSV Duisburg zum Abschied von Trainer Kosta Runjaic. Der Coach zog durch seine Demission die Konsequenzen aus der scheinbar unendlichen Zitterpartie des Zweitliga-Zwangsabsteigers um die sportliche wie finanzielle Zukunft und offenbar auch neuerlichen Fehlern bei der Beantragung für die angestrebte Drittliga-Lizenz.

"Ich bitte zu verstehen, dass ich mir eine eigene Deadline gesetzt habe, wann ich persönlich die Verantwortung für eine entsprechende Qualität im Kader und eine Erfolg versprechende Saisonvorbereitung nicht mehr übernehmen kann. Dieser Zeitpunkt ist nun gekommen. Ich bedauere das sehr, denn ich hätte hier sehr gerne weiter gearbeitet", begründete der 42-Jährige auf der MSV-Homepage seine Entscheidung: "Ich habe gesagt, dass ich mir einen Verbleib nur unter bestimmten Bedingungen vorstellen kann. Diese Bedingungen können nun nicht mehr erfüllt werden."

Angesichts der ungewissen Perspektiven hatten sich sich zuvor mehrere MSV-Spieler, die grundsätzlich zu einem Drittliga-Engagement bereit gewesen wären, anderen Vereinen angeschlossen. "Der Druck wächst immens", beschrieb MSV-Sportdirektor Ivo Grlic die Personalentwicklung. Sein Hauptproblem: Niemand unterschreibt einen Vertrag beim früheren Vizemeister ohne Garantie für einen Platz in der 3. Liga - die auch noch in nicht einmal mehr drei Wochen beginnt.

Dietz: "Die Unsicherheit macht Dich verrückt"

MSV-Vorstandsmitglied Dietz empfindet denn auch die ungeklärte Zukunft des Bundesliga-Gründungsmitgliedes, dem ohne Drittliga-Lizenz sogar die Insolvenz und der Sturz in die fünftklassige Oberliga drohen, immer belastender. "Die Unsicherheit macht Dich verrückt", sagte Deutschlands Europameister-Kapitän von 1980 dem SID: "Das ist eine ganz miese Situation."

Eine Erlösung mit Happy End für die Dietz und die gesamte MSV-Gemeinde erscheint allerdings zunehmend schwieriger - auch weil die MSV-Führung offenbar nach dem Lizenzdesaster für Liga zwei (Rechenfehler) schon wieder nicht sauber gearbeitet hat. Auch deswegen ist die vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) geforderte Sicherheitsleistung, die Dietz auf "2,5 bis 3,0 Millionen Euro auf den Tisch" bezifferte, zum scheinbar größten Problem des Klubs geworden.

"Die Zielgerade", sagte Kirmse kürzlich vor Fans, "ist in Sicht, wir kommen im Moment aber noch nicht darüber." Der MSV-Boss räumte auch ein, dass die bislang beim DFB eingereichten Unterlagen "in Gänze noch nicht den Formalien des DFB entsprechen".

Freitag läuft die Nachbesserungs-Frist aus

Freitag um 15.30 Uhr läuft die Frist für Nachbesserungen aus. Bis dahin will Kirmse keine neuen Wasserstandsmeldungen mehr abgeben, um, wie der Klubchef dem SID sagte, "nicht neues Öl ins Feuer zu gießen".

Kirmse, der mit seinem Team bei den MSV-Gläubigern immerhin schon einen 80-prozentigen Schuldenschnitt erreichen konnte, hat auch genug anderes zu tun. Zum einen sollen die neuen Sponsoren-Verträge nur in Kopie statt im erforderlichen Original und wegen Urlaubs von Entscheidungsträgern auch noch nicht unterschrieben beim DFB eingereicht worden sein; zum anderen fehlt offenbar auch noch die Bestätigung für eine drastische Senkung der bislang rund 4,5 Millionen Euro betragenden Stadionmiete. Und da wäre eben auch noch die Sicherheitsleistung.

Kirmses Vorgänger Andreas Rüttgers warb denn auch um noch mehr Geduld: "Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht."

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2. Bundesliga 12/13: MSV Duisburg stellt Kosta Runjaic vor

(sid)