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MSV Duisburg: Niko Bretschneider bei Traumtor gegen Braunschweig „abgerutscht“

MSV-Verteidiger erzielt erstes Profitor : Bretschneider bei Traumtor „abgerutscht“

Mit seinem ersten Profitor legt Niko Bretschneider den Grundstein für den knappen 3:2-Sieg des MSV Duisburg gegen Eintracht Braunschweig. Der 22-Jährige gibt sich hinterher bescheiden. Auch Feiern will er seinen Treffer nicht wirklich.

Das erste Profitor wird wohl kein Fußball-Profi je vergessen. So dürfte es auch Niko Bretschneider ergehen. Beim 3:2-Sieg des MSV Duisburg gegen Eintracht Braunschweig traf der Mittelfeldspieler zur Führung für die Zebras. Und wie. In der 12. Minute hatte sich der gebürtige Berliner ein Herz gefasst und aus über 25 Metern abgezogen. Sein Linksschuss schlug oben rechts im Kasten der Gäste ein. Ein Traumtor als Grundstein für den knappen Erfolg.

Der Schütze gab sich nach seinem ersten Profitor jedoch bescheiden. „Ich sage dazu ‚abgerutscht’. Wenn man das will, klappt es nicht“, sagte Bretschneider, der jedoch einräumte, den Ball gut erwischt zu haben. „Ich habe die Flugbahn gesehen und mich dann sehr gefreut, dass er reinging.“

Weitaus euphorischer ordnete MSV-Kapitän Moritz Stoppelkamp den Treffer ein. „Das war jetzt kein so schlechtes Tor. Da hat er kurz die Spinnenweben aus dem Winkel geschossen“, sagte Stoppelkamp im Interview mit ZebraTV über den „Dosenöffner“. Mit seinem Tor habe sich Bretschneider nach einem Seuchenjahr auch ein Stück weit selber belohnt. „Er macht es zur Zeit richtig gut“, sagte Stoppelkamp. Auch Trainer Pavel Dotchev freute sich für seinen Schützling, der in der vergangenen Saison nur acht Pflichtspiele für die Zebras absolvierte - und damit genauso viele wie in der laufenden Spielzeit. „Ich freue mich sehr für Niko, dass er ein so schönes Tor gemacht hat und natürlich auch für Ademi, der ebenfalls ein gutes Tor gegen seinen Ex-Verein gemacht hat.“

Ademi, der mehrere Jahre für die Braunschweiger stürmte, benötigte nach seiner frühen Einwechslung gerade einmal fünf Minuten, um zu jubeln. Nach einer Flanke traf er per Kopf zum 2:0 (22.). In der 70. Minute legte er das 3:0 nach, ehe es Braunschweig mit zwei späten Treffern noch einmal kurzzeitig spannend machte.

Feiern will Bretschneider sein erstes Profitor aber nicht wirklich, vielmehr richtete er den Blick direkt nach dem Sieg nach vorne. „Das wird ganz entspannt, vielleicht gehe ich mit ein paar Kumpels essen“, sagte der 22-Jährige. Anschließend wolle er regenerieren und danach den Fokus auf Viktoria Köln, nächster Gegner des MSV, legen. Ziel des Teams sei es nunmal endlich Konstanz in die Leistungen reinzubekommen. „Wir wollen in Köln die nächsten drei Punkte holen und eine Serie starten", sagte Bretschneider.

Immerhin ein Andenken sicherte sich der Torschütze dann doch: sein Trikot. „Das Trikot kriegt meine Familie, das wird zu Hause aufgehangen“, sagte Bretschneider. Und auch seinen Teamkollegen Joe Coppens ließ er mit seinem Treffer verstummen. „Unser Torwart Jo Coppens hat mich immer damit aufgezogen, dass ich noch kein Profi-Tor habe und er schon. Jetzt haben wir gleich viele Tore, jetzt muss ich mich nicht mehr verarschen lassen von ihm“, gab Bretschneider nach dem Spiel an. Der Torhüter hatte 2018 im Trikot von Carl-Zeiss Jena durch einen weiten Abschlag gegen Werder Bremen II ein Tor erzielt.

(old)