MSV Duisburg: Torsten Lieberknecht befürwortet den Videobeweis

MSV Duisburg : Torsten Lieberknecht befürwortet den Videobeweis

In der Zweiten Bundesliga wird das System für strittige Szenen ab der kommenden Saison eingesetzt. Der Trainer des MSV Duisburg und Sportdirektor Ivica Grlic sehen Positives in der Einführung.

Die 2. Fußball-Bundesliga nutzt ab der kommenden Saison den Videobeweis. MSV-Trainer Torsten Lieberknecht und sein Sportdirektor Ivica Grlic sehen das positiv. Offiziell hält sich der Duisburger Zweitligist bedeckt, wie man sich bei der Abstimmung über die Einführung der Video-Assistent-Regel verhalten habe.

Geschäftsführer Peter Mohnhaupt ließ nach der Entscheidung für die Zebras weitgehend inhaltslos erklären: „Es ist wichtig, dass die Liga mehrheitlich hinter der Entscheidung für den Videobeweis gestanden hat.“ Die Mehrheitsverhältnisse – ob knapp oder deutlich – hat die DFL am Donnerstag nicht bekanntgegeben.

Der Sportinformationsdienst zitierte den MSV in einer Umfrage vor dem Votum in Frankfurt mit dem Satz: „Der Videobeweis sollte zunächst in der Bundesliga weiter optimiert werden, um eine verlässliche und absolutes Vertrauen rechtfertigende Basis zu schaffen.“ Das klingt stark nach: erst mal nicht. Der 1. FC Magdeburg übrigens hatte sein Nein öffentlich gemacht. Ebenso wie Erzgebirge Aue über sein Ja gegenüber dem Mitteldeutschen Rundfunk sprach.

Immerhin, Trainer Torsten Lieberknecht hatte schon vor einigen Wochen gesagt, dass er dem Videobeweis positiv gegenüber steht. Vor dem Auswärtsspiel in Regenburg sagte Lieberknecht: „Ich bin ein Befürworter.“ Das hat gute Gründe: Der Coach der Zebras musste im Oktober miterleben, wie vor dem 1:1 in Ingolstadt der Unparteiische ein Foul im Mittelfeld an einem MSV-Spieler übersehen hatte. Dass der Schiedsrichter dies später offenbar einräumte, davon konnte sich der MSV Duisburg nichts kaufen, auch wenn Lieberknecht die Geste anerkennenswert fand. Enis Hajri erzählte nach dem 0:1 per Elfmeter in Fürth, dass sich der Unparteiische nachher in der Kabine entschuldigt habe. Denn da war nun kein Grund, spät im Spiel entscheidend auf den Punkt zu zeigen.

Den Fans noch in Erinnerung ist das vermeintliche Foulspiel von Kevin Wolze vor dem 0:1 im ersten Heimspiel gegen Bochum. Dann ist da noch das Handspiel in der Partie gegen Kiel, das der Schiedsrichter nicht sah. Die Zebras hätten da früh einen Elfmeter bekommen können und wären dann vielleicht nicht so unter die Räder (0:4) geraten. In Darmstadt hätte man im August gern mit Hilfe der Kölner Augen mögliche Abseitspositionen vor den Toren zum 0:1 und 0:2 überprüft.

Da lässt sich leicht nachvollziehen, dass Ivica Grlic zum Thema schrieb: „Aus sportlicher Sicht ist der Videobeweis trotz aller Anlaufschwierigkeiten eine gute Sache. Fehler beziehungsweise Fehlentscheidungen werden minimiert. Und wir hätten in dieser Saison wohl ein paar Punkte mehr.“ Peter Mohnhaupt konnte sich bei seiner Entscheidung wohl nicht allein auf die sportliche Sicht konzentrieren. Das System kostet auch Geld. Die Kosten pro Verein in der Zweiten Liga werden auf etwa 180.000 Euro geschätzt.

Ob zusätzlich in Infrastruktur investiert werden muss, muss der MSV derzeit prüfen. Im Ernstfall kämen dann weitere Kosten auf den Verein zu. Oder vielleicht sagt man besser im Glücksfall: Noch ist es ja nicht ausgemacht, dass der MSV überhaupt in einer Spielklasse mit Videobeweis bleibt.

Gelingt dies, dann erleben die Fans vorläufig auch nicht mehr das Kuriosum eines Phantomtores, wie es Christian Tiffert legendär im Januar 2010 beim 5:0 über den FSV Frankfurt erzielte. Die Liga nutzt zur neuen Saison auch die Hawk-Eye-Technik zur Antwort auf die Frage „Drin oder draußen?“ Freilich für die Geschichte von damals bedurfte es keines Falken-Auges.

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