Lokalsport: MSV profitiert vom Uerdinger Aufstieg

Lokalsport : MSV profitiert vom Uerdinger Aufstieg

Fußball: Nach der Lizenzerteilung an den Drittliga-Neuling KFC haben die Zebras einen Untermieter - und damit eine Zusatzeinnahme in Höhe von 400.000 Euro. Der Rasen in der Arena wird einmal mehr getauscht als üblich.

Die Nachricht vom Aufstieg des KFC Uerdingen wird man beim MSV Duisburg gern gehört haben. Nach der Entscheidung des Beschwerdeausschusses steht fest: Der Nachbar kickt in Liga drei. Das bedeutet auch: Die Uerdinger ziehen für eine Spielzeit in die Schauinsland-Reisen-Arena um. Das lohnt sich für Duisburg und den MSV. Der KFC zahlt etwa 800 .000 Euro an Miete.

MSV-Geschäftsführer Peter Mohnhaupt wollte dazu gestern so viel sagen: "Der Vertrag über eine Spielzeit orientiert sich an den Regelmieten des MSV für die Dritte Liga." Diese liegt bei den genannten 800. 000 Euro - Betriebskosten nicht eingerechnet. Der MSV und die Stadionprojektgesellschaft, der die Arena gehört, teilen sich nach Angaben von Mohnhaupt in etwa die Kaltmiete. Die Gesellschaft ist wiederum im Besitz von Städtischen Tochterunternehmen. "Unsere Mittel werden wir für die Instandhaltung der Infrastruktur der Schauinsland-Reisen-Arena verwenden", sagte Dirk Broska, Geschäftsführer der Stadionprojektgesellschaft.

Der MSV darf sich über eine satte Zusatzeinnahme freuen. Peter Mohnhaupt machte zugleich deutlich: "Wir werden das Geld nicht in den Kader stecken." Der Erfolg des Clubs von der anderen Rheinseite bringt keinen Top-Spieler. Stattdessen beschere die Zusatzeinnahme einen gewissen Puffer und man könne länger liegengebliebene Maßnahmen angehen.

Dazu könnte auch gehören, die eigene Schuldenlast zu senken. Die Vorsicht macht Sinn. Der Mietvertrag läuft für ein Jahr. Immer wieder aber ist zu hören, dass der KFC und die Stadt Krefeld den Umbau der Grotenburg schneller schaffen könnten.

Über den Umzug hatten die Zebras mit dem Nachbarn seit Januar verhandelt. In der vergangenen Woche sollte der Abschluss bereits verkündet werden. Dann aber kam die Überprüfung der Zulassung dazwischen. Nun konnte der MSV als Hauptmieter die Nachricht verkünden. Dirk Broska wird darin zitiert: "Wir beide als Partner, also der MSV und die Stadionprojektgesellschaft, profitieren kommerziell von diesem Deal."

Klar ist dabei, dass sich der KFC zusätzlich zur Kaltmiete auch an den Betriebskosten für die Arena beteiligt. Auf die Mannschaft des MSV kommt reichlich Mehrarbeit zu. Da gehört auch, dass das Stadion vor und nach jedem Spiel der Uerdinger abgenommen und übergeben werden muss. Darüber hinaus hat man vereinbart, den Rasen einmal zusätzlich zu tauschen.

Der MSV teilt weiter mit, dass der Stehplatzbereich der Anhänger des MSV Duisburg in der König-Pilsener-Fankurve bei den Heimspielen des KFC Uerdingen gesperrt bleibt. Über die Nutzung des Oberrangs werde es weitere Gespräche mit den Ordnungsbehörden und dem KFC geben. Weitere Absprachen sind notwendig. DFL und DFB werden sich bei den Spieltagsansetzungen für die Heimpartien des MSV und des KFC abstimmen, um Überschneidungen zu vermeiden. Die Drittliga-Saison 2018/19 beginnt am Wochenende 27. bis 29. Juli. Am 28. Juli ist die Schauinsland-Reisen-Arena allerdings geblockt. Da steht der Cup der Traditionen auf dem Plan. Die Zweite Liga startet am Wochenende 3. bis 5. August.

(kew)
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