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MSV Duisburg: Nach rechten Parolen ermittelt die Polizei

MSV Duisburg : Nach rechten Parolen ermittelt die Polizei

Sportlich durfte beim MSV Duisburg nach dem 1:0-Erfolg im Pokal beim Halleschen FC am Wochenende kräftig durchgeatmet werden. Abseits des Rasens aber versetzte das Spiel die Verantwortlichen des MSV in höchste Alarmbereitschaft.

Vereinzelt hatten Anhänger auf nicht hinnehmbare Weise auf sich aufmerksam gemacht. Aus dem Gästeblock waren antisemitische und rassistische Parolen von Einzelpersonen beziehungsweise kleineren Gruppen zu hören. Auch ein Hitlergruß war zu sehen. Die Polizei ermittelt.

Im Kreis der MSV-Fans, die gestern heftig in einem Forum im Internet über die Vorfälle diskutierten, erregte auch ein Flaschenwurf die Gemüter. Augenzeugen verweisen auf einen Vorfall nach dem Pokalspiel. Demnach soll aus der Dachluke eines MSV-Fanbusses eine Glasflasche in Richtung einiger Anhänger des Halleschen FC geflogen sein. Viele Fans der Zebras nutzten gestern das Forum, um kund zu tun, dass sie Geschehnisse dieser Art aufs Tiefste verurteilen. Wer genau für die Zwischenfälle verantwortlich ist, konnte bisher nicht eindeutig geklärt werden. Hinweise lägen jedoch vor, wie es von Seiten des MSV heißt.

Offenbar aber handele es sich um Mitglieder einer Gruppe, die die Nähe zur Hooligan-Szene sucht, und die dem Vernehmen nach auch gegenüber MSV-Anhängern aggressiv auftrat. Die Polizei und Ordner in Halle reagierten sofort und holten verängstige Familien vorsorglich aus dem Block.

Der MSV hatte sich bereits in der Vergangenheit immer wieder klar zu diesem Problem positioniert und sich von derartigem Verhalten distanziert. Am Montag schrieb der Klub auf seiner Internetseite — ohne allerdings einen Anlass zu nennen: "Der MSV Duisburg und seine Anhänger wehren sich entschieden gegen jede Art von Diskriminierung oder Rassismus. Wir stehen allen Menschen offen und mit Respekt gegenüber", heißt es.

Zugleich fordert der Verein in seiner Erklärung auf, Beobachtungen mitzuteilen und aktiv dazu beizutragen, dass der MSV ein Verein ist, in dem sich alle Menschen wiederfinden können.

Doch Sanktionen — wie etwa Stadionverbote — können nur ausgesprochen und erteilt werden, wenn die Täter auch ermittelt und identifiziert werden können.

Rund 800 Anhänger waren mit nach Halle gereist — von denen aber offenkundig nicht alle auch die Bezeichnung "Fan" verdienen. Die auffällig gewordene Gruppe war nicht einmal in Trikots oder mit MSV-Schals unterwegs, sondern trug einheitliche weiße Kleidung. Vorfälle diesen Ausmaßes hätten auch den MSV überrascht, wie der Verein gestern mitteilte. Umso wichtiger sei es nun, alles Mögliche zu tun, um die "echten" Fans zu schützen.

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Ansagen für den heimischen Stadionsprecher und Texte auf der Anzeigentafel seien bereits vorbereitet — für den Fall, dass es am Samstag beim Heimspiel gegen Dynamo Dresden ähnliche Vorfälle geben sollte. Parallel sind auch die Fan-Beauftragten des MSV eingeschaltet.

"Wir akzeptieren weder Vandalismus noch Rechtsradikalismus", betonte MSV-Vorstandschef Andreas Rüttgers gestern. "Es wäre aber fatal, so zu tun, als wäre Duisburgs Fanszene problematisch. Solche Themen sind nicht nur speziell auf den Fußball gemünzt, sondern auch ein Spiegelbild der Gesellschaft. Da muss man entsprechend entgegenwirken. Wir als Verein distanzieren uns von solchen Vorfällen."

(tob)