MSV Duisburg: Maximilian Güll ist die Überraschung der Hinrunde

MSV Duisburg: Güll ist die Überraschung der Hinrunde

Der 18-Jährige hat sich beim MSV Duisburg im Saisonverlauf der Dritten Fußballliga phänomenal entwickelt.

17 Spiele hat Maximilian Güll in dieser Saison absolviert — acht für die Bundesliga-A-Junioren des MSV Duisburg, zwei für die Senioren-Reserve in der Oberliga und sieben für die Profis in der Dritten Liga. Über die Entwicklung des 18-Jährigen sagt diese Statistik noch nichts aus — diese schon: In den ersten beiden Saisonspielen der Dritten Liga durfte der gebürtige Duisburger einmal neun und einmal 18 Minuten ran, in den vergangenen beiden war er jeweils über die volle Distanz auf dem Platz.

Güll ist damit die MSV-Überraschung der am Samstag mit dem 1:2 beim SC Preußen Münster zu Ende gegangenen Hinrunde, er hat sich phänomenal entwickelt. "Das war so nicht abzusehen", sagt denn auch sein Trainer, Karsten Baumann, mit Blick zurück auf die wenigen Tagen Saisonvorbereitung, die seinem Team gegönnt waren. "Damals war schon zu sehen, dass Maxi ein gutes taktisches Verständnis und ein gutes Spielverständnis hat. Aber körperlich war er damals noch nicht so weit. Das hat er in den vergangenen Wochen und Monaten aber unfassbar schnell aufgeholt. Maxi hat sich zuletzt sehr stark präsentiert", lobt Baumann den Linksverteidiger.

Auf derselben Position hat in der Hinrunde auch Sascha Dum überzeugt: Der 27-Jährige stand aber auch einige Male mit Güll zusammen auf dem Platz, spielte dann vorgezogen im Mittelfeld. "Sascha hat vermutlich noch nie so viele Spiele am Stück bestritten wie diese Saison", sagt Baumann mit einem Schmunzeln. "Dass er Schnelligkeit, Robustheit und Routine mitbringt, wussten wir ja, aber er hat sich in dieser Saison auch taktisch sehr gesteigert und immer wieder gezeigt, dass er beißen kann." Als weitere Positivbeispiele beim MSV hebt Baumann "die ganze rechte Seite" hervor: Michael Gardawski kam von Viktoria Köln aus der Regionalliga und hat jetzt mit seiner Schnelligkeit und Robustheit eine ganz ordentliche Duftmarke in der Dritten Liga gesetzt. Und das Zusammenspiel mit Phil Ofosu-Ayeh hinter ihm harmoniert sehr gut."

Dass sich irgendein Spieler nicht so entwickelt hätte, wie der Coach sich das vorstellt, sieht Baumann nicht — auch nicht bei Markus Bollmann, auf den er zuletzt im Niederrheinpokalspiel gegen Cronenberg und im Ligaspiel gegen Unterhaching ganz verzichtete und den er in Münster erst in der Nachspielzeit einwechselte: "Bolle hat eine schwierige Zeit hinter sich. Er war ein Jahr verletzt und für jeden Monat, den du verletzt bist, brauchst du zwei, um wieder die alte Leistungsstärke zu erreichen."

Baumann hat den vormaligen Stamm-Innenverteidiger längst nicht abgeschrieben: "Ich versuche die Jungs, die mal eine schlechtere Leistung zeigen, wieder aufzubauen und sie daran zu erinnern, dass sie es auch schon besser gemacht haben." Insgesamt gilt: "Enttäuscht hat mich in dieser Saison kein Spieler. Letztendlich haben sich alle Spieler in der schwierigen Situation hervorragend eingebracht."

Mit der "schwierigen Situation" meint Baumann unter anderem die nur elftägige Vorbereitung auf diese Saison. Entsprechend fällt sein Hinrunden-Fazit aus: "Am Anfang wären wir froh gewesen, wenn wir diesen achten Platz zu diesem Zeitpunkt innegehabt hätten. Wenn man jetzt die Spiele Revue passieren lässt, haben wir natürlich Punkte liegengelassen. Insgesamt ist das Glas aber halbvoll und nicht halbleer. Wir wussten, dass die erste Saisonhälfte schwierig wird und wollen jetzt bis zur Winterpause noch so viele Punkte wie möglich holen, um uns danach vernünftig vorzubereiten. Wir wollen in der Rückrunde besser punkten als in der Hinrunde." Und die Rückrunde beginnt schon Samstag mit dem Heimspiel (14 Uhr) gegen Burghausen.

(RP)
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