MSV Duisburg braucht im Abstiegskampf der 2. Bundesliga einen Sieg.

MSV Duisburg : MSV träumt von einem verrückten Ende

Trainer Torsten Lieberknecht hofft, dass der Fußball seine nächste verrückte Geschichte schreibt. Hierfür brauchen die Zebras am Sonntag gegen den 1. FC Heidenheim aber unbedingt einen Sieg. Und Schützenhilfe von Darmstadt 98.

Der Fußball schrieb in dieser Woche wunderbare Geschichten und erzählte packende Dramen. Liverpool, Barcelona, Tottenham, Ajax, Chelsea, Frankfurt. „Da haben Weltstars geweint“, sagt Torsten Lieberknecht. Der Trainer des Zweitligisten MSV Duisburg möchte nicht weinen. Er möchte mit den Zebras eine eigene Geschichte schreiben. Eine verrückte Story mit einem Happy End. Er will die Meidericher in vermeintlich aussichtsloser Situation doch noch vor dem Abstieg bewahren. Die erste Voraussetzung dafür ist ein Sieg im letzten Heimspiel gegen den 1. FC Heidenheim am Sonntag. Anstoß ist um 15.30 Uhr.

„Der Fußball schreibt Geschichten, mit denen keiner rechnet“, sagte Lieberknecht am Freitag und hofft auf einen entsprechenden Effekt für seine Mannschaft. „Das Ende unserer Geschichte kennen wir nicht“, fügte der Coach hinzu. Auch Gegner Heidenheim bringt genügend Potenzial für besten Lesestoff mit. Das Team von Trainer Frank Schmidt kommt mit einer minimalen Aufstiegschance an die Wedau. Was Lieberknecht und Schmidt gemeinsam haben: Beide benötigen zwei Siege, damit Träume in Erfüllung gehen können.

Der MSV muss morgen nicht nur gewinnen, er muss auf Schützenhilfe des SV Darmstadt 98 hoffen. Gewinnt der FC Ingolstadt 04 sein Heimspiel gegen die Hessen, wäre der MSV auch bei einem Sieg gegen Heidenheim abgestiegen. Zwischenstände von den anderen Plätzen werden übrigens nicht auf den Anzeigetafeln zu lesen sein. Den 2:0-Erfolg gegen Holstein Kiel am vergangenen Sonntag sieht Lieberknecht als Zeichen der guten Moral: „Die mentale Stärke ist ein Pfund, das wir haben.“

MSV-Trainer Torsten Lieberknecht hofft auf ein Happy End im Abstiegskampf. Foto: firo /Selim Sudheimer

Mit diesem Pfund kann derzeit aber auch Konkurrent Ingolstadt wuchern. Fünf Spiele ohne Niederlage, drei Siege in Folge – die Schanzer strotzen vor Selbstvertrauen. Lieberknecht merkt an, dass der FCI nun zum ersten Mal in der Situation ist, etwas verlieren zu können. Vielleicht spielen die Nerven ihnen ja einen Streich. MSV-Gegner Heidenheim kommt mit zwei Niederlagen in Folge im Gepäck nach Duisburg. Nicht nur das: Die zuvor stabile Abwehr musste in den letzten beiden Partien jeweils drei Treffer hinnehmen. Trainer Frank Schmidt stellt sich auf eine kampfbetonte Partie ein: „Duisburg ist seit drei Spielen ungeschlagen und hat zuletzt viel Moral gezeigt. Die Mannschaft tut alles, um das Wunder zu schaffen.“

Torsten Lieberknecht muss einmal mehr einige Ausfälle kompensieren. Mittelfeldspieler Ahmet Engin meldete sich grippekrank ab. Christian Gartner, der in dieser Woche ins Mannschaftstraining zurückgekehrt war, steht mit muskulären Problemen ebenfalls nicht zur Verfügung. Außerdem nicht dabei sind Andreas Wiegel (Muskelfaserriss), Migel-Max Schmeling (Patellasehnen-Reizung), Joseph Baffoe (Kreuzbandriss) und Sebastian Neumann (Aufbautraining nach Hüftoperation).

Der ehemalige Kapitän Kevin Wolze überraschte derweil mit einer viel schnelleren Genesung als ursprünglich gedacht. Der Linksverteidiger hatte sich im Spiel gegen Arminia Bielefeld einen Muskelfaserriss zugezogen. Er stieg bereits am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining ein. Wolze dürfte morgen somit in die Startelf zurückkehren. Der Trainer war am Freitag auch guter Dinge, dass Enis Hajri die rechte Abwehrseite beackern kann. Der Tunesier brachte von der Dienstreise aus Kiel einige Blessuren mit und konnte unter der Woche nur eingeschränkt trainieren.

Torsten Lieberknecht würde gerne noch einen Showdown in Hamburg am letzten Spieltag mitnehmen. Für diesen Fall hat sich der 45-Jährige den Inhalt des letzten Kapitels schon ausgedacht: „Wenn das so kommt, bin ich zu 1000 Prozent davon überzeugt, dass wir in Hamburg gewinnen werden.“

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