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MSV Duisburg: Müller und Lachheb verlassen den MSV

MSV Duisburg : Müller und Lachheb verlassen den MSV

Der 24-jährige Torhüter wird auf eigenen Wunsch nicht mehr für den MSV Duisburg spielen. Lachheb erhält keinen Vertrag für die 3. Liga. Heißer Kandidat für die Torhüterposition ist Michael Ratajczak, der sich bereits im Januar in Duisburg fit hielt.

Am Donnerstag endete die sogenannte "Beschwerdefrist", innerhalb der der MSV Duisburg Einspruch gegen die Lizenzbedingungen des DFB einlegen muss. Dabei geht es unter anderem darum, die vom Verband geforderte Kaution in Millionenhöhe zu drücken. Ein guter Finanzplan wirkt sich da hilfreich aus. Statt zwei Millionen Euro, die es zu hinterlegen gilt, könnte das "Pfandgeld" für den MSV dann geringer ausfallen.

Nach eigenen Aussagen hat der MSV Duisburg sämtliche Forderungen erfüllt. Im Laufe des heutigen Tages erwartet der Verein nun zumindest eine mündliche Rückmeldung aus Frankfurt, dass die Zulassung erfolgen kann. MSV-Chef Udo Kirmse hatte dieses Abnicken ursprünglich am Donnerstag bereits erwartet. Da aber blieb der Anruf aus. Sobald die Ampel auf Grün springt, wollen die Meidericher mit dem Dauerkartenverkauf beginnen. Hier erhofft man sich, dass die Sympathiewelle trägt, "denn jede verkaufte Dauerkarte erhöht unsere Liquidität", sagt der KGaA-Chef Jürgen Marbach.

Das ist dann auch der Moment, von dem an Sportdirektor Ivo Grlic mit Spielern und Trainern endlich Nägel mit Köpfen machen kann, die bereits ihre Zusagen hinsichtlich eines Verbleibs in Duisburg gaben, sich mit der Unterschrift aber so lange Zeit lassen wollten, bis das endgültige Okay aus Frankfurt da ist — verständlicherweise. Dass sich ein knappes Dutzend Spieler trotz fehlendem Arbeitspapier zuletzt in Meiderich fit hielt und auch das Trainergespann um Kosta Runjaic, Ilia Gruev und Sven Beuckert dem MSV nicht von der Fahne sprang, ist allerdings Signal genug.

Sie beweisen derzeit täglich aufs Neue, dass intensivem Arbeiten für einen Verein nicht immer ein Vertrag zugrunde liegen muss. "Noch ist nichts final", entgegnete Runjaic gestern, was den 42-Jährigen aber ebenso wenig wie Gruev und Beuckert davon abhält, den Aufbau einer schlagkräftigen Mannschaft voranzutreiben. "Das Telefon steht nicht still", erklärt der Coach, der in engem Austausch mit Manager Grlic steht. "Der Faktor Zeit spielt eine wichtige Rolle. Die Zusammenstellung des Kaders ist eine Mammutaufgabe."

Ohne verbindliche Zusage aus Frankfurt fällt es schwer, Verhandlungen zu führen. "Wir sind dennoch schon weit, haben viele Zusagen von Spielern, die unterschreiben würden, sobald der MSV grünes Licht erhält", so Runjaic, der die Zurückhaltung der Spieler verstehen kann. "Wir stehen für seriöse Arbeit in Duisburg und wollen das mit den Spielern und Beratern auch so beibehalten. Wir pflegen einen ehrlichen Austausch." Ziel ist es, so Runjaic, "eine Mannschaft aufzubauen, die die jüngste Euphoriewelle mit in die neue Saison nehmen und dort auch dem Druck stand halten kann, als namhaftester Klub die gejagte Mannschaft zu sein."

Dabei planen die Meidericher ohne Adli Lachheb und Torhüter Roland Müller. Abwehrspieler Lachheb, der vor einem Jahr an die Westender Straße kam, erhält keinen neuen Vertrag. Müller hingegen entschied sich auf eigenen Wunsch, den Verein zu verlassen. Offenbar liegt ihm ein Angebot aus der Schweiz vor, wo der 24-Jährige die Chance erhält, sich als Nummer eins zu beweisen.

Zuletzt soll es Signale gegeben haben, dass der MSV sich mit einem erfahrenen Torhüter zusätzlich verstärken wollte. Scheinbar war Müller das Risiko zu hoch, in einer entscheidenden Phase seiner Karriere weiter ohne Spielpraxis zu bleiben und den Konkurrenzkampf zu verlieren.

Heißer Kandidat auf den freien Posten ist Michael Ratajczak. Bereits während der Winterpause hielt sich der ehemalige Keeper von Fortuna Düsseldorf beim MSV fit und hätte als Ersatz für Felix Wiedwald bereit gestanden, für den Fall, dass der Keeper aufgrund seines Mittelhandbruchs länger als erwartet ausgefallen wäre. Nach dem Trainingslager in der Türkei trennten sich die Wege aber vorerst wieder, der 31-Jährige nahm ein Angebot des belgischen Zweitligisten White Star Woluwe an, wo er bis zum Saisonende spielte.

Inzwischen ist Ratajczak zurück in Düsseldorf und hat nach RP-Information bereits Gespräche mit dem MSV Duisburg geführt. Von den verbliebenen Spielern sollen möglichst alle Akteure gehalten werden. Wenngleich es kein Geheimnis ist, dass beispielsweise Drittligist Preußen Münster Interesse an Ranisav Jovanovic und Sascha Dum bekundet hat.

Hier geht es zur Bilderstrecke: 2. Bundesliga 13/14: "Ligaloser" MSV startet in die Vorbereitung

(RP)