MSV Duisburg verliert im DFB-Pokal gegen die TSG Hoffenheim

MSV Duisburg : Die Fehler der Zebras werden bestraft

Der Fußball-Drittligist verliert in der zweiten Runde des DFB-Pokals gegen Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim mit 0:2. Die Fans feiern die leidenschaftlich kämpfende Mannschaft trotzdem. Marvin Compper fällt noch zwei Wochen aus.

Grillitsch jubelte – und Grlic ärgerte sich. Der Österreicher Florian Grillitsch leitete am Dienstag mit seinem Führungstreffer für den Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim die Pokalniederlage des Drittligisten MSV Duisburg ein. Die Zebras verloren das Zweitrunden-Spiel an der Wedau mit 0:2 (0:0). Somit hatten MSV-Sportdirektor Ivica Grlic und Co. vergeblich auf eine Pokal-Überraschung und der damit verbundenen Geldprämie von 704.000 Euro gehofft.

Die Duisburger Fans unter den 14.306 Zuschauern feierten ihre Mannschaft nach dem Schlusspfiff trotzdem. Die Zebras hatten dem Favoriten aus Hoffenheim einen großen Kampf geboten. Zumindest im ersten Durchgang war die Geschichte für die Gäste unangenehm. „Hoffenheim hat verdient gewonnen. Und wir haben die Tore gut vorbereitet“, sagte Ivica Grlic. Der Sportdirektor lobte trotzdem das Team: „Wir haben leidenschaftlich gekämpft und gut dagegengehalten.“

Abwehrchef Marvin Compper verlor das Fitnessrennen. Der Innenverteidiger, der an einem Muskelfaserriss laboriert, warf nach einem Härtetest das Handtuch. Es reichte nicht für ein Wiedersehen mit seinem Ex-Klub TSG 1899 Hoffenheim. Marvin Compper wird, so MSV-Trainer Torsten Lieberknecht, mindestens noch zwei Wochen ausfallen. Dafür meldete sich Joshua Bitter nach auskurierter Grippe zurück und war als Rechtsverteidiger mit von der Partie.

Der Anfang vom Ende: Der zur zweiten Halbzeit eingewechselte Florian Grillitsch erzielt das 1:0 für die TSG Hoffenheim. Foto: Fotos: firo Sportphoto

Ansonsten vertraute Lieberknecht dem Team, das in Würzburg gewonnen hatte. Erneut gehörten drei Torhüter dem Kader an. Zwei Plätze im Aufgebot blieben mangels Personal frei. Derartige Probleme hat Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder nicht. Er setzte auf Rotation und veränderte seine Startelf gegenüber der letzten Bundesliga-Partie auf acht Positionen.

Der MSV startete frech und forsch, warf Kampf und Leidenschaft in die Waagschale und hätte schon in der vierten Minute in Führung gehen können. Moritz Stoppelkamp erlag offenbar einem ärgerlichen Irrtum. Er stand nach einem Zuspiel von Max Jansen frei vor dem Tor, wähnte sich aber im Abseits und schloss die Aktion ohne Wucht ab. Schiedsrichter Sören Storks hatte sie nicht abgepfiffen. Nicht wuchtig genug war auch Stoppelkamps Freistoß aus 17 Metern drei Minuten später. TSG-Torwart Philipp Pentke hatte keine Probleme, den Ball zu parieren.

Rechtsverteidiger Joshua Bitter (links) lieferte eine starke Leistung ab und war bester Duisburger.

Von den Gästen war in der Anfangsphase wenig zu sehen. In der 20. Minute setzte der Bundesligist sein erstes Ausrufezeichen mit einer Großchance. Ihlas Bebou traf per Kopf das Lattenkreuz des Duisburger Tores. Hoffenheim machte danach mehr Druck. Ungenauigkeiten im Duisburger Spiel rächten sich in der Regel sofort. Doch immer wieder bügelte ein MSV-Akteur einen Fehler eines Kollegen aus. Der Teamgeist stimmte. Joshua Bitter zeigte dabei vor allem in der ersten Halbzeit eine starke Leistung auf der rechten Abwehrseite.

Nach der Pause setzte zunächst der MSV die Akzente. Wieder war es Stoppelkamp, der für Gefahr sorgte. Mit einem Drehschuss aus 16 Metern scheiterte er aber am TSG-Keeper (50.). Dann leiteten die Gäste das Spiel jedoch in die erwarteten Bahnen. Mit zwei Treffern innerhalb von sechs Minuten sorgten die Kraichgauer für eine Vorentscheidung. In der 53. Minute überliefen die Hoffenheimer den MSV per Konter – der zur zweiten Hälfte eingewechselte Florian Grillitsch traf von der Strafraumgrenze zum 0:1. In der 59. Minute verlor Leroy-Jacques Mickels im Mittelfeld den Ball an Christoph Baumgartner. Der Österreicher bediente Sargis Adamyan, der das 0:2 erzielte.

Die Hoffnungen auf einen Duisburger Pokal-Coup schwanden mit diesem Doppelschlag erheblich. Das Lieberknecht-Team versuchte dennoch, den Anschluss wieder herzustellen. In der 70. Minute rettete TSG-Abwehrspieler Stefan Posch im letzten Moment gegen Vincent Vermeij. Zwei Minuten später zielte Lukas Boeder zu ungenau. In der 85. Minute scheiterte der kurz zuvor eingewechselte Petar Sliskovic aus kurzer Distanz am Gäste-Keeper.

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