MSV Duisburg: Trainer Ilia Gruev verteidigt Strategie

MSV Duisburg : Trainer Ilia Gruev verteidigt seine Strategie in der Verteidigung

Der MSV Duisburg bekam bei der 0:1-Niederlage bei Dynamo Dresden mit der neuen Fünferkette in der Abwehr erst nach der Pause Zugriff auf die Partie. Das weitaus größere Problem war allerdings, dass in der Offensive der Zebras nicht viel zusammenlief.

Uwe Neuhaus konnte sich ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen. Auf die Frage, ob er sich für den Siegtreffer zum 1:0 (0:0) im Auftaktspiel gegen den MSV Duisburg auch einen Scorerpunkt zuschreiben würde, antwortete der Trainer des Fußball-Zweitligisten Dynamo Dresden am späten Montagabend mit dem Brustton der Überzeugung: „Aber natürlich!“

Der Dynamo-Coach hatte vor dem entscheidenden Treffer von Lukas Röser blitzschnell geschaltet. Der Ball war im Aus, Uwe Neuhaus warf das Spielgerät seinem Kicker Philip Heise zu, der schickte Lukas Röser auf die Reise, der zum Tor des Tages traf, weil in der Duisburger Abwehr niemand blitzschnell schaltete.

Auch nach der Einwechslung von Stanislav Iljutcenko (links), hier im Duell mit Iannis Nikolaou, lief es in der Offensive nicht besser. Foto: Bongarts/Getty Images

„Dynamo hatte mehr Konzentration in den entscheidenden Momenten“, sagte Ilia Gruev, Trainer des MSV Duisburg, der schon in der Spielzeit zuvor mit einem 0:1 in Dresden gestartet war. Der Übungsleiter der Zebras beklagte außerdem Fehler bei eigenem Ballbesitz.

Ein Scorerpunkt für Neuhaus. Und was blieb für Gruev, der in Dresden seine neue Fünfer-Abwehrkette einsetzte, am Ende eines heißen Sommerabends? Der 48-Jährige verteidigte seine taktische Marschroute. „Insgesamt haben wir gut verteidigt“, stellte der Trainer fest. Und er verteidigte seine Verteidigungsstrategie. „Dresden spielte mit drei Stürmern. Welche Variante ist besser, als drei Innenverteidiger dagegen zu stellen?“ fragte Ilia Gruev in die Runde. Nun gut, in der Vergangenheit schafften es die Zebras durchaus, auch mit einem 4-4-2-System gegen einen offensiv ausgerichteten Gegner Spiele zu gewinnen.

Mit der neuen Variante für die Defensivarbeit, die Ilia Gruev in der Sommer-Vorbereitung akribisch einstudiert hatte, fand der MSV Duisburg in Dresden erst nach dem Seitenwechsel den Zugriff. Immerhin: Auf die Frage, warum der Trainer nicht zur Pause das System gewechselt hatte, nachdem Dynamo Dresden die Zebras einige Male in arge Verlegenheit gebracht hatte, konnte der Coach entgegnen, dass die Defensivabteilung die Dinge im zweiten Durchgang im Griff hatte. „Wir müssen auf der zweiten Halbzeit aufbauen“, sagte Innenverteidiger Sebastian Neumann, der sich nach einem schwachen Start deutlich steigern konnte.

Die Fünfer-Abwehrkette kann sich im Saisonverlauf einspielen. Sie war am Montagabend auch nicht das zentrale Problem der Meidericher beim Start in die Saison. Gut, beim Lattentreffer von John Verhoek und beim Freistoß von Kevin Wolze war auch etwas Pech im Spiel. Insgesamt enttäuschte die Offensive des MSV Duisburg aber mehr, als dass die Defensive Sorgen bereitete. Auf der Ersatzbank saßen mit Cauly Oliveira Souza, Joe Gyau und Ahmet Engin drei Flügelspieler, die jederzeit Schwung ins Spiel bringen können.

Den Außenverteidigern Kevin Wolze und Andreas Wiegel gelang dies nur bedingt – zumal die Spielweise bei hochsommerlichen Temperaturen auch enorm viel Kraft kostete. „Ich musste mehr laufen als sonst“, räumte Linksverteidiger Wolze nach der Niederlage ein. Das Projekt Fünferkette sieht der Kapitän des Zweitligisten nicht als gescheitert an: „Wir haben das am Ende richtig gut gemacht“, stellte Wolze fest.

Mit muskulären Problemen verließ der Duisburger Mittelfeldregisseur Fabian Schnellhardt am Montag nach 75 Minuten den Platz. Der Trainer gab nach der Begegnung allerdings Entwarnung. „Wir wollten nichts riskieren. Es ist nichts Schlimmes“, sagte Ilia Gruev

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