MSV Duisburg: Zweites Gutachten für gesperrte Schauinslandreisen-Arena sieht keine akute Gefahr

Gesperrte MSV-Arena: Zweiter Gutachter sieht keine akute Gefahr

Die Duisburger Arena ist von der Stadt am Freitag vorerst gesperrt worden. Grund sind Schäden am Dach. Ein zweites Gutachten zeigt, dass keine Gefahr für Zuschauer besteht. Bis zum Spiel des KFC Uerdingen am Sonntag muss eine Entscheidung her.

Bei einer Routinekontrolle im Duisburger Fußballstadion sind von einem externen Gutachter Schäden an der Dachkonstruktion der Arena festgestellt worden. Einige Lichtstegplatten im Dach über den Zuschauerrängen sind defekt. Das ist der halbtransparente Teil des Dachs, der unmittelbar über Zuschauerrängen und Innenraum hängt. „Die Schäden können zur Gefahr für Zuschauer werden“, sagte ein Sprecher der Stadt Duisburg am vergangenen Freitag. Er bestätigte, dass die Stadt die Nutzung der Schauinslandreisen-Arena deswegen untersagt hat. Das heißt: Bis die Schäden behoben sind, dürfen keine Fußballspiele oder Veranstaltungen in der Arena stattfinden. Der Stadionbetreiber sei bereits Informiert worden. Zuerst hatte die WAZ darüber berichtet.

Auch Zweitligist MSV Duisburg wusste am Freitag bereits, dass die Stadt Schäden am Stadion festgestellt hat. „Wir sehen das derzeit aber gelassen und gehen davon aus, dass der Spielbetrieb weiter gehen kann“, sagte der Pressesprecher des MSV unserer Redaktion. Die Duisburger müssten am 1. Februar der erste Mal in der Rückrunde der Zweiten Liga wieder im heimischen Stadion antreten - gegen Darmstadt 98.

Die Sperrung betrifft aber nicht nur den MSV, sondern auch Drittligist KFC Uerdingen, der seine Heimspiele in der Duisburger Arena austrägt. Uerdingen tritt eigentlich bereits am 27. Januar gegen die Würzburger Kickers in Duisburg an.

Dirk Broska, Geschäftsführer der Stadion-Projektgesellschaft, ist zuversichtlich, dass das Spiel stattfinden wird. Er war am Freitagmittag mit einem zweiten Gutachter auf dem Dach der Arena. Dieser sollte den Sachverhalt klären. Das Gutachten sei am Wochenende fertiggestellt worden und liege der Stadt nun vor, sagte Broska unserer Redaktion am Montag. „Das zweite Gutachten zeigt, dass es ein paar kleine Schäden an den Platten gibt. Es sind aber keine, die ad hoc eine Gefahr für Leib und Leben darstellen“, sagt Broska. Wäre das so, wären die Dachdecker schon längst dabei, die Platten hinaus zu reißen.

Einige Platten hätten kleine Risse, durch die Wasser eindringen kann. Es bestehe aber aktuell noch keine Gefahr, dass die Platten dadurch hinunter stürzen könnten.

Im Grunde würden beide Gutachten das gleiche feststellen, sagt der Geschäftsführer der Stadion-Projektgesellschaft. „Der erste Gutachter hat es im Tonfall nur so formuliert, dass die Stadt daraus eine akute Gefahr gelesen hat.“ Nun könne sie beide Gutachten nebeneinander legen und neu entscheiden.

Dass die Lichtstegplatten in naher Zukunft ausgetauscht werden müssen, sei bereits klar gewesen. Das gehe auch relativ schnell. „Allerdings müssen die Platten erst produziert werden und das dauert“, sagt Broska. Daher würde er gerne zunächst wissen, wie viele Platten genau tatsächlich ausgetauscht werden müssen und das ganze in einer konzentrierten Aktion machen. Schließlich seien die Kosten für die Baugerüste und Dachdecker der größte Faktor und müssten sonst doppelt gezahlt werden. „Es wäre unwirtschaftlich, jetzt alle Platten herausreißen zu lassen, ohne dass die neuen Platten da sind“, sagt Broska.

Nun ist das Spiel der KFC Uerdingen aber bereits am kommenden Sonntag. Was also, wenn die Stadt weiterhin darauf besteht, dass die Platten für eine Freigabe des Stadions entfernt werden müssen? „Dann tritt doch Plan B in Kraft und wir reißen die Platten halt heraus. Das würde ich aber gerne vermeiden“, sagt Broska. Die Dachdecker würden aber dennoch schon mal Gewehr bei Fuß stehen. Sie würden auch dann zum Einsatz kommen, wenn die Stadt zu lange für die Entscheidung braucht - um den Spieltermin nicht in Gefahr zu bringen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version diese Textes hieß es, die Schäden seien bei einer Kontrolle des Duisburger Bauamtes aufgefallen. Tatsächlich handelte es sich laut Stadt aber um eine vom Stadionbetreiber in Auftrag gegebene Routinekontrolle durch einen externen Gutachter. Auf Basis des von diesem Gutachter erstellten Berichts entschied sich das Bauamt dann zur Sperrung.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Das kaputte Duisburger Stadiondach

Mehr von RP ONLINE