MSV Duisburg: Sieben Gründe, wieso die Zebras nicht absteigen

Sieben Gründe für den Klassenerhalt : Darum steigt der MSV Duisburg nicht ab

Der MSV Duisburg steht bereits mit mehr als einem Bein in der 3. Liga. Der Abstieg würde den gesamten Verein in enorme finanzielle Nöte bringen. Doch es gibt noch Hoffnung. Wir nennen sieben Gründe, warum der Klassenerhalt doch noch erreicht wird.

Torsten Lieberknecht muss tief durchatmen, wenn er an die anstehende Aufgabe des MSV Duisburg denkt. Am Sonntag (13.30 Uhr/Sky) gastieren die Zebras bei Holstein Kiel. Ausgerechnet dort, wo der 45-jährige Trainer vor fast genau einem Jahr mit Eintracht Braunschweig 2:6 verlor und in die 3. Liga abstieg. Dieser Stachel sitzt immer noch tief. Und es könnte nicht sein letzter Abstieg gewesen sein. Wenn es ganz schlecht läuft, könnte er für den MSV bereits an diesem Wochenende bittere Realität sein. Dann wäre es endgültig eine verhängnisvolle Beziehung zwischen Lieberknecht und Kiel.

Doch so aussichtslos, wie der Verbleib in der Zweitklassigkeit bisweilen dargestellt wird, ist die Situation dann doch nicht. Wir nennen sieben Gründe, wieso der MSV Duisburg doch die Liga halten wird.

1. Der MSV kann Schlussspurt

Vorab sei gesagt, dass die Zebras, möchte man noch ein Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt haben, in den letzten drei Saisonspielen fleißig punkten müssen. Der Abstand auf den herbeigesehnten Relegationsplatz beträgt beachtliche fünf Zähler. Sieben Punkte sollten es im Endspurt also mindestens sein, neun wären nicht nur faktisch eine ideale Ausbeute. Vollkommen aussichtslos ist dieses Unterfangen nicht. Bereits vor drei Jahren glaubte kaum noch einer an den MSV. Doch dann holten die Zebras sieben Punkte aus den letzten drei Partien, gewannen gegen Fortuna Düsseldorf und RB Leipzig und schafften es doch noch in die Relegation.

2. Duisburg kann über sich hinauswachsen

Dass Erfolge gegen Topteams auch in dieser Saison möglich sind, zeigen die Spiele gegen den 1. FC Köln. Gegen den Tabellenführer und designierten Aufsteiger holten die Zebras vier Zähler, gewannen gar in der Domstadt. Erfolge gegen Favoriten werden auch im Schlussspurt von Nöten sein. Der MSV spielt mit Kiel, Heidenheim und Hamburg nur noch gegen Mannschaften, die in der oberen Tabellenhälfte angesiedelt sind.

3. Hamburger SV als Trumpf

Sollte der MSV in den kommenden zwei Partien fleißig punkten, könnte es auf ein echtes Endspiel beim HSV hinauslaufen. Doch es könnte auch der Fall eintreten, dass es für die Hanseaten um nichts mehr geht. Dafür müssten die Rothosen nicht über ein Remis gegen Ingolstadt hinauskommen, anschließend in Paderborn verlieren und Union Berlin am vorletzten Spieltag gegen Magdeburg gewinnen. Ein lascher Auftritt der Hamburger am letzten Spieltag gegen Duisburg könnte die Folge sein. Nicht aussichtslos, beachtet man den Fakt, dass der HSV nur 14. in der Rückrundentabelle ist und zu Hause gegen die vermeintlichen Außenseiter Magdeburg und Aue nicht gewinnen konnte.

4. Zusammenhalt mit den Fans

Auch die Zebra-Fans werden im Endspurt eine wichtige Rolle einnehmen. Es könnte der Fall eintreten, dass auch alle drei Gegner des MSV einen Sieg benötigen, um noch vom Aufstieg in die Bundesliga zu träumen. Die gegnerischen Fans würden sicher unruhig werden, sollte die eigene Mannschaft gegen den Tabellenletzten nach geraumer Zeit nicht in Führung gehen. Dann sind Duisburger Fans gefragt, ihre Mannschaft wiederum zu unterstützen, nach vorn zu peitschen und die beiden Auswärtsspiele in Kiel und Hamburg zu gefühlten Heimspielen werden zu lassen.

5. Konkurrenz mit schwerem Restprogramm

Bei allem Optimismus - alles steht und fällt auch mit der Duisburger Konkurrenz. Sowohl Magdeburg als auch Ingolstadt müssen in den letzten drei Saisonspielen kräftig an Punkten einbüßen. Deren Restprogramm ist dabei aus MSV-Sicht aber durchaus „vielversprechend“. Beide Konkurrenten haben noch zwei Auswärtsspiele. Magdeburg spielt in Bochum und Berlin und empfängt Köln, Ingolstadt muss nach Hamburg und Heidenheim. Bleibt für die Zebras zu hoffen, dass Darmstadt Punkte aus der Audi-Stadt entführt.

6. Totgesagte leben länger

Es ist ein Sprichwort, dass auch auf den MSV Duisburg zutreffen könnte. Als prominentes Beispiel dient hierfür Borussia Mönchengladbach. Die Fohlenelf hatte als designierter Absteiger in der Bundesliga-Saison 2010/11 nichts mehr zu verlieren, sammelte aus den letzten vier Spielen sagenhafte zehn Zähler, holte auf Eintracht Frankfurt in dieser Periode neun Zähler auf und schaffte doch noch den nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt. Übrigens: In der darauffolgenden Spielzeit schloss Borussia die Liga auf Rang vier ab. So ein Wunder kann also jede Menge Kräfte freisetzen.

7. Die Meyer-Hypothese

Wenn wir schon einmal bei Borussia Mönchengladbach sind, wird einem dazu natürlich auch deren oftmaliger Retter Hans Meyer ins Gedächtnis gerufen. Der heute 76-Jährige prägte die einleuchtende These, dass „je länger eine Serie dauert, die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie ein Ende findet.“ Dies wäre im Duisburger Fall dringend notwendig, schließlich warten die Meidericher seit nunmehr sieben Spielen auf einen Sieg.

Die wohl banalste Hoffnung für alle MSV-Fans sollte hierbei nicht als Grund dienen: Wunder gibt es immer wieder. Vor allem an der Wedau gab es diese aber schon einige Male. Wieso nicht aus dieses Mal?

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