Kader soll verkleinert werden Warum MSV-Trainer Ziegner noch Spieler abgeben will

Düsseldorf · Der Kader des MSV Duisburg ist nach wie vor sehr groß - zu groß, wenn es nach Torsten Ziegner geht. Der Trainer der Zebras würde gerne noch Spieler abgeben. Ein Akteur steht bereits vor dem Absprung.

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Die Ziele für die zweite Saisonhälfte hat Duisburgs Trainer Torsten Ziegner klar definiert. Der 45-Jährige erwartet im neuen Jahr den nächsten Schritt von seiner Mannschaft, wie er bereits vor dem Auftakt am Samstag beim 1. FC Saarbrücken (3:2) angekündigt hatte. Dazu gehöre es vornehmlich, mehr Konstanz in die eigenen Auftritte zu bekommen. Zu abwechslungsreich präsentierten sich die Zebras in der Hinserie. Ziegner ist sich sicher, dass konstantere Leistungen auch zum zweiten großen Ziel führen: mehr Punkte als in der Hinrunde.

In den ersten 17 Spielen sammelte der MSV 22 Zähler. Zum Start ins neue Drittliga-Jahr kamen direkt drei weitere hinzu. Ein Auftakt nach Maß. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass der MSV in der wackligen Schlussphase, in der ein 3:3 nach einer 3:0-Führung möglich gewesen wäre, bis zum Schluss um den Erfolg zittern musste. Der Sieg im Saarland dürfte dem Team Selbstbewusstsein und Rückenwind für die kommenden Aufgaben geben. Gleichfalls zeigte der knappe Erfolg trotz zwischenzeitlicher beruhigender Führung, dass man bis zum Ende konzentriert zu Werke gehen muss. Im Januar folgen noch die Heimspiele gegen Waldhof Mannheim, womit die Hinserie endet, und den VfL Osnabrück.

Ein weiterer Punkt, den der Trainer gerne angehen würde, ist die Kadergröße. In der langen WM-Pause hatte der MSV weder Zu- noch Abgänge zu vermelden. Verstärkungen dürfte es angesichts finanzieller Engpässe auch nicht mehr geben, bezüglich möglicher Abgänge hat Ziegner aber klargemacht, dass er sich gerne noch von Spielern trennen würde. Angesichts der Kadergröße von 26 Feldspielern und drei Torhütern hat Duisburgs Cheftrainer Sorge, dass es Frustrierte geben wird. „Bei unserer Kadergröße werden wir im Laufe der Rückrunde unzufriedene Spieler haben, da sie wenig Einsatzzeit bekommen“, bekräftige Ziegner. So etwas könnte auf die Stimmung drücken. Darüber hinaus sei regelmäßige Spielpraxis für jeden Profi das wichtigste, unabhängig vom Alter.

Konkrete Namen, die für einen vorzeitigen oder eventuell auch nur zwischenzeitlichen Abschied in Betracht kommen, nannte Ziegner nicht. „Manche Jungs waren in den ersten 17 Spielen etwas außen vor, weil wir die Positionen mehrfach besetzt haben und sich andere Spieler mehr aufgedrängt haben“, sagte Ziegner diplomatisch. Entsprechend hoffe er, „dass der ein oder andere einen Verein findet, bei dem er mehr gebraucht wird.“ Zugleich betonte Ziegner aber auch, dass alle Spieler bei einem Verbleib weiter „die Chance bekommen auf sich aufmerksam zu machen“. Nicht zuletzt die erste Saisonhälfte hatte gezeigt, dass sich die Dinge im Fußball aufgrund von Verletzungen, Krankheiten oder taktischen Veränderungen schnell ändern können.

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Kandidaten für einen Wechsel sind Leroy Kwadwo und der verletzte Innenverteidiger Vincent Gembalies, die in der laufenden Saison noch gar nicht zum Einsatz gekommen sind. Auch Marvin Knoll spielte bislang eine Nebenrolle. Lediglich beim 1:1 im November gegen die SpVgg Bayreuth stand der Defensivallrounder, der zu Saisonbeginn lange verletzt ausfiel, für wenige Minuten auf dem Rasen.

Bei Gordon Wild sind die Dinge ähnlich gelagert. Der 27-Jährige ist bei Trainer Ziegner außen vor, absolvierte in der laufenden Saison lediglich fünf Kurzeinsätze für insgesamt 16 Minuten. In den vergangenen Monaten wurde der Offensivspieler, dessen Vertrag am Ende der Spielzeit ausläuft, allerdings gar nicht mehr von Trainer Torsten Ziegner berücksichtigt. Seit dem elften Spieltag fehlte er im Kader der Zebras, so auch beim 3:2-Sieg in Saarbrücken.

Alle Beteiligten dürften sich daher einig sein, dass eine Trennung die beste Lösung wäre. Ein möglicher Abnehmer könnte Rot-Weiß Erfurt sein. Beim Tabellenzweiten der Regionalliga Nordost stellt sich der Mittelfeldspieler aktuell vor. Am Sonntag war er auch in einem Testspiel beim 1. FC Kaiserslautern (0:4) für die Thüringer im Einsatz. Eine Entscheidung von Erfurt steht noch aus.

(old)
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