Krisenstimmung in Duisburg MSV-Trainer Schmidt nach „nächstem Schlag in die Fresse“ unter Druck

Düsseldorf · Die Pokal-Blamage beim SV Straelen setzt dem MSV Duisburg schwer zu. Einmal mehr gibt die Mannschaft ein erschreckendes Bild ab. Der Druck auf Trainer Hagen Schmidt wächst.

 MSV-Coach Hagen Schmidt.

MSV-Coach Hagen Schmidt.

Foto: FuPa/Marcel Eichholz

In der Gäste-Kurve brodelte es. Rund 1000 MSV-Fans machten ihrem Ärger nach der peinlichen 0:1-Niederlage beim SV Straelen im Niederrheinpokal-Halbfinale Luft. „Wir haben die Schnauze voll“ und „Wir sind Duisburger und ihr nicht“, schallte es in Richtung Mannschaft, die sich nur wiederwillig den mitgereisten Anhängern stellte.

Der uninspirierte und schwache Auftritt beim abstiegsbedrohten Regionalligisten hatte bei allen Beteiligten Spuren hinterlassen. Die Dauerkrise im Abstiegskampf hat eine neue Dimension bekommen. Trainer Hagen Schmidt zeigte sich konsterniert. Er habe ein „leblose Mannschaft ohne Willen und Tempo“ gesehen, sagte der 52-Jährige nach dem „nächsten Schlag in die Fresse“. Das Finale im eigenen Stadion habe seine Mannschaft „verdienterweise“ verpasst: „So kann man nicht auftreten. Wenn man die Chance hat, das Endspiel im eigenen Stadion zu haben, weiß ich nicht, wie man so in die Partie gehen kann. Mehr Motivation kann es gar nicht geben.“

Dennoch sei er davon überzeugt, dass er die Mannschaft weiterhin erreiche, erklärte Schmidt. Es gebe „zwei bis drei Spieler, die das Spiel unbedingt gewinnen wollten.“ Ein Armutszeugnis.

MSV-Präsident Ingo Wald reichte der blamable Auftritt unterdessen endgültig, um das Ende aller Freundlichkeit auszurufen. „Ich denke, wir sind alle sprachlos und fassungslos“, sagte Wald, ehe es laut „Reviersport“ und „WAZ“ aus ihm herausplatzte: „Wir spielen seit zwei Jahren nur Grütze.“

Neben dem verpassten Pokalfinale ärgerte den Präsidenten vor allem die Tatsache, dass die Mannschaft leichtfertig die Aussicht auf eine Menge Geld verspielte. „Ich bin fassungslos. Wir haben gerade 300.000 Euro verspielt und das in Zeiten, in denen wir jeden Euro umdrehen müssen“, schimpfte Wald mit Blick auf die Einnahmen, die dem MSV durch das verpasste Pokalfinale und die mögliche Teilnahme an der ersten DFB-Pokal-Runde entgehen. Bereits in der Vorsaison hatten die Zebras im DFB-Pokal nur die Zuschauerrolle inne.

Dabei sollte sich drei Tage nach dem 0:6-Debakel gegen 1860 München alles zum besseren Wenden. Mit einem wollte man ein Stück Wiedergutmachung betreiben. Doch daraus wurde nichts. Stattdessen lässt der nächste Tiefschlag viele zweifeln. Präsident Wald kündigte gar kurzerhand Gespräche mit der sportlichen Leitung an.

Drei Spieltage vor dem Ende der Saison dürfte damit auch die Personalie Schmidt in den Fokus rücken - zu schwach waren die Leistungen in den vergangenen Wochen. Zwar ist der Klassenerhalt zum Greifen nah, doch die Art und Weise, wie die Mannschaft in den letzten Spielen auftrat, dürfte den Verantwortlichen zu Denken geben.

22 Drittliga-Spiele hat Schmidt, der erst während der Saison von Borussia Mönchengladbach an die Wedau kam, bislang als verantwortlicher MSV-Trainer absolviert. Achte Siege sowie zwei Remis stehen auf der Habenseite. Zwölf Partien gingen verloren. Hinzu kommt das Pokal-Aus gegen Straelen. Vor allem die wackelige Abwehrreihe ist dabei die Krux der Zebras. Auch Schmidt hat die Defensive nicht in den Griff bekommen, mit 67 Gegentoren stellt der MSV die schlechteste Abwehr der Liga. Zufrieden kann damit niemand sein.

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