MSV Duisburg: Neue Rolle für Pokalschreck Gerrit Nauber

MSV Duisburg : Neue Rolle für Pokalschreck Gerrit Nauber

Mit den Sportfreunden Lotte rockte der Innenverteidiger des MSV Duisburg in der Saison 2016/2017 den DFB-Pokal. Nun steht er am Samstag im Duell gegen den Oberligisten TuS Dassendorf in der Mannschaft des klaren Favoriten.

Gerrit Nauber, Innenverteidiger des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg, war vor zwei Jahren ein Pokalschreck. Mit dem Drittliga-Neuling Sportfreunde Lotte rockte er den DFB-Pokal und kam mit seinen Kollegen bis ins Viertelfinale. Nauber weiß also, wie ein Underdog tickt. Das kann für die Zebras nützlich sein, denn sie haben es am Samstag in Hamburg-Bergedorf in der ersten Runde mit dem Fünftligisten TuS Dassendorf (15.30 Uhr, Stadion Sander Tannen) zu tun.

„Ich weiß, dass die Dassendorfer auf dieses Spiel brennen“, sagt Nauber. Es ist der Klassiker im Pokal-Wettbewerb. Der Kleine will dem Großen ein Bein stellen. Mit den Sportfreunden Lotte setzte sich Nauber in der Saison 2016/17 gegen Werder Bremen (2:1), Bayer Leverkusen (6:5 nach Elfmeterschießen) und 1860 München (2:0) durch, ehe die Sportfreunde im Viertelfinale gegen den späteren Pokalsieger Borussia Dortmund mit 0:3 nach einem 0:0 zur Pause verloren. Nauber war in allen Partien als Kapitän dabei. Nun nimmt er eine neue Rolle wahr, er gehört zum Team, das als klarer Favorit in das Pokalduell mit dem Oberligisten geht. Erstmals seit 2012 war die MSV-Kugel bei der Auslosung im Topf der Großen.

Pokalschreck: Gerrit Nauber (links) im Trikot der Sportfreunde Lotte beim Sieg gegen den damaligen Zweitligisten 1860 München. Foto: dpa

Mit der Favoritenbürde kann Nauber nach eigenem Bekunden gut umgehen. „Wir müssen unsere Stärken auf den Platz bringen und das Spiel dominieren“, sagt der 26-Jährige. Ein schnelles Tor würde die Sache zwar einfacher machen, wie Nauber einräumt, er sagt aber auch: „Es gibt noch weitere Möglichkeiten, das Spiel zu kontrollieren.“

Hier geht es um die Dinge, die der MSV in den beiden Ligaspielen schon gut gemacht hat. Die Statistiken wiesen die Zebras zuletzt in den Bereichen Zweikämpfe, Ballbesitz und Passquote als Sieger aus, nur das Endergebnis stimmte nicht, der MSV kassierte gegen Dresden und Bochum Niederlagen.

Gerrit Nauber weiß, dass er zur Heimniederlage gegen den VfL Bochum selbst beigetragen hatte. Beim Freistoß durch Sidney Sam, der zum 0:1 führte, öffnete er gemeinsam mit seinem Kollegen Sebastian Neumann die Mauer. Zudem fälschten sie die Kugel auch noch ab, sodass Torwart Daniel Davari den Ball zu spät sah und bei seiner missglückten Abwehr auch nicht die beste Figur machte. „Wir haben das bei der Analyse besprochen. Uns ist klar, dass so etwas nicht mehr passieren darf“, so Nauber.

Heute Vormittag bestreiten die Zebras noch eine Trainingseinheit in Meiderich, anschließend geht es mit dem Bus nach Hamburg. „Wir bereiten uns auf dieses Spiel wie auf eine Zweitliga-Partie vor“, sagt MSV-Trainer Ilia Gruev.

Für den MSV Duisburg geht es in Bergedorf nicht nur um einen Sieg, sondern auch ums Geld. Für den Erstrundenauftritt kassiert der Zweitligist bereits 166 000 Euro, der Einzug in die zweite Runde würde weitere 322 000 Euro in die Kasse des Clubs spülen. Das wäre dann eine zusätzliche Einnahme. Bei der Lizenzierung durfte der MSV eventuelle Pokalprämien nicht berücksichtigen.

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