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MSV Duisburg: Trainer Hagen Schmidt hat keine Lust auf „dummes Gequatsche“ und bricht TV-Interview ab

„Dummes Gequatsche“ : MSV-Trainer Schmidt bricht TV-Interview ab

Der MSV Duisburg steckt im Abstiegskampf der 3. Liga. Auch das Nervenkostüm ist mittlerweile angespannt. Nach der 0:5-Klatsche gegen Magdeburg reagiert Trainer Hagen Schmidt in einem TV-Interview äußerst dünnhäutig. Die Szene im Video.

Der desolate Auftritt des MSV Duisburg gegen den 1. FC Magdeburg hat Spuren hinterlassen. Die 0:5-Klatsche war bereits die 14. Saison-Niederlage. Nur Schlusslicht TSV Havelse hat mehr Pleiten kassiert. Wie es um das Nervenkostüm bei den Zebras bestellt ist, wurde bei einem TV-Interview direkt nach dem Spiel deutlich.

„Entscheidend ist für mich immer die Art und Weise – und die war definitiv nicht in Ordnung“, sagte MSV-Trainer Hagen Schmidt bei MagentaSport. Seine Mannschaft sei von Beginn an nicht in der Partie gewesen. „Es war wie das Kaninchen vor der Schlange. Wir sind gar nicht in die Zweikämpfe gekommen. Dabei war es nicht entscheidend, ob wir ein Mann mehr oder weniger waren. Es gab keinen Unterschied in puncto Bereitschaft, Draufgehen und Mut“, sagte Schmidt. All das, was man sich für die Partie gegen den Spitzenreiter vorgenommen hatte. „Das war von vorne bis hinten keine gute Leistung“, ärgerte sich Schmidt, unter dessen Leitung der MSV nur zwei von zehn Spielen (zwei Unentschieden, sechs Niederlagen) gewinnen konnte.

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Auf den Einwand von Reporter Thomas Wagner, es sei eine „Bankrotterklärung“ gewesen, antworte Schmidt: „Das war keine Bankrotterklärung. Das ist dummes Gequatsche.“ Aus Sicht des 51-Jährigen sei es einfach eine schlechte Leistung gewesen, begünstigt durch die Rote Karte. „Mehr kann ich dazu nicht sagen. Auf Wiedersehen“, sagte Schmidt. Mit diesen Worten beendete er das TV-Interview abrupt und verschwand.

Wagner versuchte wenig später alles ein wenig zu relativieren – und Schmidt in den Schutz zu nehmen. Er habe größtes Verständnis dafür, wenn man als Trainer auch mal ausrastet oder einfach ein Interview abbricht, sagte Wagner. Dennoch sei er der Meinung, dass Duisburgs Trainer ja selbst aufgezählt habe, was alles nicht gestimmt habe. Er bleibe daher beim Ausdruck „Bankrotterklärung“. Zustimmung gab es vom ehemaligen Fußball-Profi Rudi Bommer. Man habe gesehen, dass der Frust bei einem Trainer nach so einer Leistung tief sitzt. Das müsse man ihm aber auch mal zugestehen, sagte Bommer.

Ganz anders dagegen die Gemütslage bei Magdeburgs Trainer Christian Titz. „Ich bin sehr zufrieden. Wie die Mannschaft von Anfang an den Gegner von vorne bis hinten bespielt hat, das haben die Jungs wirklich sehr, sehr gut gemacht“, sagte Titz bei MagentaSport. Für den MSV hatte der 50-Jährige viel Mitgefühl: „Ich weiß, dass die Leute nach solchen Spielen oft auf dem Team rumhacken und dadurch die Schultern runter gehen, aber das dürfen sie nicht. Das ist eine Mannschaft, die wir alle hier in der 3. Liga halten wollen und die auch das Potenzial dazu hat.“

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In den kommenden Wochen müssen die Zebras ihr vorhandenes Potenzial nun dringend unter Beweis stellen und die Fehler minimieren. Denn aus 22 Spielen hat der MSV nur 20 Punkte geholt, was in der 3. Liga lediglich zum drittletzten Platz reicht. Allerdings sind es bis zum ersten Nicht-Abstiegsplatz nur zwei Punkte, womit der MSV weiterhin sehr gute Chancen auf den Klassenerhalt hat. „Wir müssen Punkten, damit wir da rauskommen. Allein die Namen und das, was die in der Vergangenheit geleistet und gezeigt haben, davon können wir uns nichts kaufen. Es geht um jetzt, es geht um den Verein und dafür müssen wir über den Strich kommen“, sagte Duisburgs Sportdirektor Ivica Grlic. Das nächste von 16 Rettungsspielen steigt am Samstag, 29. Januar, beim SV Wehen Wiesbaden.